<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>dune Archive - filmfilter</title>
	<atom:link href="https://filmfilter.at/tag/dune/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://filmfilter.at/tag/dune/</link>
	<description>Freies Online-Magazin für Filme und Serien</description>
	<lastBuildDate>Tue, 19 Jul 2022 14:37:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.7.2</generator>

<image>
	<url>https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cropped-favicon_d9d8cf.png?fit=32%2C32&#038;ssl=1</url>
	<title>dune Archive - filmfilter</title>
	<link>https://filmfilter.at/tag/dune/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">196720335</site>	<item>
		<title>Der Watschenmann</title>
		<link>https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/der-watschenmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2022 21:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brooklyn Bulletin]]></category>
		<category><![CDATA[abc sender]]></category>
		<category><![CDATA[amy schumer]]></category>
		<category><![CDATA[apple tv]]></category>
		<category><![CDATA[belfast]]></category>
		<category><![CDATA[best picture]]></category>
		<category><![CDATA[bester film]]></category>
		<category><![CDATA[bester hauptdarsteller]]></category>
		<category><![CDATA[bond 60]]></category>
		<category><![CDATA[brooklyn bulletin]]></category>
		<category><![CDATA[chris rock]]></category>
		<category><![CDATA[coda]]></category>
		<category><![CDATA[disney+]]></category>
		<category><![CDATA[dolby theater]]></category>
		<category><![CDATA[dont say gay]]></category>
		<category><![CDATA[drama]]></category>
		<category><![CDATA[drive my car]]></category>
		<category><![CDATA[dune]]></category>
		<category><![CDATA[encanto]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[filmfilter]]></category>
		<category><![CDATA[godfather 50]]></category>
		<category><![CDATA[jada pinkett smith]]></category>
		<category><![CDATA[jane campion]]></category>
		<category><![CDATA[jason momoa]]></category>
		<category><![CDATA[jessica chastain]]></category>
		<category><![CDATA[king richard]]></category>
		<category><![CDATA[marietta steinhart]]></category>
		<category><![CDATA[ohrfeige]]></category>
		<category><![CDATA[oscar]]></category>
		<category><![CDATA[oscars]]></category>
		<category><![CDATA[oscars 2022]]></category>
		<category><![CDATA[p diddy]]></category>
		<category><![CDATA[power of the dog]]></category>
		<category><![CDATA[red carpet]]></category>
		<category><![CDATA[regina hall]]></category>
		<category><![CDATA[sian heder]]></category>
		<category><![CDATA[smith rock]]></category>
		<category><![CDATA[streamer]]></category>
		<category><![CDATA[the slap]]></category>
		<category><![CDATA[troy kotsur]]></category>
		<category><![CDATA[wanda sykes]]></category>
		<category><![CDATA[watsche]]></category>
		<category><![CDATA[will smith]]></category>
		<category><![CDATA[wodka]]></category>
		<category><![CDATA[wtf]]></category>
		<category><![CDATA[wtf moment]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://filmfilter.at/?p=7065</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Die Oscars! Wo Filmliebhaber sich vereinen – und fernschauen.“ Wanda Sykes brachte es gleich zu Beginn der 94. Oscar-Nacht auf den Punkt. Es spiegelt ganz gut das Dilemma der Oscars wider, wie verzweifelt sie versuchen, die Menschen wieder ins Kino zu bekommen, während sie wollen, dass sich alle vor ihren Fernsehern versammeln (um letztlich dabei zuzusehen, wie die meisten Preise nach der Papierform vergeben werden und um einen Paukenschlagmoment zu erleben, der sich als Schlag ins Gesicht verdienter Preisträger:innen erweist [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/der-watschenmann/">Der Watschenmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Oscars! Wo Filmliebhaber sich vereinen – und fernschauen.“ Wanda Sykes brachte es gleich zu Beginn der 94. Oscar-Nacht auf den Punkt. Es spiegelt ganz gut das Dilemma der Oscars wider, wie verzweifelt sie versuchen, die Menschen wieder ins Kino zu bekommen, während sie wollen, dass sich alle vor ihren Fernsehern versammeln (um letztlich dabei zuzusehen, wie die meisten Preise nach der Papierform vergeben werden und um einen Paukenschlagmoment zu erleben, der sich als Schlag ins Gesicht verdienter Preisträger:innen erweist – davon später).</p>
<p>Vor einigen Jahren stritt Hollywood darüber, ob Filme auf Streaming-Plattformen überhaupt als „Filme“ gelten. Jetzt hat Siân Heders kuscheliges Indie-Drama CODA, das von Apple TV+ vertrieben wird, den Oscar für den Besten Film gewonnen. Nach mehr als dreißig Jahren der Indie-Filmbewegung in Amerika ist CODA auch der erste Sundance-Hit, der dies je geschafft hat – und das mit einer hauptsächlich gehörlosen Besetzung. Zum großen Teil ist das wohl Netflix zu verdanken. Der Streamer, der einst von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf Abstand gehalten wurde – und den Steven Spielberg einst daran zu hindern versuchte, mehr Nominierungen für den Besten Film zu erhalten, indem er direkt zum Board of Governors der Academy ging – hat die Weichen für den Streamer von Apple gestellt.</p>
<p>War vor drei Jahren Hollywood noch in einen Kampf um die Zukunft des Kinos verwickelt – darüber, was genau einen Film ausmacht – und die Oscars ein metaphorischer Boxring, so sind sie jetzt buchstäblich zu einem Boxring geworden. In einem echten WTF-Moment, der alle Zuschauer:innen verblüffte, stürmte Will Smith auf die Bühne und verpasste Chris Rock eine Ohrfeige, nachdem der Komiker einen Witz über die kurz geschorenen Haare seiner Frau Jada Pinkett Smith gemacht hatte (sie leidet an Alopezie, eine Erkrankung, die zu Haarausfall führt). Smith schrie Rock danach noch von seinem Sitz aus an. In den USA fror die Fernsehsendung ein und verstummte. Im Ernst, ich habe das noch nicht ausreichend verarbeitet. Sollte diese hässliche Szene nicht echt gewesen sein, dann ist Will Smith ein besserer Schauspieler, als ich es für möglich gehalten habe.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/myjEoDypUD8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/myjEoDypUD8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Nur nur wenige Augenblicke später ging Smith auf die Bühne und nahm seinen programmierten Oscar als Bester Hauptdarsteller in <em>King Richard</em> entgegen. Zu sagen, es war <em>awkward</em>, wäre eine gewaltige Untertreibung. „Richard Williams war ein erbitterter Verteidiger seiner Familie“, sagte er über seine Rolle und begann zu schluchzen. „In dieser Zeit meines Lebens, in diesem Moment, bin ich überwältigt von dem, was Gott mich auffordert, in dieser Welt zu tun und zu sein.“ Seine missionarische, überlange, selbstverliebte „vessel of love“-Rede darüber, dass er ein „Gefäß der Liebe“ sein möchte, fühlte sich echt an. Aber ich frage mich auch, ob Will Smith seine Rollen als Muhammad Ali und exzentrischer Vater der Williams-Schwestern wohl ein wenig zu ernst nahm. Seine Entschuldigung galt übrigens nur seiner Wiedereinladung, nicht aber seinem Prügelopfer (Chris Rock hat ja ziemlich souverän reagiert und auf eine Anzeige verzichtet). Er bekam Standing Ovations, aber kaum jemand konnte sich das ansehen, ohne sich fremd zu schämen.</p>
<p>Update 29. März: Mittlerweile <a href="https://www.cnn.com/2022/03/28/entertainment/will-smith-apology/index.html" target="_blank" rel="noopener">hat Smith sich entschuldigt</a>.</p>
<p>Begonnen hatte die Gala eher harmlos. Nach zwei Jahren der Pandemie schwebten wieder maskenlose Promis über den Red Carpet ins Dolby Theater. Nach mehreren Jahren ohne einen einzigen Moderator begannen die Oscars mit drei von ihnen. „In diesem Jahr hat die Academy drei Frauen als Gastgeberinnen eingestellt“, sagte Amy Schumer und flachste frech: „Weil es billiger ist als einen Mann einzustellen.“ Die Komikerin und ihre Kolleginnen Regina Hall und Wanda Sykes machten politische Witze über Floridas „Don’t say gay“-Gesetz und Covid-Witze, für die es wohl noch zu früh war. Es gab offenbar genug Zeit für Werbungen (vor allem für Disney, dem der Sender ABC gehört), und, ähem, zwei Lieder aus dem Disney-Animationsfilm <em>Encanto</em>, aber nicht für die acht Kategorien, die aus der Live-Show gestrichen worden waren und in hektischen Zuspielern dazwischen geschnitten wurden.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/O2FvECYsmsk" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/O2FvECYsmsk" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die schönste Rede des Abends kam in Gebärdensprache von Troy Kotsur, der als erster gehörloser Mann den Oscar als Bester Nebendarsteller in CODA gewann, und das höchst verdient. Es war ein wirklich wunderschöner Moment mit einer sehr persönlichen, herzerwärmenden Rede – gefolgt allerdings von einem klobigen Übergang zu Chris Evans, der uns seinen neuen Film vorstellte, in dem er Buzz Lightyear aus <em>Toy Story</em> seine Stimme leiht.</p>
<p>Es kommt schlimmer. Eine Schweigeminute und ein paar Power-Point-Folien für die Ukraine wurden gesäumt von einer Wodka-Werbung. Um die Geschmacklosigkeit zu toppen, war die „In Memoriam“-Montage mit einer überschwänglichen, tanzenden Gospel-Performance untermalt, die von den Toten komplett ablenkte. Der Tribut an die verstorbenen Künstler:innen wäre allerdings ohnedies untergegangen, weil alle noch fassungslos vom Smith-Ausraster waren. Zwei Fan-Preise für Zack Snyders <em>Justice League </em>und <em>Army of the Dead</em> hatten null Mehrwert. Ach so, und „Aquaman“ Jason Momoa rülpste auf der Bühne.</p>
<p>Will Smith hat es überdeckt, aber es gab weitere Preise. Remember? Dieses Ding für herausragende Leistungen. Jane Campion hat die Beste Regie für <em>The Power of the Dog</em> gewonnen (zwar nur ein Preis bei zwölf Nominierungen, aber ein wichtiger). Kenneth Branagh gewann den Preis für Best Original Screenplay für <em>Belfast</em> (strittig) und <em>Drive My Car</em> gewann den Preis für Best International Film – (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/stueck-fuer-stueck/">absolut unstrittig</a>). <em>Dune</em> nahm wenig überraschend sechs Oscars in hauptsächlich technischen Kategorien mit nach Hause. Jessica Chastain wurde zur besten Schauspielerin gekürt (wir lieben sie), Questlove gewann für seine Doku <em>Summer of Soul</em>, ein bemerkenswerter Akt der Kulturarchäologie.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/NH2gS5IWD_0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/NH2gS5IWD_0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Das Problem mit solchen Smith-Ego-Momenten ist, dass sie ablenken von den Dingen, die tatsächlich wichtig sind, nämlich die Filme und deren Schöpfer:innen. Ein Moment, der zumindest meines Erachtens fast noch schlimmer war als die Live-Attacke gegen Rock: Man feiert <em>The Godfather</em> doch nicht mit einem Rapper (P Diddy), der die lebenden Legenden Francis Ford Coppola, Al Pacino und Robert DeNiro vorstellt! Dann waren da noch ein Snowboarder, ein Skater und ein Surfer, die „60 Years of James Bond“ präsentierten. Warum? Weil Bond-Filme Extremsport sind?</p>
<p>Ganz generell schienen an diesem Abend die Presenter irgendwie aus dem Hut gezaubert worden zu sein. Die ganze Show und ihre Anbiederungsversuche an ein jüngeres Publikum hatten letztlich die Anmutung eines faulen Tricks. Dabei sollten die Academy Awards nicht die Wächter des gepflegten Marketing-Kasperltheaters sein, sondern die Wächter der hohen Filmkunst. Wieder ein Jahr verspielt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/der-watschenmann/">Der Watschenmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">7065</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Die Oscar-Filme im Check</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/features/die-oscar-filme-im-check/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2022 17:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Features]]></category>
		<category><![CDATA[academy awards]]></category>
		<category><![CDATA[adam mckay]]></category>
		<category><![CDATA[apple tv]]></category>
		<category><![CDATA[belfast]]></category>
		<category><![CDATA[best picture]]></category>
		<category><![CDATA[bester darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[bester film]]></category>
		<category><![CDATA[bradley cooper]]></category>
		<category><![CDATA[children of deaf adults]]></category>
		<category><![CDATA[coda]]></category>
		<category><![CDATA[denis villeneuve]]></category>
		<category><![CDATA[disney+]]></category>
		<category><![CDATA[don't look up]]></category>
		<category><![CDATA[drama]]></category>
		<category><![CDATA[drive my car]]></category>
		<category><![CDATA[dune]]></category>
		<category><![CDATA[erste frau der geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[features]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[filmfilter]]></category>
		<category><![CDATA[filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[frank herbert]]></category>
		<category><![CDATA[goldbuben]]></category>
		<category><![CDATA[golden globe]]></category>
		<category><![CDATA[guillermo del toro]]></category>
		<category><![CDATA[hauptpreis]]></category>
		<category><![CDATA[im Check]]></category>
		<category><![CDATA[im kino]]></category>
		<category><![CDATA[indie-film]]></category>
		<category><![CDATA[jane campion]]></category>
		<category><![CDATA[kenneth branagh]]></category>
		<category><![CDATA[king richard]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[licorice pizza]]></category>
		<category><![CDATA[maggie gyllenhaal]]></category>
		<category><![CDATA[marietta steinhart]]></category>
		<category><![CDATA[memoiren]]></category>
		<category><![CDATA[musical]]></category>
		<category><![CDATA[netflix]]></category>
		<category><![CDATA[nightmare alley]]></category>
		<category><![CDATA[offenes rennen]]></category>
		<category><![CDATA[oscar]]></category>
		<category><![CDATA[oscar-filme]]></category>
		<category><![CDATA[oscar-nacht]]></category>
		<category><![CDATA[oscars]]></category>
		<category><![CDATA[parasite]]></category>
		<category><![CDATA[paul thomas anderson]]></category>
		<category><![CDATA[reinaldo marcus green]]></category>
		<category><![CDATA[roma]]></category>
		<category><![CDATA[ryusuke hamaguchi]]></category>
		<category><![CDATA[satire]]></category>
		<category><![CDATA[science fiction]]></category>
		<category><![CDATA[screen actors guild]]></category>
		<category><![CDATA[shape of water]]></category>
		<category><![CDATA[sian heder]]></category>
		<category><![CDATA[sky]]></category>
		<category><![CDATA[steven spielberg]]></category>
		<category><![CDATA[the power of the dog]]></category>
		<category><![CDATA[troy kotsur]]></category>
		<category><![CDATA[van morrison]]></category>
		<category><![CDATA[west side story]]></category>
		<category><![CDATA[will smith]]></category>
		<category><![CDATA[wo man sie sehen kann]]></category>
		<category><![CDATA[zehn filme]]></category>
		<category><![CDATA[zehn oscars]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://filmfilter.at/?p=6872</guid>

					<description><![CDATA[<p>Filmexpert:innen beschweren sich oft darüber, dass die Dinge in der „fünften“ Jahreszeit, der Oscar-Saison, langweilig oder vorhersehbar seien. Das sind sie heuer definitiv nicht. Bei den 94. Academy Awards ist zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt wieder die Maximalzahl von zehn Filmen für den Hauptpreis nominiert, und es scheint ein offenes Rennen zu sein – auch wenn es einen Favoriten gibt. Hier sind die zehn Filme, die am 27. März den Oscar für den Besten Film gewinnen könnten. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/features/die-oscar-filme-im-check/">Die Oscar-Filme im Check</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Filmexpert:innen beschweren sich oft darüber, dass die Dinge in der „fünften“ Jahreszeit, der Oscar-Saison, langweilig oder vorhersehbar seien. Das sind sie heuer definitiv nicht. Bei den 94. Academy Awards ist zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt wieder die Maximalzahl von zehn Filmen für den Hauptpreis nominiert, und es scheint ein offenes Rennen zu sein – auch wenn es einen Favoriten gibt. Hier sind die zehn Filme, die am 27. März den Oscar für den Besten Film gewinnen könnten.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol>
<li><strong> The Power of the Dog </strong></li>
</ol>
<p>Manche sehen <em>The Power of the Dog</em> vielleicht als abgedroschenes Drama über einen Kerl, der die neue Frau seines Bruders nicht mag und deshalb rotzig wird. Aber die haben nicht aufgepasst. Der Western von Jane Campion hat Schichten und wieder <a href="https://filmfilter.at/sofa-surfer/szenen-zweier-ehen/">Schichten auf Schichten</a>, und je genauer man hinsieht und je mehr man darüber nachdenkt, desto besser wird er. Jeder Teil des Schauspielquartetts spiegelt einen anderen Aspekt des verdorbenen Versprechens des amerikanischen Westens wider. Campions Drama hat bereits den Golden Globe in der Satteltasche, gilt als Favorit und hat in der Oscar-Nacht die Chance, zwölf Goldbuben zu gewinnen. Es wäre der erste Gewinn in dieser Sparte für Netflix; doch schon jetzt ist die neuseeländische Filmemacherin – im Jahr 1994 für <em>The Piano</em> nominiert – die erste Frau in der Geschichte, die zum zweiten Mal für einen Regie-Oscar in Rede steht.</p>
<p>(Auf Netflix)</p>
<p><em> <iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/LRDPo0CHrko" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/LRDPo0CHrko" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="2">
<li><strong> Belfast</strong></li>
</ol>
<p>Während Hollywood nunmehr bereit zu sein scheint, Netflix als einen würdigen Gewinner in der Königskategorie in seine Reihen aufzunehmen, gibt es einen anderen Film, dessen Wohlfühlfaktor man nicht unterschätzen sollte. Der in Belfast geborene Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh nähert sich in seinem schwarz-weißen Drama <em>Belfast</em> seiner eigenen Kindheit <a href="https://www.nytimes.com/2021/11/11/movies/belfast-review.html" target="_blank" rel="noopener">aus einer rosaroten Linse</a> mit einigen der beruhigendsten Melodien der Belfaster Legende Van Morrison. Als monochrome Memoiren hat der sechsfach nominierte Film viele Vergleiche mit Alfonso Cuaróns <em>Roma</em> nach sich gezogen, doch zwischen den Seelen dieser Filme liegen Welten. Für einige Leute ist die Rührseligkeit, die sich durch <em>Belfast</em> zieht, vielleicht zu viel, aber es feiert den lebensbejahenden menschlichen Geist, den die Academy so liebt.</p>
<p>(Im Kino)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/Ja3PPOnJQ2k" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/Ja3PPOnJQ2k" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="3">
<li><strong> CODA </strong></li>
</ol>
<p>Apropos Wohlfühlen. Dieser Indie-Film der amerikanischen Regisseurin Siân Heder ist unverschämt klebrig. Es ist der Stoff, aus dem Oscar-Träume gemacht sind. Der Titel des Films <em>CODA</em> ist ein Akronym für „Children of Deaf Adults“, also Kinder gehörloser Erwachsener. Hier bezieht er sich auf eine Jugendliche, gespielt von Emilia Jones, die als einzige in ihrer Familie hören kann und ausgerechnet Sängerin werden will. Ihr Vater wird von Troy Kotsur gespielt, der in der Sparte Bester Nebendarsteller nominiert ist (und hoffentlich gewinnt). <em>CODA</em> hat die beiden wichtigsten Oscar-Gebote verpasst, die ein Film normalerweise benötigt, um den Produktions-Hauptpreis zu gewinnen: Nominierungen für Beste Regie und/oder Bester Schnitt. Aber das <a href="https://variety.com/2021/film/reviews/coda-review-emilia-jones-troy-kotsur-marlee-matlin-1234894424/" target="_blank" rel="noopener">Herz erwärmende Drama</a>, insgesamt für drei Oscars nominiert, schrieb Geschichte bei den Screen Actors Guild Awards als erste Besetzung von hauptsächlich gehörlosen Schauspielern, die den Preis mit nach Hause nahmen. Es könnte gewinnen.</p>
<p>(Flat auf Apple TV+)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/0pmfrE1YL4I" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/0pmfrE1YL4I" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="4">
<li><strong> West Side Story</strong></li>
</ol>
<p>Viele hatten ihre Zweifel, als sie hörten, dass Steven Spielberg bei einer neuen Version von <em>West Side Story</em> Regie führen würde. Das Original aus dem Jahr 1961, unter der Regie von Robert Wise und Jerome Robbins, adaptiert aus dem Broadway-Musical von 1957, gilt als perfekt. Die New Yorker Romeo-und-Julia-Geschichte war nicht nur ein Kassenerfolg, sondern gewann auch zehn Oscars. Das Remake kann das mit „nur“ sieben Nominierungen nicht toppen. Außerdem gewinnen Musicals selten den Hauptpreis &#8211; zuletzt <em>Chicago</em> im Jahr 2003. Aber egal, ob er gewinnt oder nicht: Spielberg hat mit seinem Musical-Debüt <a href="https://www.theguardian.com/film/2021/dec/02/west-side-story-review-steven-spielberg" target="_blank" rel="noopener">eines der lebendigsten Werke</a> des jüngeren Hollywood-Kinos geschaffen.</p>
<p>(Auf Disney+)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/A5GJLwWiYSg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/A5GJLwWiYSg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="5">
<li><strong> King Richard</strong></li>
</ol>
<p>Reinaldo Marcus Greens Sportsaga <em>King Richard</em> ist ein Film mit einer unbeschreiblichen Geschichte: „Es ist, als würde man jemanden bitten zu glauben, dass die nächsten zwei Mozarts unter deinem Dach leben“, sagt ein ungläubiger Trainer im Film. Richard, der eifrige Vater von Venus und Serena Williams, hatte die Tenniskarriere seiner Töchter beschlossen, noch bevor sie überhaupt geboren waren. An Stellen fühlt sich der Film wie die <a href="https://abcnews.go.com/GMA/Culture/king-richard-review-smith-performance-life/story?id=81191600" target="_blank" rel="noopener">unbedingte Will-Smith-Oscar-Fabrik</a> an. Der Schauspieler war zwei Mal nah dran mit <em>Ali</em> und <em>The Pursuit of Happiness</em>. Obwohl es einige Kontroversen darüber gab, einen Mann in den Mittelpunkt der Erfolgsgeschichte zweier Frauen zu rücken, hat Smith gute Chancen, nun den Oscar als Bester Darsteller mit nach Hause zu nehmen. Der Hauptpreis für den fünffach nominierten Film scheint dagegen außer Reichweite.</p>
<p>(Im Kino)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/BKP_0z52ZAw" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/BKP_0z52ZAw" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="6">
<li><strong> Dune</strong></li>
</ol>
<p>Vielleicht nicht der beste Film, den man auf dieser Liste findet, geschweige denn der beste Film von Denis Villeneuve, aber mit Abstand der einzige, der als Blockbuster-Kinohit gezählt werden kann. Es wäre vermessen zu sagen, dass der kanadische Regisseur versucht, mit seinen Science-Fiction-Filmen Preise zu gewinnen, aber seine kunstvollen Spektakel haben eine bessere Chance als die meisten anderen. <em>Dune</em> erhielt nach <em>The Power of the Dog</em> die meisten Nominierungen, nämlich zehn. Erstaunlicherweise wurde Villeneuve jedoch in der Kategorie „Beste Regie“ übergangen (übrigens genauso wie Maggie Gyllenhaal mit <em>The Lost Daughter</em>). <em>Dune</em> ist schillernd, frustrierend und <a href="https://www.vox.com/22629441/dune-review-villeneuve-lynch-jodorowsky-herbert" target="_blank" rel="noopener">eine beeindruckende filmische Leistung</a>. Einige Regisseure sind vor Villeneuve an der Verfilmung des Romans von Frank Herbert gescheitert.</p>
<p>(Flat auf Sky, u.a.)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/8g18jFHCLXk" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/8g18jFHCLXk" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="7">
<li><strong> Drive My Car</strong></li>
</ol>
<p>Der japanische Regisseur Ryûsuke Hamaguchi hat eine Kurzgeschichte von Haruki Murakami aus dem Jahr 2014 adaptiert und erweitert, aber nichts daran wirkt aufgesetzt oder in die Länge gezogen. In fünf Minuten von <em>Drive My Car</em> passiert mehr als in manchen Filmen insgesamt. Es ist ein Drama über Liebe und Verlust und die Art und Weise, wie Kunst einige der Enttäuschungen des Lebens heilen kann – und einige auch nicht. Die kritische Wertschätzung für den Film ist – <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/stueck-fuer-stueck/">aus filmfilter-Sicht zurecht</a> – euphorisch. Die vier Kategorien, in denen <em>Drive My Car</em> nominiert ist, sind übrigens die gleichen, die Bong Joon-hos <em>Parasite</em> vor zwei Jahren gewonnen hat: Film, Regie, adaptiertes Drehbuch und Internationaler Film. Wenn er gewinnt, wäre er der zweite internationale Film, der nach <em>Parasite</em> den Oscar in der Haupt-Kategorie holt.</p>
<p>(Vereinzelt noch im Kino)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/6BPKPb_RTwI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/6BPKPb_RTwI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="8">
<li><strong> Licorice Pizza</strong></li>
</ol>
<p>Paul Thomas Andersons Oscar-Contender spielt Anfang der 1970er Jahre im Geburtsort des Filmemachers, im kalifornischen San Fernando Valley – es ist ein sonnenverwöhnter Film, der das treibende Gefühl des Verliebens wirklich schön einfängt. Anderson und sein Ko-Kameramann Michael Bauman haben den dreifach nominierten Film auf 35 mm gedreht, was heute in Hollywood selten ist; mit Objektiven, die einst von der Legende Gordon Willis verwendet wurden, der die <em>Godfather</em>-Trilogie und einige von Woody Allens besten Werken gedreht hat. Aus filmfilter-Sicht ist <em>Licorice Pizza</em> <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/kindergeburtstag/">ein Traum von einem Film</a>. Eines von mehreren Highlights: Bradley Cooper als perverser Produzent, Promi-Friseur, Barbra Streisand-Freund und Wasserbett-Käufer Jon Peters.</p>
<p>(Im Kino)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/ofnXPwUPENo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/ofnXPwUPENo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="9">
<li><strong> Don’t Look Up</strong></li>
</ol>
<p>Der vierfach nominierte Film von Oscar-Gewinner Adam McKay (<em>The Big Short</em>) ist vielleicht der lustigste des vergangenen Jahres. Aber zugleich der deprimierendste. <em>Don</em><em>’t Look Up</em> ist eine bissige Satire, in deren Fadenkreuz eindeutig Politiker und jene Teile der Gesellschaft da draußen stehen, denen die Klimakrise gleichgültig ist. Das Ergebnis ist eine <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/ueberdrehmomente/">dissonante Komödie</a>, die die Mischung aus Erschöpfung und Wut, die wir in den vergangenen Jahren mit uns herumgeschleppt haben, sehr gut einfängt. Man sollte für die Credits auf dem Sofa sitzen bleiben. Nicht, dass die Gewinnchancen von <em>Don</em><em>’t Look Up</em> besonders hoch wären, aber in seiner Entlarvung der Welt, in der wir leben, polarisiert er stärker als die anderen auf dieser Liste.</p>
<p>(Auf Netflix)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/b8ioeP0hHiQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/b8ioeP0hHiQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="10">
<li><strong> Nightmare Alley</strong></li>
</ol>
<p>Der jüngste von Guillermo del Toros Filmen ist vielleicht der erste, in dem das Übernatürliche völlig fehlt. Hier sind Magie und Geister das Produkt menschlicher Tricks (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/zauber-und-zinnober/">entspringen mithin der menschlichen Natur</a>). Aber es ist schwer, sich eine Noir-Geschichte vorzustellen, die besser zu del Toro passen würde, diesem Märchenerzähler, der Männer mehr fürchtet als Monster. <em>Nightmare Alley</em> verbindet Horror, amerikanische Desillusionierung und die beseelte Dunkelheit, die Bradley Cooper in seinen kristallblauen Augen zu wecken vermag. Der große Preis ist wohl nicht drin (der mexikanische Regisseur durfte 2018 gleich zwei Oscars für <em>The Shape of Water</em> mitnehmen), aber er ist in vier Kategorien nominiert. <em>Nightmare Alley</em> ist der Underdog in diesem Jahr – aber was für einer.</p>
<p>(Im Kino und auf Disney+)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/Q81Yf46Oj3s" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/Q81Yf46Oj3s" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/features/die-oscar-filme-im-check/">Die Oscar-Filme im Check</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">6872</post-id>	</item>
		<item>
		<title>And the Oscar should go to</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/</link>
					<comments>https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2021 13:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Features]]></category>
		<category><![CDATA[a most violent year]]></category>
		<category><![CDATA[alex garland]]></category>
		<category><![CDATA[and the oscar goes to]]></category>
		<category><![CDATA[and the oscar should go to]]></category>
		<category><![CDATA[anti-dylan]]></category>
		<category><![CDATA[bohemien]]></category>
		<category><![CDATA[coens]]></category>
		<category><![CDATA[david simon]]></category>
		<category><![CDATA[denis villeneuve]]></category>
		<category><![CDATA[dune]]></category>
		<category><![CDATA[ethan coen]]></category>
		<category><![CDATA[feature]]></category>
		<category><![CDATA[features]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[filmfilter]]></category>
		<category><![CDATA[filmfiltern]]></category>
		<category><![CDATA[filmografie]]></category>
		<category><![CDATA[hagai levi]]></category>
		<category><![CDATA[hossein amini]]></category>
		<category><![CDATA[inside llewyn davis]]></category>
		<category><![CDATA[j.c. chandor]]></category>
		<category><![CDATA[jessica chastain]]></category>
		<category><![CDATA[joel coen]]></category>
		<category><![CDATA[juilliard school]]></category>
		<category><![CDATA[nick wasicsko]]></category>
		<category><![CDATA[odyssee]]></category>
		<category><![CDATA[oscar isaac]]></category>
		<category><![CDATA[paul haggis]]></category>
		<category><![CDATA[paul schrader]]></category>
		<category><![CDATA[paul-julien robert]]></category>
		<category><![CDATA[portrait]]></category>
		<category><![CDATA[porträt]]></category>
		<category><![CDATA[roman scheiber]]></category>
		<category><![CDATA[scenes from a marriage]]></category>
		<category><![CDATA[schauspieler]]></category>
		<category><![CDATA[show me a hero]]></category>
		<category><![CDATA[songwriter]]></category>
		<category><![CDATA[star wars the force awakens]]></category>
		<category><![CDATA[szenen einer ehe]]></category>
		<category><![CDATA[the blinking underdogs]]></category>
		<category><![CDATA[the card counter]]></category>
		<category><![CDATA[the closet heterosexuals]]></category>
		<category><![CDATA[the guardian]]></category>
		<category><![CDATA[the worms]]></category>
		<category><![CDATA[triple frontier]]></category>
		<category><![CDATA[two faces of january]]></category>
		<category><![CDATA[versiert]]></category>
		<category><![CDATA[verwandlungskünstler]]></category>
		<category><![CDATA[vielseitig]]></category>
		<category><![CDATA[x-men apocalypse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://filmfilter.at/?p=4820</guid>

					<description><![CDATA[<p>Oscar Isaac ist einer der versiertesten Schauspieler seiner Generation. Das war bereits 2016 so, als die Urfassung dieses Porträts erschienen ist. Seine jüngsten Auftritte hat er in der „Dune“-Adaption von Denis Villeneuve und – beeindruckend – als Berufsspieler in Paul Schraders „The Card Counter“ sowie in Hagai Levis Miniserien-Remake von Bergmans „Szenen einer Ehe“. Eigentlich ein Jammer, dass Millionen junger oder ziemlich jung gebliebener Star Wars&#8211; bzw. X-Men-Neigungsgruppen Oscar Isaac womöglich nur als Kampfpilot Poe Dameron bzw. als personifizierte Apokalypse [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/">And the Oscar should go to</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Oscar Isaac ist einer der versiertesten Schauspieler seiner Generation. Das war bereits 2016 so, als die Urfassung dieses Porträts erschienen ist. Seine jüngsten Auftritte hat er in der „Dune“-Adaption von Denis Villeneuve und – beeindruckend – als Berufsspieler in Paul Schraders „The Card Counter“ sowie in Hagai Levis Miniserien-Remake von Bergmans „Szenen einer Ehe“.</em></p>
<p>Eigentlich ein Jammer, dass Millionen junger oder ziemlich jung gebliebener <em>Star Wars</em>&#8211; bzw. <em>X-Men</em>-Neigungsgruppen Oscar Isaac womöglich nur als Kampfpilot Poe Dameron bzw. als personifizierte Apokalypse kennen. Mit ein paar schlichten Dialogen, ein paar Minuten Folter durch die sogenannte „Erste Ordnung“ und ein paar Minuten Flucht vor derselben an der Seite eines leicht dümmlichen Widerstandskämpfers in spe verschießt er das meiste Pulver seines Auftritts in <em>Star Wars:</em> <em>The Force Awakens</em> (2015). Comic-Superhelden-Süchtige wiederum sehen in Isaac einen altägyptischen Mutantengott, der als titelgebender Antiheld in <em>X-Men: Apocalypse</em> (2016) exhumiert wird und mit seiner im Affenzahntempo erwachten Macht sogleich Gefolgsleute rekrutiert und die Menschheit aufzumischen trachtet.</p>
<p>Ein Jammer ist das, weil, wer Isaac bloß in solchen Rollen gesehen hat, nicht im Geringsten erahnen kann, welche schauspielerische Potenz in diesem Mann steckt. Einem anspruchsvolleren Filmpublikum ist er spätestens als Titelfigur der wunderbar wahrhaftigen Tragikomödie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=VuQ8pz-5WLY" target="_blank" rel="noopener"><em>Inside Llewyn Davis</em></a> (2013) bekannt. Darin spielt er einen Folk-Sänger und -Gitarristen, dessen Pech es erstens ist, seinen kongenialen Partner verloren zu haben, zweitens als Solo-Melancholiker in Greenwich Village, New York, mehr schlecht als recht durchzukommen, und drittens zu Beginn der Sixties in einer Phase des Umbruchs in der US-Musikindustrie aktiv zu sein, als vermehrt auf die heiteren „Boybands“ dieser Tage gesetzt wird, die Pop-Revolution aber noch bevorsteht.</p>
<p>In der Einstiegsszene bezieht Llewyn beim Verlassen eines Lokals Prügel. Später stellt sich das als Vorblende heraus, sie stimmt die dissonante Tonlage an, die Llewyn den ganzen Film über umschwingen wird. In Oscar Isaacs Spiel spiegelt sich das: Im Grunde ein lockerer Bohemien, verteidigt Llewyn seine kompromisslose künstlerische Haltung als Singer-Songwriter mit einer gehörigen Portion Sturheit. Wenn der Druck vonseiten der pragmatischen, Verantwortung einfordernden Sphäre seiner Umwelt wächst, frustriert ihn das zusehends, doch anmerken lassen will er es sich nicht. Wie Sisyphos rollt er den Stein bergauf, ohne sich dessen überhaupt voll bewusst zu sein (und naturgemäß ohne oben anzukommen). Ein Mann auf einer Odyssee zu sich selbst: Was er wirklich fühlt, sieht man nur, wenn er seine Musik macht.</p>
<figure id="attachment_4819" aria-describedby="caption-attachment-4819" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4819" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_-300x162.jpg" alt="Oscar Isaac in Inside Llewyn Davis" width="500" height="270" /><figcaption id="caption-attachment-4819" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4819" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" alt="Oscar Isaac in Inside Llewyn Davis" width="500" height="270" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=300%2C162&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=1024%2C552&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=770%2C415&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=500%2C270&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=293%2C158&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?resize=390%2C210&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/inside-llewyn-davis2013_.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Inside Llewyn Davis, 2013, Joel Coen, Ethan Coen</figcaption></figure>
<p>Dass Joel und Ethan Coen für die Hauptrolle ihres lose an den Folk-Musiker Dave Van Ronk angelehnten „Anti-Dylan“ Oscar Isaac gewählt haben, ist ein Glücksfall in mehrerlei Hinsicht. Seine Filmografie war zu diesem Zeitpunkt qualitativ noch eher dünn, aber als Isaac, der schon als Teenager ein Poster des Coen-Gangsterstücks <em>Miller‘s Crossing</em> an der Wand hatte, von der Rolle erfuhr, wusste er: „This is me, man!“. So zumindest erzählte er es dem „Rolling Stone“ in einem selten persönlichen Interview. Beim Casting war ihm seine Vergangenheit als Mitglied überschaubar berühmter Bands wie „The Blinking Underdogs“, „The Worms“ oder „The Closet Heterosexuals“ zugute gekommen, seine Liebe zur Rockmusik, vor allem aber eine zufällige Begegnung mit einem Statisten, der sich als alter Kumpel von Dave Van Ronk entpuppte und ihm entscheidend bei der Vorbereitung geholfen hatte.</p>
<p>Mit seiner hinreißenden Performance – ohne kaum je zu lächeln, verleiht er seiner Figur eine im Kern sympathische Ausstrahlung – überzeugte Isaac die Kritik und wesentliche Proponenten der Kreativbranche. So versetzte er sich ausgerechnet als „Loser“ Llewyn Davis in die Lage, in Produktionen außergewöhnlicher Filmemacher mitzuwirken, dabei mit nicht minder eindrücklichen Leistungen zu überzeugen und so in die Liga der gefragtesten Schauspieler des angloamerikanischen Sprachraums aufzusteigen. Mit Leistungen nämlich in J.C Chandors <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o87gG7ZlEAg" target="_blank" rel="noopener"><em>A Most Violent Year</em></a>, in Alex Garlands Regiedebüt <em>Ex Machina</em> und in David Simons und Paul Haggis‘ HBO-Miniserie <em>Show Me a Hero</em>. Davon weiter unten.</p>
<p><strong>Zäher Beginn</strong></p>
<p>Oscar Isaac Hernández Estrada wurde am 9. März 1979 in Guatemala geboren und wuchs in Florida auf. Sein aus Kuba stammender Vater lebte als Hippie in Washington, D.C., bevor er in Guatemala Medizin studierte; die Mutter eine in Miami aufgewachsene Guatemaltekin, der Großvater mütterlicherseits französischer Herkunft. Früh zeigte Isaac künstlerische Interessen, machte Musik, Filme und Theaterstücke mit Freunden, konnte sich aber lange nicht zwischen Musik und Schauspiel entscheiden – auch nicht, als er bereits an der renommierten Juilliard School in New York City (deren Absolventenliste z.B. William Hurt, Robin Williams, Val Kilmer, Viola Davis, Laura Linney, Kevin Spacey oder Jessica Chastain umfasst) eingeschrieben war. „Sogar als ich auf der Juilliard war, hatte ich eine Band nebenbei, aber an einem gewissen Punkt war mir klar, dass ich eine Entscheidung treffen musste“, so Isaac in besagtem Interview, „also dachte ich, okay, ich werde mich mal ein bisschen aufs Schauspielen konzentrieren“.</p>
<p>Die erste größere Filmrolle nach seinem Abschluss hatte Isaac als Joseph in Catherine Hardwickes mediokrer Bibelverfilmung <em>The Nativity Story</em> (2006). Nebenrollen brachten ihn mit Steven Soderbergh (<em>Che: Part One</em>, 2008) und Ridley Scott (<em>Body of Lies</em>, 2008, <em>Robin Hood</em>, 2010) in Kontakt, später mit Zack Snyder (<em>Sucker Punch</em>, 2011) oder Nicolas Winding Refn (<em>Drive</em>, 2011, wo er bereits ziemlich einprägsam den delinquenten Ehemann von Carey Mulligan gibt). Eine unglückliche Hand hatte Isaac mit zwei Hauptrollen im Jahr 2009: Glatt wie damals selten rasiert verkörperte er den Orestes in dem Römerschinken <em>Agora</em> (Alejandro Amenábar), der ebenso unauffällig blieb wie die australische Produktion <em>Balibo</em> (Robert Connolly). Der Titel seiner mit Viola Davis, Maggie Gyllenhaal und Holly Hunter plakatierten Kollaboration <em>Won’t Back Down</em> (2012) war fast schon programmatisch zu verstehen, denn der Durchbruch ließ bis zur Begegnung mit den Coen-Brüdern auf sich warten.</p>
<figure id="attachment_4814" aria-describedby="caption-attachment-4814" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4814" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac-300x200.jpg" alt="Oscar Isaac in Ex Machina" width="500" height="333" /><figcaption id="caption-attachment-4814" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4814" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" alt="Oscar Isaac in Ex Machina" width="500" height="333" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=1536%2C1022&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=1400%2C932&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?resize=1320%2C879&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/ex-machina-isaac.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Ex Machina, 2014, Alex Garland</figcaption></figure>
<p>Ein gutes Beispiel, welche Versiertheit Oscar Isaac sich im Lauf seiner Karriere erarbeitet hat, ist der Vergleich seiner Darbietungen in zwei sehr unterschiedlichen Dreiecksfilmen. In der Patricia-Highsmith-Adaption <em>The Two Faces of January</em> (2014) trifft er einen eleganten Hochstapler in Nöten (Viggo Mortensen) und dessen junge Gattin (Kirsten Dunst) im Athen des Jahres 1962. Das klassisch angelegte Regiedebüt von Hossein Amini, des Drehbuchautors von <em>Drive</em>, ist ein lichtdurchfluteter, zähflüssiger, leicht hitchcockesker Noir-Thriller; Isaacs amerikanischen Fremdenführer und Kleinbetrüger Rydal umgibt eine kryptische Aura der Unverbindlichkeit, lange bleibt diffus, ob ihn der väterliche Mortensen-Charakter oder doch die Frau mehr interessiert.</p>
<p>Anders herum in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gyKqHOgMi4g" target="_blank" rel="noopener"><em>Ex Machina</em></a> (2015): In Alex Garlands herausragendem Science-Fiction-Kammerspiel nimmt Isaac die Position im Gockelkampf als ältere, egozentrische Mentorfigur ein. Sein Computer-Guru Nathan lebt entlegen in einem schicken Live/Work Hi-Tech-Space, der Züge eines Hochsicherheitstraktes trägt. Die Femme fatale ist in diesem Fall Nathans eigene Schöpfung, nämlich eine anmutige Künstliche Intelligenz (Alicia Vikander) mit dem Namen Ava („das lang ersehnte Kind“). Sie soll ultimativ getestet, auf ihre Menschlichkeit abgetastet werden von einem Nachwuchs-Nerd (Domhnall Gleeson – in <em>The Force Awakens</em> übrigens ähnlich unterfordert wie Isaac), und tatsächlich: Er scheint sich in sie zu verlieben. Der männliche Konflikt um das technisch/weibliche Mischwesen ist gewissermaßen programmiert; wie Isaac dabei die Emotionsdefekte seines selbstgerechten Nathan unter der auf lässig getrimmten Oberfläche pulsieren und pochen lässt, hat etwas von Genialität.</p>
<figure id="attachment_4816" aria-describedby="caption-attachment-4816" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4816" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO-300x200.jpg" alt="Isaac, Chastain in Scenes from a Marriage" width="500" height="333" /><figcaption id="caption-attachment-4816" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4816" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" alt="Isaac, Chastain in Scenes from a Marriage" width="500" height="333" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Scenes-from-a-Marriage-HBO.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Scenes from a Marriage, 2021, Hagai Levi</figcaption></figure>
<p>Derzeit ist Oscar Isaac zusammen mit seiner gleichso exzellenten Kollegin Jessica Chastain in einem HBO-Miniserien-Remake von Ingmar Bergmans <em>Szenen einer Ehe</em> (<em>Scener ur ett äktenskap, </em>1974) zu sehen. In <a href="https://filmfilter.at/sofa-surfer/szenen-zweier-ehen/"><em>Scenes from a Marriage</em></a> haben die beiden Passagen zu absolvieren, an deren Intimität und psychischer Intensität die meisten ihres Fachs wohl scheitern würden. Schmerzhafter als in dem von Paarbindungsexperte (<em>The Affair</em>) und Therapiespezialist (<em>BeTipul, In Treatment</em>) Hagai Levi geschaffenen Fünfteiler lässt sich eine Trennung kaum darstellen.</p>
<p>Die Paarung Chastain/Isaac konnte man freilich schon früher kennenlernen, nämlich in dem fabelhaften Film <em>A Most Violent Year</em> von J.C. Chandor (2014), wo die beiden ein wohlhabendes Ehepaar im New York des Jahres 1981 geben: Als kolumbianischer Einwanderer ist Abel Morales flott die soziale Leiter hochgeklettert, hat ein florierendes Geschäft im Heizölvertrieb aufgebaut, seine Frau Anna richtet das neue Luxushaus ein, erzieht die drei Töchter und unterstützt Abel in der Gebarung des Unternehmens. Miteinander geht es den beiden gut, indes graue Wolken den Profit-Himmel verdunkeln. Schmutzige Praktiken der Konkurrenz und andere Schlamassel heizen sich, katalysiert von Abels eigenwilligem Moralbegriff, in seinem Kopf zu einem unterdrückten Fieber auf – ähnlich jenem, von dem schon die besten beharrlichen Figuren in Sydney-Lumet-Filmen befallen waren.</p>
<figure id="attachment_4812" aria-describedby="caption-attachment-4812" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4812" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-300x200.jpg" alt="Chastain, Isaac in A Most Violent Year" width="500" height="333" /><figcaption id="caption-attachment-4812" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4812" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" alt="Chastain, Isaac in A Most Violent Year" width="500" height="333" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=1400%2C933&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?resize=1320%2C880&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/a-most-violent-year-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> A Most Violent Year, 2014, J. C. Chandor</figcaption></figure>
<p>Wäre <em>A Most Violent Year</em> im titelgebenden Jahr gedreht worden, Al Pacino hätte sich für die Rolle nicht lang bitten lassen. Wie jener versteht Oscar Isaac es herausragend, Menschen unter stetig wachsender Belastung zu porträtieren, das wird er wenig später auch in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PwqHZH1Uqvo" target="_blank" rel="noopener"><em>Show Me a Hero</em></a> (2015) beweisen. In einer lange nachhallenden Szene in Chandors Film spielt er Abel im Zuge einer Auseinandersetzung mit Anna geradezu wie einen menschlichen Druckkochtopf, dem gerade noch rechtzeitig ein Ventil aufgeht, bevor er zerbirst. Der Titel des Films lässt vielleicht in eine brutalere Richtung denken als die hier eingeschlagene, aber die Gewalt ist zuerst psychischer Natur.</p>
<p><strong>Zeig mir einen Helden &#8230;</strong></p>
<p>Als der polnischstämmige Stadtrat Nick Wasicsko im Alter von 28 Jahren überraschend zum jüngsten Bürgermeister seiner knapp 200.000 Einwohner zählenden Stadt Yonkers gewählt wird, hat er keine Ahnung, zu welchem Tollhaus sein Amtssitz während der nächsten Verwaltungsperiode mutieren wird. Denn ein Bundesrichter verfügt nach jahrelangem Streit mit der Stadt unter Androhung saftigster Strafzahlungen, endlich Sozialwohnungen für mehrheitlich schwarze Mieter in den weißen Vierteln von Yonkers zu errichten. Der lautstarke und regelrecht rabiate Widerstand der meisten weißen Wähler:innen, aufgeschreckt von Berichten aus der nahe gelegenen New Yorker Bronx und vom drohenden Wertverfall ihrer Häuser, vergiftet die Atmosphäre, lähmt das Rathaus und findet in Wasicsko – der das Urteil zur Aufhebung der Rassentrennung umsetzen und so den Bankrott der Stadt verhindern will – den Sündenbock.</p>
<p>Die Geschichte trug sich im Amerika der Jahre 1987 folgende zu, indes ihre fiktionalisierte Bearbeitung angesichts von Fremdenangst und gegenwärtigen Integrationskrisen kommentarhafter kaum wirken könnte. Basierend auf einem 1999 veröffentlichten Buch von Lisa Belkin konzipierte David Simon, dem wir u.a. mit <em>The Wire</em> und <em>Treme</em> welche der grandiosesten sozialbewussten Serien der Fernsehgeschichte verdanken, den Stoff für die HBO-Miniserie <em>Show Me a Hero</em>. Als Oscar-Preisträger Paul Haggis (<em>L.A. Crash</em>) von dem Projekt erfuhr, sagte er die Regie für die sechs Episoden der Serie zu, noch bevor er Simons Drehbuch gelesen hatte. Dann galt es noch jenen Mann zu finden, der Wasicsko treffend verkörpern könnte. Dem Online-Magazin „IndieWire“ berichtete Haggis, dass er Oscar Isaac zwar in <em>Inside Llewyn Davis</em> bewundert hatte, aber seine Rolle in <em>A Most Violent Year</em> nicht hatte sehen können. Also fragte er die mit Isaac befreundete Jessica Chastain, „how much of a pain in the ass“ er sei. Sie schwor, er sei keiner.</p>
<p><strong>&#8230; und ich schreib dir eine Tragödie</strong></p>
<p>Wie von David Simon gewohnt, widmet <em>Show Me a Hero</em> Politikern, Beamten, Aktivisten, weißen und schwarzen Bürgern, Frauen und Männern gleichen Raum und misst ihnen – gewissermaßen demokratisch – gleichen Wert zu in seiner eng an den historischen Ereignissen entlang gezogenen Geschichte. Wie Kommunalpolitik im Besonderen und die US-amerikanische Politik im Allgemeinen funktioniert, macht Simons Serie ganz nebenbei sichtbar. Sie funktioniert auch als Zeitstück, unterlegt mit weniger bekannten, schönen Songs von Bruce Springsteen, sie bringt ein Wiedersehen mit Catherine Keener, Alfred Molina, Jim Belushi oder Winona Ryder in interessanten Rollen (neben einem formidablen afroamerikanischen Cast), essenziell aber geht es um einen mutigen Mann und sein persönliches Scheitern in einer wichtigen Sache.</p>
<figure id="attachment_4817" aria-describedby="caption-attachment-4817" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4817" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero-300x169.jpg" alt="" width="500" height="281" /><figcaption id="caption-attachment-4817" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4817" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="281" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/Show-Me-A-Hero.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Show Me a Hero, 2015, Paul Haggis</figcaption></figure>
<p>„Most of all, though, this is Oscar Isaac’s show“, schrieb der britische „Guardian“ in seiner Online-Ausgabe. „He brings great subtlety and restraint to the part of Wasicsko, carefully stripping back the layers of easy charm and false bravado to show you what happens to a man when he sells his soul to the political machine.“</p>
<p>Es ist eine im Grunde traurige Geschichte, in der Isaac einen zu früh an die Macht gespülten Menschen verkörpert, der sich eine Niederlage nicht eingestehen kann und letztlich am eigenen Ehrgeiz zerbricht. Und doch kann Isaac in <em>Show Me a Hero</em> auch seine humorige Seite zeigen, zum Beispiel in einer komprimiert montierten Episodeneröffnung: Im völlig verfahrenen Streit um die gemischten Sozialbauprojekte fragt er im ganzen Staat New York bei Mitgliedern seiner demokratischen Partei um Unterstützung, hängt dabei aber vorwiegend in Telefonschleifen oder muss seinen Namen buchstabieren. Bei allem Beharrungsvermögen stückweise die Geduld verlieren und zugleich erste Zeichen von Resignation spürbar machen, das exerziert Isaac in dieser erinnerungswürdigen Sequenz gekonnt durch.</p>
<p><strong>Vielschichtiger Verwandlungskünstler</strong></p>
<p>Den Freak in sich lässt Isaac zwischendurch mit kleinen Abstechern in die Probierwerkstätten der Filmwelt raus, so zum Beispiel in dem Einpersonen-Kurzfilm <em>Lightningface</em> seines Kumpels Brian Petsos, mit dem er den Sinn für schwarzen Humor teilt. Seine Pensionskassa fettet er als Poe Dameron in <em>Star Wars</em> oder auch in ambitionierteren Großproduktionen wie Denis Villeneuves <em>Dune</em>-Bearbeitung auf (hier spult er seinen Part als herzöglicher Beschützer des bedrohten Wüstenplaneten eher routiniert ab, man kann ihm in dieser Rolle aber auch Shakespeare-Königsdramenreife bescheinigen wie die „FAZ“ es getan hat). Einen großen Teil seiner Zeit reserviert Oscar Isaac nunmehr für künstlerisch relevante Projekte, sei es der Netflix-Thriller <em>Triple Frontier</em> – wiederum inszeniert von J.C. Chandor – oder ein einprägsamer Auftritt in Paul Schraders <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7RvVT1cDiNc" target="_blank" rel="noopener"><em>The Card Counter</em></a>, in dem er einen Berufskartenspieler mit dunkler Vergangenheit spielt (Stichwort menschlicher Druckkochtopf, <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/des-teufels-gebetbuch/">hier unsere Kritik</a>).</p>
<figure id="attachment_4813" aria-describedby="caption-attachment-4813" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-4813" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03-300x169.jpg" alt="" width="500" height="281" /><figcaption id="caption-attachment-4813" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-4813" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="281" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/11/cardcounter03.jpg?w=1272&amp;ssl=1 1272w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> The Card Counter, 2021, Paul Schrader</figcaption></figure>
<p>Isaac ist zweifellos einer der faszinierendsten und vielschichtigsten Schauspieler seiner Generation. Einen Golden Globe für <em>Show Me a Hero</em> hat er schon, und es ist keine allzu kühne Vermutung, dass bald einmal ein Hauptrollen-Emmy dazukommen wird. Oder dass es im Dolby Theatre am Hollywood Boulevard dermaleinst heißen wird: „And the Oscar goes to &#8230; Oscar Isaac“.</p>
<p><em>(Dies ist die aktualisierte Fassung eines 2016 in „ray“ veröffentlichten Textes.)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Inside Llewyin Davis</em></strong> ist auf Disc bei Arthaus/Studiocanal, Stream flat auf Arthaus+ bzw. kostenpflichtig auf diversen Plattformen erhältlich.</p>
<p><strong><em>A Most Violent Year</em></strong> gibt es auf Disc bei Universum Film oder als kostenpflichtigen Stream auf diversen Plattformen.</p>
<p><strong><em>Ex Machina</em></strong> ist auf Netflix bzw. kostenlos für Prime-Mitglieder zu sehen bzw. auf Disc bei Universal erschienen.</p>
<p><strong><em>Show Me a Hero</em></strong> gibt es ohne Zusatzkosten bei Sky oder auf Disc bei Warner Home Video.</p>
<p><strong><em>Scenes from a Marriage</em></strong> ist im Angebot von Sky enthalten bzw. bei Amazon zu kaufen. (<strong><em>Szenen einer Ehe</em></strong> ist auf Disc bei Arthaus/Studiocanal, Stream flat auf Arthaus+ bzw. kostenpflichtig auf diversen Plattformen erhältlich.)</p>
<p><strong><em>Triple Frontier</em></strong> ist exklusiv auf Netflix, <strong><em>Dune</em></strong> und <strong><em>The Card Counter </em></strong>derzeit kostenpflichtig auf diversen Plattformen zu sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2></h2>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/">And the Oscar should go to</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">4820</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
