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		<title>Das starke Geschlecht (2022)</title>
		<link>https://filmfilter.at/starkes-stueck/das-starke-geschlecht-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2023 16:15:07 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das starke Geschlecht</em>: So wie sie da sitzen, die Männer, und frontal in die Kamera blicken, aus deren Richtung mitunter Fragen kommen, erinnert die Situation an ein Verhör. Ein Verhör ist es aber nicht, denn die da sitzen, vor und hinter der Kamera, bringen einander beträchtliches Vertrauen entgegen; andernfalls könnten sie nicht sagen, was sie sagen. Könnten nicht derart aufrichtig und ehrlich und reflektiert über ihr Selbstbild als Männer reden und darüber, wie Rollenerwartungen, eigene und gesellschaftliche, sich auf ihr Begehren und ihre Sexualität auswirken und damit weitergehend auf ihre Beziehungen zum anderen, dem sogenannten schwachen Geschlecht – sowie darüber, was das alles dann mit Dominanz und letztlich auch mit Gewalt zu tun hat.</p>
<p>„Männer reden über Sex“ lautet der Untertitel von Jonas Rothlaenders blitzgescheitem Dokumentarfilm<em> Das starke Geschlecht</em>, den jede:r sehen sollte, der oder die sich schon einmal gefragt hat, was im Kopf und im Herzen eines Mannes eigentlich so alles vor sich geht. Dabei wendet Rothlaender einen Kunstgriff an, der es seinen Gesprächspartnern erleichtert, sich zu öffnen: Er lässt sie zunächst anonyme Erfahrungsberichte anderer Männer lesen, dann fragt er sie nach ihrer Einschätzung; von dort aus ist es nicht weit zum Selbstbekenntnis. Und so erfahren wir viel und außerordentlich Aufschlussreiches über das, was einen Mann im Verhältnis zur Frau so alles umtreibt und wie archaisch festgefügt die Projektionen sind, die ihn eng umstellen und immer wieder an der Entfaltung seiner Menschlichkeit hindern.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/uf3VE3T2jak" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/uf3VE3T2jak" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Da darf man/frau dann nicht die Hoffnung und den Mut verlieren in Bezug auf die erträumte Gleichberechtigung; zumal jene, die sich hier aus der Deckung wagen und tief in sich blicken lassen, beredtes Zeugnis ablegen von der Bewegung, die in die Sache immerhin schon gekommen ist. Als Beitrag zur Verständigung verdient <em>Das starke Geschlecht</em> höchsten Respekt.</p>
<h6>Gegen moderates Entgelt auf Prime Video, AppleTV u.a.</h6>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Das starke Geschlecht</strong><br />
<strong>DE 2022, Regie</strong> Jonas Rothlaender <strong>Drehbuch</strong> Rothlaender, Andres Veiel<br />
<strong>Mit</strong> Florian Seufert, Hans Boes, Erkan Cakir, Frederik Busch, Lionel Kreglinger<br />
<strong>Laufzeit</strong> 102 Minuten</p>
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		<title>Blau ist eine warme Farbe</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/kritiken/blau-ist-eine-warme-farbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 12:30:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Das Blau des Kaftans“ ist eine zart gewobene Dreiecksgeschichte von Maryam Touzani, die Rezeptionsgewohnheiten eines westlichen Publikums aufbricht. Jetzt in AT und DE im Kino. Halim ist ein Maleem, einer, der die Kunst des Kaftans noch beherrscht; er kann also nicht nur schneidern, sondern auch verzieren, das heißt, den kostbaren Stoff mit prachtvollen Bordüren besticken. Es ist ein aussterbendes (Kunst-)Handwerk, wie Halim feststellt, als eine alte Frau einige schadhafte Stellen in ihrem wohl ebenso alten Kaftan reparieren lassen möchte und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das Blau des Kaftans“ ist eine zart gewobene Dreiecksgeschichte von Maryam Touzani, die Rezeptionsgewohnheiten eines westlichen Publikums aufbricht. Jetzt in AT und DE im Kino.<br />
</em></p>
<p>Halim ist ein Maleem, einer, der die Kunst des Kaftans noch beherrscht; er kann also nicht nur schneidern, sondern auch verzieren, das heißt, den kostbaren Stoff mit prachtvollen Bordüren besticken. Es ist ein aussterbendes (Kunst-)Handwerk, wie Halim feststellt, als eine alte Frau einige schadhafte Stellen in ihrem wohl ebenso alten Kaftan reparieren lassen möchte und er ihr sagen muss, dass er das nicht kann und dass auch niemand mehr am Leben sei, der das noch könne: winzige feigenförmige Knöpfe aus golddurchwirktem Garn knüpfen zum Beispiel.</p>
<p>Und so sind er und seine Frau Mina sehr froh, in Youssef einen engagierten und lernbegierigen Helfer gefunden zu haben. Zumal sie in ihrer kleinen Schneiderei – gelegen in der Medina (Altstadt) von Salé an der marokkanischen Atlantikküste – mit der Arbeit kaum hinterher kommen. Die Ansprüche der Kundinnen sind mit den geänderten Zeiten gegangen; mit einem Male soll das traditionelle Gewand die Figur betonen und außerdem soll es natürlich schnell fertig sein, immer noch viel schneller. Einmal platzt Mina der Kragen und sie blafft eine drängelnde Kundin an: „Mein Mann ist ein Maleem, keine Maschine!“, die daraufhin verstummt. Halim steht daneben und freut sich über seine Frau. Sie sei, wird er später einmal zu Youssef sagen, „stark wie ein Fels“. Allerdings ist sie es da schon nicht mehr; sie verliert den Kampf gegen die Krankheit, die ihren Schatten bereits über den Beginn von Maryam Touzanis zart gewobenem Melodram <em>Das Blau des Kaftans (Le bleu du caftan)</em> geworfen hatte.</p>
<figure id="attachment_10033" aria-describedby="caption-attachment-10033" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-10033" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1-300x169.jpg" alt="Touzani, Das Blau des Kaftans" width="550" height="309" /><figcaption id="caption-attachment-10033" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-10033" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Touzani, Das Blau des Kaftans" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/03/blaudeskaftans05-1280x720-1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Ayoub Missioui, Lubna Azabal, Saleh Bakri in: Das Blau des Kaftans</figcaption></figure>
<p>Das ist jedoch nur die eine Seite der Geschichte. Die andere Seite ist die, dass Halim eigentlich schwul ist und seine Sexualität allenfalls während seiner Besuche im Hamam (Dampfbad) in flüchtigen Begegnungen lebt. Es kommt vor, dass Mina seine körperliche Nähe sucht, dann stößt er sie nicht weg, seinem Gesicht aber ist anzusehen, dass ihre Art Sex nicht die seine ist. Dem vertrauten, freundschaftlichen Verhältnis der Eheleute nach zu urteilen, weiß Mina über Halims Doppelleben Bescheid, wenngleich zwischen ihnen wohl nie alles offen zur Sprache kam. Mit dem stillen Einverständnis hat es nun aber ein Ende, wirft doch der um einiges jüngere Youssef ein Auge auf den sanften Schneider, der sich das zaghaft gefallen lässt und noch zaghafter vielleicht sogar erwidert &#8211; was wiederum Mina nicht entgeht, die zunächst etwas eifersüchtig reagiert.</p>
<p>Das ist nicht überraschend. Überraschend ist vielmehr, wir offenherzig all dies passiert und dargeboten wird. Solcherart arbeitet Touzani, die das Drehbuch gemeinsam mit ihrem Partner Nabil Ayouch schrieb, den Voreingenommenheiten und Rezeptionsgewohnheiten vor allem eines westlichen Publikums entgegen. Wir sind es nur allzu gewohnt, dass schwulen Männern in nicht-säkularisierten Gesellschaften Todesgefahr droht, also fürchten wir auch hier Verrat, Kummer, Katastrophe. In der Tat ist Homosexualität in Marokko verboten (wird allerdings kaum verfolgt, solange sie nicht öffentlich gemacht wird). In dieser Grauzone der Toleranz ist <em>Das Blau des Kaftans </em>angesiedelt, pfeift jedoch auf die Darstellungskonvention des tragischen Schwulenschicksals und beschäftigt sich vielmehr mit der Beobachtung dreier Menschen, die stark füreinander empfinden, die sich umeinander sorgen und denen doch für diese Sorge und für diese Empfindungen so manchesmal die Worte fehlen.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/rZFNMUSBcFQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/rZFNMUSBcFQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Dreierbeziehungen sind nie simpel, Dreierbeziehungen sind immer kompliziert. Mit ihrem behutsamen Inszenierungsstil, mit genauer Beobachtung und großer Geduld bildet Touzani diese Tatsache ab und erweist zugleich jenen Menschen Respekt, die auf die unergründlichen Wege der Liebe nicht mit Wut und Zorn und Verleugnung reagieren.</p>
<p>„Habe keine Angst zu lieben“, ist einer der letzten Sätze, die Mina an ihren Mann richtet und mit auf den Weg schickt. Man kann darin auch ein Plädoyer an die marokkanischen Männer hören, mehr Zärtlichkeit zu wagen. Ein Plädoyer, dem Touzani selbst als Erste nachkommt, mit dem zärtlichen Blick, den sie in ihrem wunderschönen, subtilen, empfindsamen Film auf die Männer richtet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Das Blau des Kaftans / Le bleu du caftan</strong><br />
<strong>Marokko/Frankreich et al., Regie</strong> Maryam Touzani<br />
<strong>Mit</strong> Lubna Azabal, Saleh Bakri, Ayoub Missioui<br />
<strong>Laufzeit</strong> 123 Minuten</p>
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		<title>Valentinsgruß</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/kritiken/valentinsgruss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Feb 2022 12:17:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Romanadaption „Picnic at Hanging Rock / Picknick am Valentinstag” (1975) schuf der Australier Peter Weir eine weichgezeichnete Mystery-Fabel über das Verschwinden und einen bis heute veritablen Trance-Film. Am Morgen des Valentinstags im Jahr 1900 bereiten sich die Schülerinnen eines viktorianischen Internats in einer kleinen australischen Stadt auf ein Picknick am Hanging Rock vor, einem unheilvollen, vulkanischen Brocken in der Wüste. Verzückt rezitieren sie romantische Gedichte von den Valentinskarten, die sie einander geschrieben haben. Sie ziehen ihre weißen Spitzenkleider [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mit der Romanadaption „Picnic at Hanging Rock / Picknick am Valentinstag” (1975) schuf der Australier Peter Weir eine weichgezeichnete Mystery-Fabel über das Verschwinden und einen bis heute veritablen Trance-Film.</em></p>
<p>Am Morgen des Valentinstags im Jahr 1900 bereiten sich die Schülerinnen eines viktorianischen Internats in einer kleinen australischen Stadt auf ein Picknick am Hanging Rock vor, einem unheilvollen, vulkanischen Brocken in der Wüste. Verzückt rezitieren sie romantische Gedichte von den Valentinskarten, die sie einander geschrieben haben. Sie ziehen ihre weißen Spitzenkleider an, sie kichern und helfen einander in ihre engen Korsetts. Dann brechen sie auf, aber nicht ohne ein Wort der strengen Schulleiterin Mrs. Appleyard, einer herrischen Matrone, die die Kinder gern an die Wand schnallt, um ihre Körperhaltung zu korrigieren. Sie warnt die Mädchen vor den Gefahren der Natur und erinnert sie daran, dass sie, obwohl es heiß ist, anstandshalber warten müssen, bevor sie ihre Handschuhe ausziehen (junges, weibliches Fleisch muss eingedämmt werden!). Kaum beim Hanging Rock angekommen, fallen die Hüte und Handschuhe, werden sogar die Strümpfe entrollt. Der Felsen will die Mädchen und als sie ihn erklimmen, fallen sie glücklich in seinen Bann. Und dann lösen sich drei von ihnen und die Mathematiklehrerin in Luft auf.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-6631" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9-300x169.png" alt="" width="550" height="309" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-6631" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=1536%2C864&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=1400%2C788&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?resize=1320%2C743&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic_at_hanging_rock_9.png?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Was mit ihnen passiert ist, werden wir nie erfahren. Der australische Regisseur Peter Weir hat mit <em>Picnic at Hanging Rock</em> (auf Deutsch: <em>Picknick am Valentinstag</em>) mit Anne-Louise Lambert, Jane Vallis, Karen Robson und Vivean Gray den gleichnamigen Roman seiner Landsfrau Joan Lindsay (1967) adaptiert. Und wie Lindsay das Ende der Phantasie ihrer Leser:innen überließ, überließ Weir es der Phantasie seiner Zuseher:innen (viele waren davon irritiert, Weir hat nie wieder einen Film mit offenem Ende gemacht). Bei einer Vorführung des Films in Amerika, erinnerte sich Weir in einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8kvWYS08OBs" target="_blank" rel="noopener">Video-Interview</a>, „schmiss ein Verleiher am Ende seine Kaffeetasse auf die Leinwand, weil er zwei Stunden seines Lebens verschwendet hatte – ein gottverdammtes Rätsel ohne gottverdammte Lösung!“</p>
<p>Aber was für ein Rätsel! Der Grundton von <em>Picnic at Hanging Rock</em> ist das Gefühl, dass uns hier Wahrheiten vorgehalten werden, untermalt von einem Soundtrack aus Vogelgezwitscher und bedrohlichen Panflöten. Das ungelöste Mysterium im Herzen des provokanten Films macht ihn auch zu einem sehr effektiven Horrorstück, das Themen wie Kolonialismus und unterdrückte Sexualität erforscht. Beim Picknick filmt die Kamera ein Mädchen von unten, wie sie eine herzförmige Valentinstorte anschneidet. Sie schwingt das Messer wie in einem Slasher-Film von John Carpenter und schneidet das gesamte Herz in der Mitte sauber durch.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-6633" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi-300x169.jpg" alt="" width="550" height="309" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-6633" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/picnic-mubi.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Jede Szene in <em>Picnic at Hanging Rock</em> ist behutsam komponiert, manchmal gar wie ein impressionistisches Gemälde gerahmt. Weir und sein Kameramann Russell Boyd, die sich an den Bildern des Fotojournalisten Henri Cartier-Bresson orientierten, legten hauchdünne Brautschleier über das Kameraobjektiv, um den Weichzeichner des Films zu erzeugen, in denen die Figuren zu leuchten scheinen. Tatsächlich fühlt man sich während des gesamten Films wie in Trance versetzt.</p>
<p><em>Picnic at Hanging Rock</em> trug dazu bei, die Australien New Wave einzuläuten, und katapultierte Peter Weir in den Olymp Hollywoods. Die Geschichte, die entgegen der Annahmen der meisten Premierenzuseher:innen erfunden war, inspirierte u.a. eine gleichnamige Mini-Serie von Amazon Studios (2018) und ein Meer an Theorien darüber, was an diesem Valentinstag passiert ist. Es entstand ein ganzes Buch mit dem Titel „The Murders at Hanging Rock“, um darauf zu antworten.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/UWqCHKtKPKI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/UWqCHKtKPKI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Sind die Mädchen ausgerutscht und in eine Schlucht gefallen? Begingen sie Gruppenselbstmord? Wurden sie vergewaltigt? Ermordet? Einige denken, sie sind durch ein Zeitportal geschlüpft oder wurden von Außerirdischen entführt. Andere geben den australischen Landgeistern die Schuld. Alles wild genug, doch das von Joan Lindsay geschriebene, verrückte letzte Kapitel, das aus dem Roman herausgeschnitten und erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurde, übertrifft alles: Es beinhaltet eine Zeitschleife und eine Figur, die sich in eine Eidechse verwandelt. Wie auch immer: Was <em>Picnic at Hanging Rock</em> so großartig macht, ist, dass jeder dieser Gründe zum Verschwinden der Mädchen geführt haben könnte. Ich persönlich stelle mir gerne vor, dass sie irgendwo unbeschwert existieren, vielleicht einen Kuchen naschen, vielleicht an sich rumfummeln und in der Sonne schwelgen, frei von Blicken, Erwartungen und Korsetts.</p>
<p>(Flat auf Mubi, günstig auf Prime Video bzw. auf Disc. Der Film ist auch Teil einer bei Koch Media erhältlichen Peter-Weir-Collection.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Picnic at Hanging Rock</strong><br />
<strong>Australien 1975, Regie</strong> Peter Weir, basierend auf dem Roman von Joan Lindsay<br />
<strong>Mit</strong> Rachel Roberts, Anne-Louise Lambert, Jane Vallis, Karen Robson, Vivean Gray<br />
<strong>Laufzeit</strong> 103 Minuten</p>
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		<title>Realitätskontrolle</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/realitaetskontrolle-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 18:00:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei höchst unterschiedliche, ausgezeichnet gespielte und keineswegs bloß „verkörperte“ Frauenfiguren stehen im Zentrum der Kinowoche: in „Pleasure“ bzw. in „Spencer“. Ein selektiver Überblick. Was hat die Woche zu bieten? Sind bereits die Routinen wieder eingezogen? Oder halten noch die guten Vorsätze das Ruder in der Hand? Wir verbuchen Scream (Scream 5) von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (hat schon mal jemand von denen gehört?) – den Reboot eines vergnüglichen Meta-Slashers von Wes Craven aus dem Jahr 1996 (der wiederum einige [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwei höchst unterschiedliche, ausgezeichnet gespielte und keineswegs bloß „verkörperte“ Frauenfiguren stehen im Zentrum der Kinowoche: in „Pleasure“ bzw. in „Spencer“. Ein selektiver Überblick.</em></p>
<p>Was hat die Woche zu bieten? Sind bereits die Routinen wieder eingezogen? Oder halten noch die guten Vorsätze das Ruder in der Hand? Wir verbuchen <strong><em>Scream</em></strong> (<em>Scream 5</em>) von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (hat schon mal jemand von denen gehört?) – den Reboot eines vergnüglichen Meta-Slashers von Wes Craven aus dem Jahr 1996 (der wiederum einige mehr oder minder entbehrliche Fortsetzungen zeitigte) – unter der Rubrik Guilty Pleasure und verweisen auf die <a href="https://filmfilter.at/fantastischer-film/heimeliger-horror-scream/">kompetente filmfilter-Kritik</a>.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/nRwLyKIBNU8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/nRwLyKIBNU8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>In Ninja Thybergs Spielfilmdebüt <strong><em>Pleasure</em></strong> geht es im Dienste der Wahrheit explizit und unzimperlich zur Sache. Und die Wahrheit ist, dass das Geschäft der Herstellung von Pornografie mit der Lust, die diese beim Konsumenten erzeugen soll, wenig zu schaffen hat. Dass es sich um ein milliardenschweres, beinhartes Business handelt, in dem Physis verbraucht und Psyche beschädigt wird. Dass Porno eben nicht leicht verdientes Geld bedeutet für Menschen, die gern Sex haben, und dass er erst recht keinen Freiraum eröffnet, in dem eine Frau ihre Sexualität entfalten könnte. Das sind nicht eben neue Erkenntnisse, allerdings werden sie von Thyberg und ihrem sich selbst nicht schonenden Darsteller:innen-Ensemble – darunter zahlreiche Protagonist:innen der kalifornischen Adult-Entertainment-Szene – auf ungewöhnliche Weise zusammengetragen: aus durchweg weiblicher Perspektive nämlich und ohne sich auch nur ein einziges Mal in den Fallstricken des Moralischen zu verheddern. Die Lust am Sex, die dem Pornografischen zugrunde liegt, stellt Thyberg nicht in Frage. Sie prangert vielmehr den verlogenen Umgang damit an sowie die mit dem Internet-Porno-Boom unstrittige Zunahme an demütigenden Darstellungen von und Gewalt an Frauen – in einem ohnehin männerdominierten, hierarchisch und machtbewusst organisierten Wirtschaftszweig, dessen Durchlässigkeit zum kriminellen Sektor außer Zweifel steht. Der vielfach erhellende Effekt von <em>Pleasure</em> ist vor allem Sofia Kappel in der Hauptrolle zu danken, die ungerührt durch den Sumpf watet, wie ein Magnet die Widersprüche des Gewerbes anzieht und gelassen zur Eskalation bringt (hier eine <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/lust-los/">ausführliche Analyse</a>).</p>
<figure id="attachment_6047" aria-describedby="caption-attachment-6047" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6047" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera-300x162.jpg" alt="" width="500" height="270" /><figcaption id="caption-attachment-6047" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6047" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="270" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=300%2C162&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1024%2C554&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=770%2C416&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1536%2C830&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=293%2C158&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1400%2C757&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=390%2C211&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1320%2C714&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?w=1998&amp;ssl=1 1998w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Pleasure, 2021, Ninja Thyberg</figcaption></figure>
<p>Apropos herausragende Schauspielerei: Nach <strong><em>Jackie</em></strong> (2016) lässt Pablo Larraín mit <strong><em>Spencer</em></strong> einer weiteren ikonisch gewordenen Frauengestalt des 20. Jahrhunderts auf seine Art Gerechtigkeit widerfahren. Und Kristen Stewart in der Titelrolle setzt einen weiteren Glanzpunkt in ihrer an Glanzpunkten ohnehin nicht armen Karriere. Mit der für sie typischen Mischung aus Selbstsicherheit und Verletzlichkeit holt sie Prinzessin Diana, deren Tod 1997 im Vereinigten Königreich eine Massenhysterie auslöste, aus dem Reich der Projektionen heraus – und stellt sie als Frau und Mutter, die unter himmelschreiend unnormalen Umständen um ihre Normalität ringt, vor uns hin. Dazu schlägt Jonny Greenwoods geradezu genialer Score erstaunlich trittsichere Brücken zwischen Barock und Jazz und sichert Stewarts Perfomance in jeder Hinsicht ab. Tatsächlich ist es eine Befreiung, deren Zeug:innen wir hier werden, tragisch aber ist zu wissen, dass diese nicht weit genug trug.</p>
<p>Mitproduziert wurde <em>Spencer</em> übrigens von Komplizen Film, der Firma von Maren Ade und Janine Jackowski, und gedreht wurde auf den Schlössern Friedrichshof im Taunus sowie Nordkirchen im südlichen Münsterland (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=VRAVuDTqloc&amp;t=12s" target="_blank" rel="noopener">hier der Trailer</a>).</p>
<figure id="attachment_6069" aria-describedby="caption-attachment-6069" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6069" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-300x200.jpg" alt="" width="500" height="334" /><figcaption id="caption-attachment-6069" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6069" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="334" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=770%2C514&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1536%2C1025&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=2048%2C1367&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=500%2C334&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=293%2C196&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1400%2C934&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1320%2C881&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Spencer, 2021, Pablo Larraín</figcaption></figure>
<p>Wir schließen mit der Schweizer Dramödie <strong><em>Wanda, mein Wunder</em></strong>. Es geht um einen erkrankten älteren Mann und seine emotional etwas verstopfte Familie, die durch das segensreiche Wirken eine Pflegerin aus Polen wieder zum Leben erweckt wird. Was klingt wie der Ausgangspunkt zu einer Wohlfühlkomödie im Anschluss an <em>Ziemlich beste Freunde, </em>ist unter der Regie von Bettina Oberli eine schwarzhumorige Geschichte mit offenem Ausgang geworden. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wJoq81dLvYM" target="_blank" rel="noopener"><em>Wanda, mein Wunder</em></a> kleistert die Differenzen, Ambivalenzen und Unvereinbarkeiten dieser Familie nämlich nicht mit Allgemein-Menschlichem zu (und ist neben André Jung, dessen Wunder Wanda ist, mit Agnieszka Grochowska in der Titelrolle, Marthe Keller und Birgit Minichmayr ausgezeichnet besetzt).</p>
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		<title>Realitätskontrolle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 18:00:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei höchst unterschiedliche, ausgezeichnet gespielte und keineswegs bloß „verkörperte“ Frauenfiguren stehen im Zentrum der Kinowoche: in „Pleasure“ bzw. in „Spencer“. Ein selektiver Überblick. Was hat die Woche zu bieten? Sind bereits die Routinen wieder eingezogen? Oder halten noch die guten Vorsätze das Ruder in der Hand? Wir verbuchen Scream (Scream 5) von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (hat schon mal jemand von denen gehört?) – den Reboot eines vergnüglichen Meta-Slashers von Wes Craven aus dem Jahr 1996 (der wiederum einige [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwei höchst unterschiedliche, ausgezeichnet gespielte und keineswegs bloß „verkörperte“ Frauenfiguren stehen im Zentrum der Kinowoche: in „Pleasure“ bzw. in „Spencer“. Ein selektiver Überblick.</em></p>
<p>Was hat die Woche zu bieten? Sind bereits die Routinen wieder eingezogen? Oder halten noch die guten Vorsätze das Ruder in der Hand? Wir verbuchen <strong><em>Scream</em></strong> (<em>Scream 5</em>) von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (hat schon mal jemand von denen gehört?) – den Reboot eines vergnüglichen Meta-Slashers von Wes Craven aus dem Jahr 1996 (der wiederum einige mehr oder minder entbehrliche Fortsetzungen zeitigte) – unter der Rubrik Guilty Pleasure und verweisen auf die <a href="https://filmfilter.at/fantastischer-film/heimeliger-horror-scream/">kompetente filmfilter-Kritik</a>.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/nRwLyKIBNU8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/nRwLyKIBNU8" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p><strong><em>Égalité</em></strong> heißt der dritte Film von Kida Khodr Ramadan, zugleich der erste der Produktionsfirma Macadamia &amp; Mothermilk, die Ramadan gemeinsam mit seinem Kumpel Frederick Lau gegründet hat. Ramadan erzählt die Geschichte von Familie Aydin, deren Tochter wegen eines ärztlichen Kunstfehlers erblindet. Im Zuge der Bemühungen des Vaters, dem Geschehenen auf den Grund zu gehen, bricht der Familie das Selbstverständnis als Teil der deutschen Gesellschaft zügig weg. Mit einem Male lauert allerorten Diskriminierung – oder ist es Paranoia? Wieviel trägt jede:r einzelne zu dieser Situation der Ungleichheit bei? Aus welchen Gründen? Vor allem aber: Lässt sich das ändern? Ramadan ist ein Filmemacher mit einem großen Herzen und er ist auf einer Mission, er fürchtet weder das Sentiment noch die Botschaft. Seines ist das klare und aufrechte Kino, das gesellschaftlich relevant sein will – und auf dem Weg dorthin sind ihm die inszenatorischen Feinheiten herzlich egal.</p>
<figure id="attachment_6067" aria-describedby="caption-attachment-6067" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6067" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana-300x169.jpg" alt="" width="500" height="281" /><figcaption id="caption-attachment-6067" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6067" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=500%2C281&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="281" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=1536%2C864&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=1400%2C788&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?resize=1320%2C743&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/lunana.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Lunana: A Yak in the Classroom, 2019, Pawo Choyning Dorji</figcaption></figure>
<p>Um einiges feinmotorischer geht Pawo Choyning Dorji vor, der in <strong><em>Lunana</em></strong> den Lehrer Ugyen in den Mittelpunkt stellt, der an die entlegenste Schule Bhutans im titelgebenden Dorf strafversetzt wird. Dort, mangels Strom nicht mehr abgelenkt von den Errungenschaften des digitalen Zeitalters, setzt bei dem jungen Mann ein Nachdenken ein. Doch für ein simples Zurück-zur-Natur-Happy-End ist der am Originalschauplatz mit Laien gedrehte Film zu klug. Weder ist in Lunana alles eitel Sonnenschein und gute Laune, noch ist das großstädtische Getriebe, aus dem der junge Mann kommt und in das er dringend wieder zurückkehren will, ein Auswurf der Hölle. Und die Rückbesinnung auf tradierte Werte ist auch nicht automatisch gekoppelt an die Erfüllung individueller Sehnsüchte. Solcherart macht Dorji die Widersprüchlichkeit seiner Gegenwart sichtbar, in der sowohl das Glück in der Gemeinschaft, die Zugehörigkeit, als auch das Glück des Einzelnen, die Selbstverwirklichung, hohe Werte darstellen. Zwischen beiden vermittelt <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kvaBHAePl5k" target="_blank" rel="noopener"><em>Lunana</em></a>, indem er im Inneren seiner Figur einen Begriff von Heimat keimen und wachsen lässt, den diese nun immer mit sich trägt. Man kann das auch eine Versöhnung nennen.</p>
<figure id="attachment_6047" aria-describedby="caption-attachment-6047" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6047" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera-300x162.jpg" alt="" width="500" height="270" /><figcaption id="caption-attachment-6047" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6047" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="270" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=300%2C162&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1024%2C554&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=770%2C416&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1536%2C830&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=500%2C270&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=293%2C158&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1400%2C757&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=390%2C211&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?resize=1320%2C714&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/pleasure-camera.jpg?w=1998&amp;ssl=1 1998w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Pleasure, 2021, Ninja Thyberg</figcaption></figure>
<p>Wovon in Ninja Thybergs Spielfilmdebüt <strong><em>Pleasure</em></strong> keine Rede sein kann, denn im Dienste der Wahrheit geht es hier explizit und unzimperlich zur Sache. Und die Wahrheit ist, dass das Geschäft der Herstellung von Pornografie mit der Lust, die diese beim Konsumenten erzeugen soll, wenig zu schaffen hat. Dass es sich um ein milliardenschweres, beinhartes Business handelt, in dem Physis verbraucht und Psyche beschädigt wird. Dass Porno eben nicht leicht verdientes Geld bedeutet für Menschen, die gerne Sex haben, und dass er erst recht keinen Freiraum eröffnet, in dem eine Frau ihre Sexualität entfalten könnte. Das sind nicht eben neue Erkenntnisse, allerdings werden sie von Thyberg und ihrem sich selbst nicht schonenden Darsteller:innen-Ensemble – darunter zahlreiche Protagonist:innen der kalifornischen Adult-Entertainment-Szene – auf ungewöhnliche Weise zusammengetragen: aus durchweg weiblicher Perspektive nämlich und ohne sich auch nur ein einziges Mal in den Fallstricken des Moralischen zu verheddern. Die Lust am Sex, die dem Pornografischen zugrunde liegt, stellt Thyberg nicht in Frage. Sie prangert vielmehr den verlogenen Umgang damit an sowie die mit dem Internet-Porno-Boom unstrittige Zunahme an demütigenden Darstellungen von und Gewalt an Frauen – in einem ohnehin männerdominierten, hierarchisch und machtbewusst organisierten Wirtschaftszweig, dessen Durchlässigkeit zum kriminellen Sektor außer Zweifel steht. Der vielfach erhellende Effekt von <em>Pleasure</em> ist vor allem Sofia Kappel in der Hauptrolle zu danken, die ungerührt durch den Sumpf watet, wie ein Magnet die Widersprüche des Gewerbes anzieht und gelassen zur Eskalation bringt (hier eine <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/lust-los/">ausführliche Analyse</a>).</p>
<figure id="attachment_6069" aria-describedby="caption-attachment-6069" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6069" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-300x200.jpg" alt="" width="500" height="334" /><figcaption id="caption-attachment-6069" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6069" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="334" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=770%2C514&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1536%2C1025&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=2048%2C1367&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=500%2C334&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=293%2C196&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1400%2C934&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?resize=1320%2C881&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/01/spencer_still_3_L1000959_Photo-credit-Pablo-Larrain-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Spencer, 2021, Pablo Larraín</figcaption></figure>
<p>Apropos herausragende Schauspielerei: Nach <strong><em>Jackie</em></strong> (2016) lässt Pablo Larraín mit <strong><em>Spencer</em></strong> einer weiteren ikonisch gewordenen Frauengestalt des 20. Jahrhunderts auf seine Art Gerechtigkeit widerfahren. Und Kristen Stewart in der Titelrolle setzt einen weiteren Glanzpunkt in ihrer an Glanzpunkten ohnehin nicht armen Karriere. Mit der für sie typischen Mischung aus Selbstsicherheit und Verletzlichkeit holt sie Prinzessin Diana, deren Tod 1997 im Vereinigten Königreich eine Massenhysterie auslöste, aus dem Reich der Projektionen heraus – und stellt sie als Frau und Mutter, die unter himmelschreiend unnormalen Umständen um ihre Normalität ringt, vor uns hin. Dazu schlägt Jonny Greenwoods geradezu genialer Score erstaunlich trittsichere Brücken zwischen Barock und Jazz und sichert Stewarts Perfomance in jeder Hinsicht ab. Tatsächlich ist es eine Befreiung, deren Zeug:innen wir hier werden, tragisch aber ist zu wissen, dass diese nicht weit genug trug.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/VRAVuDTqloc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/VRAVuDTqloc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Mitproduziert wurde <em>Spencer</em> übrigens von Komplizen Film, der Firma von Maren Ade und Janine Jackowski, und gedreht wurde u.a. auf den Schlössern Friedrichshof im Taunus sowie Nordkirchen im südlichen Münsterland.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/realitaetskontrolle/">Realitätskontrolle</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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