47 Meters Down (2017)

Würdevoller Hai-Horror auf Prime Video

Das Subgenre des Hai-Horrorfilms ist eines der schwierigsten Subgenres im eh schon schwierigen  Tierhorror-Subgenre. Es ist, als würde seit den vielen missratenen Jaws-Sequels ein Fluch auf dem Versuch lasten, eine ähnliche Intensität wie Steven Spielbergs genrebildender Film auf der Leinwand zu entfalten. Wenn man aber stoisch sucht, wird man doch immer wieder fündig. Open Water und The Shallows zum Beispiel sind sehr gut, dafür durchleidet man dann auch gerne eine wohlfeil-kalkulierte Zumutung wie Meg.

Die Idee von 47 Meters Down ist arg naheliegend, trotzdem ist bis zu diesem Film – so weit ich sehe zumindest – noch niemand drauf gekommen (der ebenfalls 2017 erschienene Open Water 3: Cage Dive spielt die meiste Zeit auf Meeresspiegelhöhe): Die Kette eines Haikäfigs reißt, zwei junge Frauen brettern 47 Meter in die Tiefe, dann kommen die Haie, und die Luft wird knapp. Johannes Roberts hat ein beklemmend gutes Gespür für die Inszenierung von Bildräumen und für das Meer, das hier endlos und eng zugleich wirkt. Jede inszenatorische Entscheidung ab dem zweiten Akt dient der Terrormaximierung. Selbst die Jumpscares kommen im richtigen Moment und sind so gesetzt, dass nichts Lustiges an ihnen ist.

47 Meters Down war ein kleiner Überraschungshit in den amerikanischen Kinos; inzwischen ist er auf Prime Video zu sehen. Ein Film, der dem Hai-Horror seine verloren geglaubte Würde zurückgibt. (Es gibt übrigens ein Sequel mit dem Untertitel Uncaged von 2019, wieder unter der Regie von Roberts.)

 

47 Meters Down
UK 2017, Regie Johannes Roberts
Mit Mandy Moore, Claire Holt, Matthew Modine
Laufzeit 89 Minuten