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		<title>Problemfilme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 21:00:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Neues von Céline Sciamma, ein wahres Kino-Ereignis von Audrey Diwan, und der neue Moretti läuft auch noch; zu dieser früher „Problemfilme“ genannten Abteilung zweimal kindlicher Eskapismus. Von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber. Wir beginnen mit Céline Sciamma: Die Regisseurin hatte 2019 mit Porträt einer jungen Frau in Flammen einen der intensivsten Filme des Jahres vorgelegt. Dem gingen drei Filme voraus, die zusammen einen Jugend-Trilogie bildeten (Water Lilies, Tomboy und Mädchenbande). Mit Petite Maman – Als wir Kinder waren wendet Sciamma [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Neues von Céline Sciamma, ein wahres Kino-Ereignis von Audrey Diwan, und der neue Moretti läuft auch noch; zu dieser früher „Problemfilme“ genannten Abteilung zweimal kindlicher Eskapismus. Von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber.<br />
</em></p>
<p>Wir beginnen mit Céline Sciamma: Die Regisseurin hatte 2019 mit <em>Porträt einer jungen Frau in Flammen </em>einen der intensivsten Filme des Jahres vorgelegt. Dem gingen drei Filme voraus, die zusammen einen Jugend-Trilogie bildeten (<em>Water Lilies</em>, <em>Tomboy </em>und <em>Mädchenbande</em>). Mit <strong><em>Petite Maman – Als wir Kinder waren</em></strong> wendet Sciamma sich nun, der deutsche Titel deutet es an, der Kindheit als Sujet zu. Nelly (Joséphine Sanz) fährt nach dem Tod ihrer Großmutter in das Haus, in dem ihre Mutter Marion aufgewachsen ist. Die Mutter muss weg, in die Klinik, mit Depressionen. Beim Spielen im Wald trifft sie ein Mädchen, das genau so heißt, Marion (Gabrielle Sanz, Zwillingsschwester von Joséphine). Sciamma ist wieder sehr nah an ihren Figuren, ohne ihnen – oder der Zuschauer:in – zu nahe zu treten. Ein Film über Kindheit, das Erwachsensein und über die Traurigkeit, die, wie Marion erklärt, nicht von den Kindern erfunden worden ist. (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/mutter-tochter-elegie/">hier unsere ausführliche Besprechung</a>).</p>
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<p>Zwischendurch zweimal blanker Eskapismus. Der flott geschnittene Animationsfilm <strong><em>Die Gangster Gang </em></strong>versammelt ein nicht ganz kinderfilmtypisches Tier-Ensemble u.a. aus Wolf, Schlange, Piranha und Vogelspinne in einer Gangsterbande, dazu kommt noch ein philanthropisches Meerschweinchen. Regisseur Pierre Perifel, vorher Teil der Animationsteams von <em>Für immer Shrek</em>, <em>Kung Fu Panda </em>und <em>Monsters vs. Aliens, </em>gibt hier sein Regiedebüt. Womit die Richtung schon grob vorgegeben wäre: ein formvollendetes Kinderfilmspektakel.</p>
<p>Um einiges rührseliger geht es in <strong><em>Der Wolf und der Löwe </em></strong>von Regisseur Gilles de Maistre zu. Die Plot-Zusammenfassung liest sich, als hätte hier jemand versucht, den Erfolg des Vorgängerfilms<em> Mia und der weiße Löwe </em>zu wiederholen: Ein Löwen- und ein Wolfsjunges freunden sich an, umhegt von der jungen Pianistin Alma (Molly Kunz). Das Löwenjunge wird von seinen Besitzern gesucht, die es in den Zirkus bringen wollen, aber eigentlich ist das auch egal. Schließlich geht es in <em>Der Wolf und der Löwe </em>um nicht viel mehr als um schöne Bilder von süßen Tieren. Was ja nicht die schlimmste Form der Banalität ist.</p>
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<p>Das Ereignis schlechthin in den österreichischen Kinos dieser Woche heißt <em><strong>L&#8217;Événement</strong></em> (eben <strong><em>Das Ereignis</em></strong>) und ist die höchst dramatische, höchst spannende, an Stellen verstörend realitätsnahe, an Stellen atemlose, berührende und insgesamt ziemlich zeitlose Verfilmung des gleichnamigen, autobiografischen Romans von Annie Ernaux, welche zurecht den Goldenen Löwen von Venedig holte und die vorige Viennale eröffnete – <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/die-krankheit-der-frauen/">mehr dazu von Alexandra Seitz</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Immer noch im Kino:</strong></p>
<p>Für den Bereich Familie ist der Regisseur Nanni Moretti Experte, spätestens seit <em>Das Zimmer meines Sohnes</em>, in dem mit empathischer Wärme und zugleich Unerbittlichkeit von der Zerstörung erzählt wird, die der Tod des Kindes für die Eltern bedeuten kann. In seinem neuen Film <strong><em>Drei Etagen </em></strong>verwebt Moretti – zum ersten Mal auf der Basis einer literarischen Vorlage, des Romans „Über uns“ des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo – die Geschichten dreier Familien. Drei sehr unterschiedliche Schicksale, die die Figuren jeweils ergreifen: der vom Sohn verursachte Autounfall, der die Eltern mit Loyalitätsfragen konfrontiert, ein Missbrauchsverdacht und eine Demenz als selbsterfüllende Prophezeiung; emotionale Zurückhaltung ist die Sache von Nanni Moretti, der wieder eine Hauptrolle spielt, auch in diesem Film nicht.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/anvG8W3BxRU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/anvG8W3BxRU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Schließlich verweisen wir auf noch einmal auf das <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/des-teufels-gebetbuch/">sehenswerte neue Kapitel</a> von Paul Schraders Lebensroman „Einsamer zerquälter Mann“, nämlich <em><strong>The Card Counter</strong></em> mit Oscar Isaac in der Titelrolle, neuerlich als <a href="https://filmfilter.at/themen/features/and-the-oscar-should-go-to/">lebender Druckkochtopf</a>.</p>
<p>Und wie bereits gesagt: Wer nur einmal, wer wenigstens einmal in diesem Monat trotz aller Virenschleuder-Nichtmaßnahmen (aka „durchlaufen lassen“) ins Kino gehen möchte, der oder die sollte wenigstens <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/muetter-melodrama-und-moral/">in diesen Film gehen</a>.</p>
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		<title>Problemfilme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 18:00:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Beziehungs- bzw. „Problemfilme“ von Nanni Moretti, Céline Sciamma und Phil Connell, Neues von Nadav Lapid, dazu zweimal kindlicher Eskapismus. Ein Vorschlag für eine neue Filmkategorie: Beziehungsfilme. Gemeint wäre damit nicht, dass es um Romanzen oder die Liebe in einem weiteren Sinne ginge, sondern um die Beziehungen der Menschen auf der Leinwand untereinander. Gut, darum geht es in gewisser Weise immer. Aber so wie Filmfiguren sich immer irgendwie bewegen und trotzdem nicht jeder Film ein Actionfilm ist, wären Beziehungsfilme solche, in [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Beziehungs- bzw. „Problemfilme“ von Nanni Moretti, Céline Sciamma und Phil Connell, Neues von Nadav Lapid, dazu zweimal kindlicher Eskapismus.</em></p>
<p>Ein Vorschlag für eine neue Filmkategorie: Beziehungsfilme. Gemeint wäre damit nicht, dass es um Romanzen oder die Liebe in einem weiteren Sinne ginge, sondern um die Beziehungen der Menschen auf der Leinwand untereinander. Gut, darum geht es in gewisser Weise immer. Aber so wie Filmfiguren sich immer irgendwie bewegen und trotzdem nicht jeder Film ein Actionfilm ist, wären Beziehungsfilme solche, in denen es primär und tiefschürfend um die Verhältnisse der Menschen zueinander geht. In Freundschaften, Liebesbeziehungen und der Familie. Für den letztgenannten Bereich ist der Regisseur Nanni Moretti Experte, spätestens seit <em>Das Zimmer meines Sohnes</em>, in dem mit empathischer Wärme und zugleich Unerbittlichkeit von der Zerstörung erzählt wird, die der Tod des Kindes für die Eltern bedeuten kann. In seinem neuen Film <strong><em>Drei Etagen </em></strong>verwebt Moretti – zum ersten Mal auf der Basis einer literarischen Vorlage, des Romans „Über uns“ des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo – die Geschichten dreier Familien. Drei sehr unterschiedliche Schicksale, die die Figuren jeweils ergreifen: der vom Sohn verursachte Autounfall, der die Eltern mit Loyalitätsfragen konfrontiert, ein Missbrauchsverdacht und eine Demenz als selbsterfüllende Prophezeiung; emotionale Zurückhaltung ist die Sache von Nanni Moretti, der hier wieder eine Hauptrolle spielt, auch in diesem Film nicht.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/anvG8W3BxRU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/anvG8W3BxRU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die Regisseurin Céline Sciamma hatte 2019 mit <em>Porträt einer jungen Frau in Flammen </em>einen der intensivsten Filme des Jahres vorgelegt. Dem gingen drei Filme voraus, die zusammen einen Jugend-Trilogie bildeten (<em>Water Lilies</em>, <em>Tomboy </em>und <em>Mädchenbande</em>). Mit <strong><em>Petite Maman – Als wir Kinder waren</em></strong> wendet Sciamma sich nun, der deutsche Titel deutet es an, der Kindheit als Sujet zu. Nelly (Joséphine Sanz) fährt nach dem Tod ihrer Großmutter in das Haus, in dem ihre Mutter Marion aufgewachsen ist. Die Mutter muss weg, in die Klinik, mit Depressionen. Beim Spielen im Wald trifft sie ein Mädchen, das genau so heißt, Marion (Gabrielle Sanz, Zwillingsschwester von Joséphine). Sciamma ist wieder sehr nah an ihren Figuren, ohne ihnen – oder der Zuschauer:in – zu nahe zu treten. Ein Film über Kindheit, das Erwachsensein und über die Traurigkeit, die, wie Marion erklärt, nicht von den Kindern erfunden worden ist (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/mutter-tochter-elegie/">hier unsere ausführliche Besprechung</a>).</p>
<p><strong><em>Jump, Darling</em></strong> wirkt<em> </em>im direkten Vergleich leichter. Hauptfigur in Phil Connells Langfilmdebüt ist Russell (Thomas Duplessie), der als Drag Queen auftritt. Und wegen einer akuten Lebenskrise alle Zelte abbricht, seinen eher fürchterlichen Freund verlässt und zu seiner Großmutter (gespielt von der im Januar dieses Jahres verstorbenen Cloris Leachman) in die Provinz zieht. Zuerst einfach deshalb, weil keine großen anderen Möglichkeiten sich auftun. Bald realisiert Russel allerdings, dass seine Großmutter sich kaum noch um sich selbst kümmern kann und das Altersheim droht. <em>Jump, Darling </em>erzählt die Lebenskrise ein weiteres Mal als Verwandlungsphase.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/MCAM9k_cfm4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/MCAM9k_cfm4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p><em>Drei Etagen </em>und <em>Petite Maman</em> und <em>Jump, Darling</em> erzählen sehr direkt und psychologisch einfühlsam, also ohne ästhetischen Bruch von ihren Figuren. Noch in den 1990er Jahren hätte man diese Arbeiten – bei allen Unterschieden – als „Problemfilme“ zusammengefasst. Ein solcher im weiteren Sinn ist auch <strong><em>Aheds Knie</em></strong>, der 2021 in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnete Film des israelischen Regisseurs Nadav Lapid, nur verfährt der wesentlich selbstreflexiver. Der Regisseur Y. fungiert als Lapids Alter Ego (gespielt von Avshalom Pollak) und bekommt während der Produktion eines Dokumentarfilms über die (reale) palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi Probleme mit der staatlichen Zensur. Der Filmtitel bezieht sich auf den Satz eines Knesset-Abgeordneten, der Tamimi per Twitter einen Schuss in die Kniescheibe wünschte. <em>Aheds Knie </em>handelt aber vor allem von den staatlichen Eingriffsversuchen in die Kunst in der Zeit der Likud-Regierung und der Kulturministerin Miri Regev. Es hilft, wie schon bei Lapids vorangegangenem Film <em>Synonymes</em>, wenn man eine zumindest grobe Kenntnis insbesondere der jüngeren Geschichte Israels mit in den Film bringt. So direkt-politisch, bis hin zur Austauschbarkeit der Rede von Hauptfigur und ihrem Regisseur/Autor, ist Kino heute nur noch selten.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/V6a5htXxqog" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/V6a5htXxqog" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Zum Schluss nach all diesen Problemfilmen zweimal der blanke Eskapismus. Der flott geschnittene Animationsfilm <strong><em>Die Gangster Gang </em></strong>versammelt ein nicht ganz kinderfilmtypisches Tier-Ensemble u.a. aus Wolf, Schlange, Piranha und Vogelspinne in einer Gangsterbande, dazu kommt noch ein philanthropisches Meerschweinchen. Regisseur Pierre Perifel, vorher Teil der Animationsteams von <em>Für immer Shrek</em>, <em>Kung Fu Panda </em>und <em>Monsters vs. Aliens, </em>gibt hier sein Regiedebüt. Womit die Richtung schon grob vorgegeben wäre: ein formvollendetes Kinderfilmspektakel.</p>
<p>Um einiges rührseliger geht es in <strong><em>Der Wolf und der Löwe </em></strong>von Regisseur Gilles de Maistre zu. Die Plot-Zusammenfassung liest sich, als hätte hier jemand versucht, den Erfolg des Vorgängerfilms<em> Mia und der weiße Löwe </em>zu wiederholen: Ein Löwen- und ein Wolfsjunges freunden sich an, umhegt von der jungen Pianistin Alma (Molly Kunz). Das Löwenjunge wird von seinen Besitzern gesucht, die es in den Zirkus bringen wollen, aber eigentlich ist das auch egal. Schließlich geht es in <em>Der Wolf und der Löwe </em>um nicht viel mehr als um <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yPHjB8A8dmo" target="_blank" rel="noopener">schöne Bilder von süßen Tieren</a>. Was ja nicht die schlimmste Form der Banalität ist.</p>
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		<title>Schmerzensmänner</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/schmerzensmaenner-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 18:00:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei oft erzählte Geschichten („Batman“, „Cyrano“), ein weiterer Paul-Schrader-Schmerzensmann auf der Suche nach Erlösung, der neue Moretti und zwei absolute Mafiaklassiker. Es scheint immer tiefer bergab zu gehen für den neben Superman sicherlich stilbildendsten Comic-Helden. Christopher Nolan machte es in Anlehnung an die Comics von Frank Miller vor: Sein Batman war, anders als der weltgewandte, nur etwas sonderbare Bruce Wayne in den Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher, ein Schmerzensmann. Auch der Batman aus Zack Snyders Justice League-Trilogie wusste, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwei oft erzählte Geschichten („Batman“, „Cyrano“), ein weiterer Paul-Schrader-Schmerzensmann auf der Suche nach Erlösung, der neue Moretti und zwei absolute Mafiaklassiker.</em></p>
<p>Es scheint immer tiefer bergab zu gehen für den neben Superman sicherlich stilbildendsten Comic-Helden. Christopher Nolan machte es in Anlehnung an die Comics von Frank Miller vor: Sein Batman war, anders als der weltgewandte, nur etwas sonderbare Bruce Wayne in den Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher, ein Schmerzensmann. Auch der Batman aus Zack Snyders <em>Justice League</em>-Trilogie wusste, dass das Leben als Batman eins der schwersten und die Welt ein verrohter, bösartiger Ort ist. In der neuen Wiederauflage des endlos währenden Franchise, <strong><em>The Batman</em></strong> (Regie: Matt Reeves), schlurft Robert Pattinson mit verschmiertem Kajal unter den Augen durch den Regen von Gotham City und scheint vor allem von Rachedurst zerfressen zu sein. In den drei Stunden, die auch dieser Film wieder dauert, kippt die Saga ins Thrillergenre, es geht tatsächlich darum, eine dunkle Vergangenheit detektivisch aufzuklären. Und da dieses Mal wieder der Riddler (Paul Dano) als Villain auf die Piste geschickt wurde, gibt es viele Rätsel zu lösen, weswegen dieser Film, gemeinsam mit der depressiven urbanen Szenerie, immer wieder an David Finchers <em>7even </em>erinnert. Nicht die schlechteste Referenz.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/mqqft2x_Aa4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/mqqft2x_Aa4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Eine weitere sehr oft erzählte Geschichte, zum Beispiel <a href="https://www.youtube.com/watch?v=phbGyRrWdxQ" target="_blank" rel="noopener">1990 mit Gerard Depardieu</a> in der Titelrolle: <strong><em>Cyrano</em></strong><em>. </em>Diesmal gibt Peter Dinklage den unglücklich Verliebten, der ein großes Herz, literarisches Talent und einen schnellen Degen hat – nur ist er eben kleinwüchsig und kommt deswegen als Ehegatte für Roxanne (Haley Bennett), meint er, nicht in Frage. Joe Wright hat mit <em>Abbitte </em>und <em>Die dunkelste Stunde </em>farbensatte Geschichtsfilme produziert, Schinken hätte man früher gesagt, technisch perfekt und mitreißend inszeniert. Auch <em>Cyrano </em>schöpft aus dem Vollen: Es ist ein prächtiges Musical, mit der melancholischen Musik der Band The National, die auch in diesem Zusammenhang erstaunlich gut funktioniert. Wenn man in dieser Kinowoche einmal wirklich alles um sich rum vergessen möchte – Gründe gibt es gerade ja genug –, dann geht das wohl am besten mit diesem Film.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/fOInHcgmKus" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/fOInHcgmKus" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Paul Schrader <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/des-teufels-gebetbuch/">arbeitet derweil weiter</a> an seiner Großerzählung des einsamen, zerquälten Mannes. In <strong><em>The Card Counter</em></strong> sind es Schuld und Rachelust, die William Tell (Oscar Isaac) beuteln. Nach den Folterungen im Abu-Ghraib-Gefängnis musste Tell als beteiligter Soldat in den Knast, sein Vater brachte sich um. Jetzt sucht er die Erlösung, wie eigentlich alle Männer in den Drehbüchern und Regiearbeiten Schraders. Und die soll die Ermordung eines Offiziers (Willem Dafoe) bringen, der damals involviert war und straffrei geblieben ist. Das wird aller Voraussicht nach alles natürlich wieder einmal nicht funktionieren. Schließlich ist Paul Schrader der vielleicht letzte große Film-Noir-Regisseur.</p>
<p>Zum aktuellen Film von Nanni Moretti, <strong><em>Drei Etagen / Tre piani</em></strong>, verweisen wir auf eine <a href="https://www.epd-film.de/filmkritiken/drei-etagen" target="_blank" rel="noopener">kompetente Kritik</a> und loben zum Schluss das Wiener Gartenbaukino, welches als Wiederholungstäter in diesen Tagen wieder einmal zwei der objektiv besten Filme der Welt aufführt, <strong><em>Der Pate </em></strong>und <strong><em>Der Pate II</em></strong> nämlich. Was soll man zu denen noch sagen? Vielleicht das: Wer sich auch nur peripher für das Kino als Kunstform interessiert, muss die ersten beiden Teile von Coppolas <em>Godfather</em>-Trilogie mindestens einmal gesehen haben (am dritten Teil scheiden sich dann die Geister). Die seltene Möglichkeit, die Saga einmal (oder noch einmal) <a href="https://at.datescloud.com/gartenbaukino-wien-2025135.html" target="_blank" rel="noopener">auf großer Leinwand</a> zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/schmerzensmaenner-2/">Schmerzensmänner</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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