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		<title>Mom, I just won an Oscar!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 18:30:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Oscars 2023: vom Flüchtlingsboot nach Hollywood. Der Amerikanische Traum wurde für tot erklärt, doch sieht man sich die 95. Oscars an, ist er lebendiger denn je – zumindest in der Traumfabrik. Niemand wurde bei den diesjährigen Oscars gewatscht, und auch sonst gab es keine ungeplante Action. Nein, hier lief alles glatt. Der Teppich war nicht rot, sondern schön champagnerfarben, und das Bühnenbild war makellos in vergoldeten Glamour im Great-Gatsby-Stil eingetaucht. F. Scott Fitzgeralds reueloser Romantiker Jay Gatsby mag am American [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Oscars 2023: vom Flüchtlingsboot nach Hollywood. Der Amerikanische Traum wurde für tot erklärt, doch sieht man sich die 95. Oscars an, ist er lebendiger denn je – zumindest in der Traumfabrik. </em></p>
<p>Niemand wurde bei den diesjährigen Oscars gewatscht, und auch sonst gab es keine ungeplante Action. Nein, hier lief alles glatt. Der Teppich war nicht rot, sondern schön champagnerfarben, und das Bühnenbild war makellos in vergoldeten Glamour im <em>Great-Gatsby</em>-Stil eingetaucht. F. Scott Fitzgeralds reueloser Romantiker Jay Gatsby mag am American Dream gescheitert sein, aber Sonntagabend wurden in Hollywood wieder einmal Träume wahr und die Gewinner:innen wollten, dass wir das auch spüren.</p>
<p>Michelle Yeoh gewann einen verdienten Oscar als beste Hauptdarstellerin in <em>Everything Everywhere All at Once</em> und begann ihre Rede damit, dass sie „ein Leuchtfeuer der Hoffnung“ für alle Buben und Mädchen sei, die aussehen wie sie. „Das ist der Beweis, dass Träume wahr werden.“ Die 60-jährige Malaysierin, in Asien längst ein Mega-Star, spielt eine chinesische Waschsalonbesitzerin in Amerika, die zur Superheldin wird und am Ende sogar ihre Steuern zahlen will! Die sieben Oscars, die das Mid-Budget-Indie-Movie der „Daniels“ gestern Abend abräumte, waren eine wichtige Wertschätzung der asiatisch-amerikanischen Kultur und des Lebens von Einwanderern in Amerika.</p>
<p>„This is the American dream!“ (in der besten Art von Multiversum ist es das wahrscheinlich), rief der in Vietnam geborene Ke Huy Quan, nachdem er als bester Nebendarsteller im selben Film ausgezeichnet worden war. Als Bootsflüchtling sei er in Amerika angekommen, jetzt stehe er auf Hollywoods größter Bühne: „Mama, ich habe gerade den Oscar gewonnen!“ schrie er ins Mikrofon.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/zFRIu7ehZl0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/zFRIu7ehZl0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Bei ihrer Mutter bedankte sich auch seine Filmkollegin Jamie Lee Curtis unter Tränen und widmete ihren Award als beste Nebendarstellerin ihren verstorbenen Eltern Tony Curtis und Janet Leigh, die nie einen Oscar bekamen, für ihre Rollen in <em>The Defiant One</em> (1958) und <em>Psycho</em> (1960) aber wohl einen verdient hätten.</p>
<p>Brendan Fraser nahm den Preis als bester Hauptdarsteller für die Rolle eines sterbenden, übergewichtigen, homosexuellen Lehrers in Darren Aronofskys Drama <em>The Whale</em> entgegen. Der 54-jährige Schauspieler, der um die Jahrtausendwende mit dem Abenteuerfilm <em>The Mummy</em> zum Star wurde, verschwand in einem Karriereloch (Metoo avant la lettre), aber Hollywood hat schon oft bewiesen, wie sehr es auf ein gutes Comeback steht.</p>
<p>Diese großen Gewinner der Oscars 2023 standen größtenteils im Voraus fest. Der Sieg von <em>Everything Everywhere All at Once</em> für den besten Film war in Stein gemeißelt, bevor der Abend begann, es mangelte also ein wenig an Spannung. Für so einen erwartbaren Verlauf der Show wäre dann auch kein Krisenteam (das heuer für unerwartete Katastrophen wie Will Smiths Ohrfeige eingestellt wurde) nötig gewesen.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die Show begann damit, dass Moderator Jimmy Kimmel nach einer kurzen <em>Top-Gun</em>-Parodie buchstäblich mit dem Fallschirm auf der Bühne landete. Er hat die Oscar-Ohrfeige des vergangenen Jahres nicht gescheut, aber er hat sich auch nicht allzu lange damit aufgehalten. Wer auch immer diesmal Gewalt anwende, so der Moderator: „Sie erhalten den Oscar für den besten Schauspieler“.</p>
<p>Natürlich hat niemand Gewalttaten begangen an diesem Abend oder sonst etwas Außergewöhnliches getan. Die ABC-Muttergesellschaft Disney hat schamlos Werbung für ihre Live-Action-Version von <em>The Little Mermaid</em> gemacht, der Esel aus <em>The Banshees of Inisherin</em> (oder ein Esel, der den Esel spielt) erschien auf der Bühne, und David Byrne wedelte mit entzückenden Würstel-Fingern herum. Musikalischer Höhepunkt des Abends war aber zweifelsohne der Schnipsel aus „Top of the World“, gesungen vom Komponisten M.M. Keeravani, als „Naatu Naatu“, der Filmsong aus dem indischen Action-Epos <em>RRR</em> einen Oscar gewann. Für einen der emotionalsten Momente an diesem sonst recht realitätsfremden Abend sorgte Julija Nawalnaja, die Ehefrau des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, die den Preis für <em>Navalny </em>als besten Dokumentarfilm entgegen nahm.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/ZO8y0KXw6pg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/ZO8y0KXw6pg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Play it safe war also das Motto der Oscars 2023 und so fühlte sich der ganze Abend an: gut geölt und komplett programmiert. Das ist beim Live-Fernsehen aber ein Problem: Wenn nichts Unerwartetes passiert (außer vielleicht, dass Hugh Grant sein Gesicht als Hodensack bezeichnet), kann man nur mit den Achseln zucken.</p>
<p>Ob es gereicht hat, den <a href="https://www.statista.com/statistics/253743/academy-awards--number-of-viewers/" target="_blank" rel="noopener">freien Fall der Einschaltquoten</a> aufzuhalten, lässt sich noch nicht abschätzen. Da die Aufmerksamkeitskonkurrenz immer stärker wird und die Menschen zentrifugal von Oldschool-Kulturveranstaltungen wegzieht, kann die Existenzkrise der Oscars ohne weitere Runderneuerung nicht abgesagt werden. Weder Ohrfeigen noch die Träumer dieser Welt werden dafür sorgen.</p>
<p>Trotzdem kann man es schön finden, wie Mut, Risiko und Ausdauer belohnt werden können. „Wenn Filmhistoriker auf die 95. Oscar-Verleihung zurückblicken, könnten sie dies als den Beginn eines neuen New Hollywood markieren“,<a href="https://www.nytimes.com/live/2023/03/12/movies/oscars-academy-awards" target="_blank" rel="noopener"> schrieb Brooks Barnes</a> von der New York Times.</p>
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		<title>Die Waffen der Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2023 11:45:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Weltfrauentag, und der filmfilter feiert Frauen: Michelle Yeoh mit Würstel-Fingern, zwei Actioner von Kathryn Bigelow, eine Eighties-Ode an den weiblichen Ehrgeiz und mehr. Einmal im Jahr wird auf die Rechte und Errungenschaften meines Geschlechts aufmerksam gemacht – was in einer Welt echter Geschlechterparität nicht notwendig wäre, weil es so wäre, als würde man die Tatsache feiern, dass der Himmel blau ist. Aber hier sind wir nun einmal. Frauen mögen in Hollywood-Produktionen unerfreulicher Weise immer noch unterrepräsentiert sein, doch sind sie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Weltfrauentag, und der filmfilter feiert Frauen: Michelle Yeoh mit Würstel-Fingern, zwei Actioner von Kathryn Bigelow, eine Eighties-Ode an den weiblichen Ehrgeiz und mehr. </em></p>
<p>Einmal im Jahr wird auf die Rechte und Errungenschaften meines Geschlechts aufmerksam gemacht – was in einer Welt echter Geschlechterparität nicht notwendig wäre, weil es so wäre, als würde man die Tatsache feiern, dass der Himmel blau ist. Aber hier sind wir nun einmal.</p>
<p>Frauen mögen in Hollywood-Produktionen unerfreulicher Weise <a href="https://variety.com/2023/film/news/hollywood-glass-ceiling-report-study-small-percentage-of-movies-with-female-protagonists-women-1235545018/" target="_blank" rel="noopener">immer noch unterrepräsentiert</a> sein, doch sind sie natürlich das ganze Jahr über spannend – nicht nur am Weltfrauentag und nicht nur im Kino. Aber klar: Aus diesem Anlass fahren die Streamer ihre „weiblichen Geschütze“ auf. Kramt man in den Online-Bibliotheken, findet man zum Beispiel bei Sky Michaela Coels humoristische, tabubrechende Rachefantasie <strong><em>I May Destroy You </em></strong>(<a href="https://filmfilter.at/starkes-stueck/i-may-destroy-you/">Tipp hier</a>). Netflix hat eine eigene Damen-Kollektion und veröffentlicht zur Feier des Tages Vanessa Jopps neue deutsche RomCom <strong><em>Faraway</em></strong>. Wer ein bisschen tiefer gräbt, findet auch schöne Filme wie Lulu Wangs <strong><em>The Farewell</em></strong>.</p>
<p>Oder frau sieht sich flat auf Prime Video an, wie der Blick von Mary Harron auf Christian Bales perfekt geformtem Körper verweilt – auf die gleiche Weise, wie Männer seit Jahrzehnten Frauenkörper filmen. Wenige wissen, dass die Literaturverfilmung <strong><em>American Psycho</em></strong> von einer Frau stammt. Genauso wenig wusste ich als junges Mädchen, dass <strong><em>Point Break</em></strong> (flat bei Prime Video und Mubi) oder <em>Gefährliche Brandung</em>, wie er im Fernsehen hieß, von Kathryn Bigelow inszeniert wurde. (Leider realisierte ich erst mit Mitte zwanzig, dass der Blick einer Frau radikale neue Perspektiven eröffnen kann.) Der Kultklassiker aus dem Jahr 1991, der 2015 ein in meinen Augen zu frühes, unnötiges Remake hervorgebracht hat, ist eine actiongeladene Meditation über Männerfreundschaft, Gewalt und die vermeintliche Natur der Dinge, quasi ein Western im Wasser. Keanu Reeves hatte als Schauspieler noch einiges zu lernen, was den Film bei wiederholter Betrachtung auf eine großartige Weise unfreiwillig komisch macht, aber die charismatische Qualität von Patrick Swayze macht ihn auch zeitlos. Mehr Coolness geht nicht. Die Fallschirmsprung-Actionszene bleibt eine der besten, die jemals gefilmt wurden. Bigelow setzte grobe Handkameras ein, ein Stil, den sie später in <strong><em>The Hurt Locker</em></strong> (auch Mubi) perfektionieren würde. Mit diesem geschickt und präzis inszenierten Kriegsfilm über ein Bombenkommando im Irak versetzt sie die Zuschauer:innen mitten ins Geschehen – und erhielt als erste Frau einen Oscar für die beste Regie. Ein technisches Wunderwerk. (Und apropos Mubi: Dort läuft z.B. auch <a href="https://mubi.com/films/the-cat-has-nine-lives?lt=e1vnxpv8kbwtb4lao47ia1mcpo1qcqaz8gvtuz1679353428" target="_blank" rel="noopener">eine infektiös-feministische 68er-Farce</a>.)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/n14e2u35rUU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/n14e2u35rUU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Speaking of Action und Oscars. Sie können den Weltfrauentag auch mit dem Sky-Pop-up-Sender begehen und Michelle Yeoh dabei zusehen, wie sie von einem Paralleluniversum zum nächsten springt. Die Schauspielerin, in Asien schon seit Jahrzehnten im Hongkong Action-Kino ein Mega-Star, spielt mehrere Versionen von sich selbst im Film der Stunde, der wohl zu den Oscar-Lieblingen zählen wird. <strong><em>Everything Everywhere All at Once </em></strong>beginnt passenderweise damit, dass die Kamera durch einen Spiegel geht. Gar nicht so subtil sagt das amerikanische Regieduo Dan Kwan und Daniel Scheinert damit, dass man hier wie Alice im Wunderland das Unmögliche erwarten sollte. Die skurrile, beseelte Geschichte mit sprechenden Steinen, Würstel-Fingern und Martial-Arts-Kämpfen mit Sexspielzeugen dreht sich um eine chinesische Waschsalonbesitzerin, fabelhaft gespielt von Yeoh, die eben in mehreren Paralleluniversen durchlebt, was aus ihr geworden wäre, hätte sie im Leben andere Entscheidungen getroffen. Die Oscars haben in diesem Jahr keine Frau für die Regie nominiert, nachdem zwei Jahre in Folge Frauen die Kategorie eingenommen haben (scheinbar war das zu viel), aber Michelle Yeoh sollte den Preis als beste Schauspielerin gewinnen. Cate Blanchett hat schon zwei zu Hause stehen und es wäre eine längst überfällige Würdigung der 60-jährigen Malaysierin.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Melanie Griffith wiederum bekam ihre erste und einzige Oscar-Nominierung für ihre Rolle der unterschätzen Sekretärin Tess McGill, die mit himmelhohen Haaren und Schulterpolstern 1988 Manhattan eroberte. <strong><em>Working Girl </em></strong>(flat bei Disney+) oder auf Deutsch <em>Die Waffen der Frauen</em>, ist selbstverständlich kein Film darüber, den Kapitalismus zu stürzen oder das Patriarchat niederzureißen. Die Komödie hat auch nicht die Scharfsinnigkeit von Mike Nichols besten Filmen wie <em>The Graduate</em>. Es ist eine schamlose Märchenfantasie, aber dass eine Frau, die auch im echten Leben wie ein Sexspielzeug behandelt wurde, am Ende den Job und den Prinzen bekam, war ein bisschen revolutionär.</p>
<p>Dass eine Karrierefrau nicht automatisch eine gute Chefin sein muss, zeigt uns Diane Kruger, neben der Christoph Waltz als „Boss from Hell“ ziemlich blass aussieht. Kann sich noch jemand an Kevin Spaceys Wutanfälle als bösartiger Hollywood-Studio-Boss in <strong><em>Swimming with Sharks</em></strong> erinnern? Knapp dreißig Jahre später behält eine neue sechsteilige Version davon (ab heute in der Canal+ App) etwas von dieser Bösartigkeit bei, teilt sie aber zwischen Diane Kruger und Kiernan Shipka auf. Die Showrunnerin Kathleen Robertson hat die Blaupause des 1994er Films genommen und sie in eine Seifenoper über erotische Besessenheit verwandelt.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/PLYrgIGLYro" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/PLYrgIGLYro" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Ein letzter Tipp zum Weltfrauentag (gegen moderates Entgelt bei diversen Anbietern): Barbet Schroeders <strong><em>Single White Female</em></strong> (1992) mit einer sehr jungen und fantastischen Jennifer Jason Leigh und mit Bridget Fonda. Obwohl oft kopiert und parodiert, bleibt <em>Weiblich, ledig, jung sucht&#8230;</em> wahrscheinlich der beste „Bad Roommate“-Film, der jemals gedreht wurde.</p>
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		<title>Hundstage</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2022 17:30:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein traumatisierter Schäferhund in „Dog“, ein X-rated Horror-Movie, alles überall auf einmal und eine Stasi-„Komödie“. Dazu eine Western-Retro im Österreichischen Filmmuseum. Gemeinsam mit seinem regelmäßigen Kollaborateur, Produzent und Drehbuchautor Reid Carolin, gibt der grundsympathische und allseits geschätzte Schauspieler und Produzent Channing Tatum sein Regiedebüt: Dog handelt, der Titel verrät es, von einem Hund. Und wer kann einem Hund schon widerstehen? Abgesehen vielleicht von einem Katzenfan. Unsere Titelheldin Lulu also, aus dem Geschlecht der Malinois (d.i. eine Varietät des belgischen Schäferhundes), [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein traumatisierter Schäferhund in „Dog“, ein X-rated Horror-Movie, alles überall auf einmal und eine Stasi-„Komödie“. Dazu eine Western-Retro im Österreichischen Filmmuseum.<br />
</em></p>
<p>Gemeinsam mit seinem regelmäßigen Kollaborateur, Produzent und Drehbuchautor Reid Carolin, gibt der grundsympathische und allseits geschätzte Schauspieler und Produzent Channing Tatum sein Regiedebüt: <strong><em>Dog</em></strong> handelt, der Titel verrät es, von einem Hund. Und wer kann einem Hund schon widerstehen? Abgesehen vielleicht von einem Katzenfan. Unsere Titelheldin Lulu also, aus dem Geschlecht der Malinois (d.i. eine Varietät des belgischen Schäferhundes), hat bei der Armee getreulich Dienst getan, bis ein Kriegstrauma sie endlich doch eingeholt hat. Nun ist sie schlachtreif-untauglich und schwer durchgedreht. Ähnlich dem Army Ranger Jackson Briggs, der Lulu als eine Art Bewährungsprobe zur Beerdigung ihres Hundeführers quer durch die Staaten kutschieren soll, um danach wieder an die Front zu dürfen. Dass das der Wunsch eines Mannes ist, der seine sieben Zwetschgen nicht mehr beieinander hat, weiß Briggs noch nicht, lernt es aber im Zuge der Begegnung mit Lulu. <em>Dog</em> ist ein Roadmovie mit Mann und Hund, <a href="https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/muellmonate/">mit mehr Herz als Können</a> inszeniert, dem es jedoch nicht nur gelingt, sensibel von der Militär-immanenten Verhärtung und Zurichtung zu erzählen, sondern auch eine alles entscheidende Frage zu stellen, ohne mit ihr bleischwer unterzugehen: Was im Leben hat eigentlich wirklich Sinn? (Und wieso ist es so schwer zu erkennen?) Leicht hingegen zu erkennen ist: Alle lieben Channing Tatum, und Channing Tatum liebt seinen Hund. Punkt.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/V4tAtp-TyzQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/V4tAtp-TyzQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Ein Satz mit X? Das war wohl nix! Wieso um diesen Film ein derartiges Gewese veranstaltet wird, erschließt sich mir nicht. Möglicherweise liegt es am Aufhänger, dass nämlich eine Gruppe junger Leute ausgerechnet auf einer Farm in der texanischen Provinz (Bible Belt!) einen Porno (!) drehen will. Dass das nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand. Zumal <strong><em>X</em></strong> (gemeint ist das X-Rating, mit dem sexuell explizite Filme gekennzeichnet werden) in den späten Siebzigern angesiedelt und also Retro ist und an „die gute, alte Zeit“ des Hardcore-(nein, eben nicht Porno!, sondern)-Splatterfilms anzuknüpfen sucht. Dementsprechend blutig explizit geht es in der Folge zur Sache und den Bach hinunter; wobei an der Unzimperlichkeit, mit der Ti West – der mit <em>The House of the Devil</em> (2009) und <em>The Innkeepers</em> (2011) ja bereits hervorragende Horrorarbeit geleistet hat – Guts &amp; Gore in Szene setzt, rein gar nichts auszusetzen ist. Eher daran, was ihm zum Thema Sex im Alter einfällt. Wieso macht das Wiedererwachen ihres sexuellen Begehrens zwei Greise zu blutrünstigen Monstern? Wieso wird mir die Lust des welken, alten Körpers als eklig, ja geradezu widernatürlich vorgeführt? Und liegt nicht gerade in diesem billigen, aufgelegten Trick das eigentlich Abstoßende und Horrende dieses Films? (Das kann man freilich <a href="https://filmfilter.at/fantastischer-film/wer-sex-hat-stirbt/">auch anders sehen</a> und <em>X</em> zum Fantastischen Film erklären.)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/kRRmPi60vIU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/kRRmPi60vIU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Aus der Abteilung „Deutsch-deutsche Missverhältnisse“ stammt <strong><em>Stasikomödie</em></strong> von Leander Haußmann. Die Sache ist simpel: Wer glaubt, dass „Stasi“ und „Komödie“ nicht zusammenpassen, hat recht. <em>Stasikomödie</em> ist ein fürchterlich missratener Film, der, vergeblich, witzige Funken zu schlagen versucht aus dem konspirativen Treiben im kleinbürgerlichen Überwachungsstaat. Haußmann muss sich vielmehr auch diesmal, wie schon bei den beiden Vorgängerfilmen der hiermit abgeschlossenen „DDR-Trilogie“ – <em>Sonnenallee</em> (1999) und <em>NVA</em> (2005) – den <a href="https://www.epd-film.de/filmkritiken/stasikomoedie" target="_blank" rel="noopener">Vorwurf der Verharmlosung</a> gefallen lassen.</p>
<p>(Appendix von Kollege Moldenhauer:) Was Leichtes zum Schluss, aus der Rubrik „grandioser Quatsch“: <strong><em>Everything Everywhere All at Once </em></strong>ist zuallererst einmal ein spektakelverliebtes Action-Gedöns mit Multiverse-Überbau (per Verse-Sprung können die Menschen hier auf Fähigkeiten und Erinnerungen der Körper ihrer Gegenstücke in diversen Paralleluniversen zugreifen) und maximalem Brimborium. Und im Weiteren ein Film, der der Action-Legende Michelle Yeoh auf den Leib geschrieben ist. Yeoh hält den ganzen chaotischen, ideenprallen Laden zusammen. Schön, wie hier die Balance zwischen Ernst, Ironie und Albernheit gehalten wird. Eskapismus-Level liegt bei etwa 2000. Übrigens läuft auch <strong><em>One of These Days</em></strong> an, <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/gegen-das-scheitern/">unsere Kritik</a> ist tendenziell positiv.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" data-mce-fragment="1"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" data-mce-fragment="1"></iframe></noscript></p>
<p>(Abschließende Empfehlung der filmfilter-Redaktion:) Im Österreichischen Filmmuseum läuft bis 30. Juni 2022 eine <a href="https://www.filmmuseum.at/jart/prj3/filmmuseum/main.jart?rel=de&amp;content-id=1216720898687&amp;schienen_id=1648432226868" target="_blank" rel="noopener"><strong>Western-Retro</strong></a> voll von Klassikern, unterschätzten Exemplaren, B-Western und Frühwerken, welche u.a. die Transformationslinien des Genres verdeutlichen. <a href="https://www.instagram.com/filmfilter.at/">Auf unserem Instagram-Kanal</a> vergeben wir Tickets für <strong><em>The Man from Laramie</em></strong> (1955, Anthony Mann), in welchem Jimmy Stewart in ein Familiendrama Sophokles&#8217;scher Ausmaße gerät, für das einflussreiche Meisterwerk <strong><em>High Noon</em></strong> (1952, Fred Zinnemann, starring Gary Cooper und Grace Kelly) und für John Fords epochalen Edelwestern <strong><em>My Darling Clementine</em></strong> (1946) – „e<span class="avtext">in Film in perfektem Gleichgewicht, ganz wie sein Held (Henry Fonda) beim Balanceakt auf dem Verandastuhl“, wie Kurator Christoph Huber schreibt.</span></p>
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		<title>Alles überall auf einmal</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/alles-ueberall-auf-einmal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2022 18:00:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Peter Brunner, Gaspar Noé, Michelle Yeoh, Meltem Kaptan, Hanno Koffler u.a. fächern die weitreichenden Möglichkeiten des Kinos auf. Von der Restwelt isolierte Mutter-Sohn-Beziehungen sind gemeinhin ein Hort des Unheils, man weiß es spätestens seit Hitchcocks Psycho. In Luzifer, dem vierten Spielfilm des auf körperliche und psychische Ausnahmezustände inzwischen spezialisierten Regisseurs Peter Brunner (in unserem Podcast spricht er über Gott und die Welt und das Kino) leben Maria (Susanne Jensen) und Johannes (Franz Rogowski) zu zweit in den Tiroler Bergen. Johannes [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Peter Brunner, Gaspar Noé, Michelle Yeoh, Meltem Kaptan, Hanno Koffler u.a. fächern die weitreichenden Möglichkeiten des Kinos auf.</em></p>
<p>Von der Restwelt isolierte Mutter-Sohn-Beziehungen sind gemeinhin ein Hort des Unheils, man weiß es spätestens seit Hitchcocks <em>Psycho</em>. In <strong><em>Luzifer</em></strong>, dem vierten Spielfilm des auf körperliche und psychische Ausnahmezustände inzwischen spezialisierten Regisseurs Peter Brunner (in unserem Podcast <a href="https://filmfilter.at/podcasts/">spricht er über Gott und die Welt und das Kino</a>) leben Maria (Susanne Jensen) und Johannes (Franz Rogowski) zu zweit in den Tiroler Bergen. Johannes ist geistig etwas reduziert, ein Kaspar-Hauser-Typ, die Mutter Maria wiederum seit dem Tod ihres Mannes noch einmal wahnhafter religiös als zuvor eh schon. Mit der Nachricht, dass der Wald gerodet wird und sie ihr Heim verlassen müssen, sturzelt die ungut verquickte Zweierfamilie zunehmend ins Delirium. Maria hat den Teufel im Verdacht, und vor einer erhabenen Naturkulisse (wunderschön gefilmt von Peter Flinckenberg) geht es dann los mit der Austreibung. Peter Brunner will mit <em>Luzifer </em>nicht zu wenig und vieles gleichzeitig – Horror, Natur- und Familiendrama. Wem das zu überladen erscheint, kann sich immer noch an der Natur und dem Soundtrack des Ambient-Künstlers Tim Hecker erfreuen, der einerseits alles ins stete Fließen bringt und andererseits durch Verschiebungen und Brüche die Intensität konstant hochhält.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/jXEJ-huOqKU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/jXEJ-huOqKU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Auf andere Weise überwältigend ist das Kino Gaspar Noés. <strong><em>Vortex </em></strong>steht in gewisser Weise für einen Bruch im filmischen Schaffen Noés, das bislang mit spürbarer Obsession um die Themen Gewalt, Sex und – oft als Verbindung zwischen beidem – Rausch kreiste. Eine Frau (Françoise Lebrun) versinkt zusehends in der Demenz, ihr Mann (gespielt vom italienischen Horrorfilm-Regisseur Dario Argento) möchte, dass alles so bleibt, wie es ist. Noé sucht immer nach einer formalen Entsprechung für seine Geschichten. Hier ist es der ausdauernde Einsatz von Splitscreens, die das Trennende nicht mehr nur metaphorisch markieren, sondern tatsächlich erfahrbar werden lassen. Unsere Kritik zum Film <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/splitlife/">hat Empfehlungscharakter</a>.</p>
<p>Was Leichtes zwischendurch, aus der Rubrik „grandioser Quatsch“: <strong><em>Everything Everywhere All At Once </em></strong>ist zuallererst einmal ein spektakelverliebtes Action-Gedöns mit Multiverse-Überbau (per Verse-Sprung können die Menschen hier auf Fähigkeiten und Erinnerungen der Körper ihrer Gegenstücke in diversen Paralleluniversen zugreifen) und maximalem Brimborium. Und im Weiteren ein Film, der der Action-Legende Michelle Yeoh auf den Leib geschrieben ist. Yeoh hält den ganzen chaotischen, ideenprallen Laden zusammen. Schön, wie hier die Balance zwischen Ernst, Ironie und Albernheit gehalten wird. Eskapismus-Level liegt bei etwa 2000.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/wxN1T1uxQ2g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Und es wird wieder ernst, meint man zumindest: Andreas Dresen (<em>Gundermann</em>,<em> Halbe Treppe</em>) hat den Prozess um den zu Unrecht des Terrorismus verdächtigten, in Guantanamo inhaftierten Murat Kurnaz verfilmt. Im Zentrum von <strong><em>Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush</em></strong> steht, anders als in Stefan Schallers Verfilmung von Kurnaz’ Autobiografie <em>5 Jahre Leben</em>, nicht der Inhaftierte, sondern seine Mutter Rabiye. Die wird gespielt von der Kölner Comedienne Meltem Kaptan, und die Casting-Entscheidung zeigt schon, dass Dresen kein schweres Court-Drama im Sinn hatte, sondern etwas Leichteres. Wie jeder Dresen-Film lebt auch dieser primär vom Cast. Alexander Scherer, der sich zu einem der im guten Sinne routiniertesten und vielseitigsten deutschsprachigen Schauspieler entwickelt hat in den vergangenen Jahren, spielt den Bremer Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke mit norddeutschem Understatement. Und Meltem Kaptan verbreitet auf der Leinwand eine unbändige Energie und ungebrochene Lebensfreude, bei allem Elend (und erhielt dafür einen Silbernen Berlinale-Bären).</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/LMltJyiajhM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/LMltJyiajhM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Ein eher alltägliches Elend beschreibt Mia Maariel Meyers zweiter Film <strong><em>Die Saat</em></strong>. Die Mieten werden teurer, eine Kleinfamilie (Vater, Mutter, Tochter) treibt es an den Stadtrand, ins Eigenheim, dessen Finanzierung wiederum abhängt vom beruflichen Aufstieg des Vaters. Als dieser Aufstieg sich als porös erweist, zerbröckelt auch anderes nach und nach. Ein Film über ökonomische und materielle Sachzwänge, die die Menschen immer wieder vor Entscheidungen stellen, die sie nicht frei treffen können. Auf die großen Fragen – Hauptdarsteller und Drehbuchautor Hanno Koffler formuliert sie im MDR-Interview so: „Wer zwingt uns denn dazu eigentlich, für den Wettbewerb in der Arbeitswelt härter zu sein? Warum müssen wir das tun?“ – will der Film keine Antworten geben. Er hält sich einfach an seine Figuren und geht mit ihnen ihren Weg, also abwärts.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/TAd93upmJIs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/TAd93upmJIs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die Kinovorschau hat mit der Geschichte einer kranken Mutter-Sohn-Beziehung begonnen und endet mit einer vergleichsweise sonnigen Vater-Tochter-Beziehung. <strong><em>Wolke unterm Dach </em></strong>erzählt von der Trauer nach dem Tod von Julia (Hannah Herzsprung), die ihren Mann Paul (Frederick Lau) und ihre Tochter Julia (Romy Schroeder) zurücklässt. Dabei verfährt der Film nicht eben subtil (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=WfTr_O-ViOA" target="_blank" rel="noopener">hier der Trailer</a>) und seine Ideen sind nicht immer neu: Paul lässt sich volllaufen, Julia imaginiert die tote Mutter als Geist auf dem Dachboden. Die emotionalisierende Musik ist omnipräsent und muss erledigen, was den Bildern und den Figuren alleine nicht gelingt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/alles-ueberall-auf-einmal/">Alles überall auf einmal</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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