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		<title>Gesunde Wut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2022 16:00:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Glass Onion: A Knives Out Mystery“: Ex-Bond Daniel Craig wird hoffentlich bald ikonisch als Privatdetektiv Benoit Blanc. Um es vorwegzunehmen, Glass Onion ist einer der unterhaltsamsten und trotz seiner fast zweieinhalb Stunden Laufzeit kurzweiligsten Filme des laufenden Jahres. Eine Kontinuität zum ersten, ebenfalls ungeheuer entertaining ausgefallenen Knives Out-Film: Die Intelligenz der Konstruktion überträgt sich auf Zuschauerin und Zuschauer. Man ist, um es einmal hochgestochen zu formulieren, identifiziert mit dem Blick des Privatdetektivs Benoit Blanc (Daniel Craig in seiner hoffentlich in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Glass Onion: A Knives Out Mystery“: Ex-Bond Daniel Craig wird hoffentlich bald ikonisch als Privatdetektiv Benoit Blanc. </em></p>
<p>Um es vorwegzunehmen, <em>Glass Onion </em>ist einer der unterhaltsamsten und trotz seiner fast zweieinhalb Stunden Laufzeit kurzweiligsten Filme des laufenden Jahres. Eine Kontinuität zum ersten, ebenfalls ungeheuer <em>entertaining</em> ausgefallenen <em>Knives Out</em>-Film: Die Intelligenz der Konstruktion überträgt sich auf Zuschauerin und Zuschauer. Man ist, um es einmal hochgestochen zu formulieren, identifiziert mit dem Blick des Privatdetektivs Benoit Blanc (Daniel Craig in seiner hoffentlich in naher Zukunft, James Bond hin, James Bond her, ikonischen Rolle), der Schlüsse und Verbindungen zieht und versucht, die Rätsel um die Motive der Anwesenden und den Ablauf des Verbrechens zu lösen. Ein Film, der die Intelligenz des Publikums nicht mittels schwierigen Verrätselungen, sondern mit sehr eleganten Rätsellösungen mobilisiert.</p>
<p>Dann ist das Sequel auch noch um einiges lustiger als der erste <em>Knives Out</em>. Und letzterer war bereits mit einem ganzen Wurf skurriler Charaktere bevölkert, die so angelegt waren, dass der Cast zahlreiche Gelegenheiten hatte, sich schauspielerisch auszutoben. Auch an dem Punkt legt <em>Glass Onion </em>noch eine Schippe drauf. Gemordet wird hier unter einer Gruppe ehemaliger Freunde, die inzwischen nur noch durch Geld, gegenseitige Abhängigkeit, Schuld und Lügen miteinander verbunden sind. Und mittendrin der Detektiv, vor dessen Augen sich nicht nur die Motivlage entfaltet, sondern auch eine ganze Parade von Arschlöchern vorbeizieht.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/pt_kY3igK0Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/pt_kY3igK0Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>In diesem Aspekt ist der Subtext dieses Films enthalten, der bereits im ersten präsent war, wenn auch eher verborgen: Die Drehbücher von Regisseur Rian Johnson sind von einer spürbaren Wut auf reiche Menschen beseelt, in dem Wissen, dass man in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft nur an große Mengen Reichtum kommt, wenn man Geld und Kapital anderen entwendet oder sie ohne nennenswerte Gewissensbisse ausbeutet. Diese gesunde Wut schlägt in <em>Glass Onion </em>noch ungebremster durch, inklusive einer sehr lustvoll inszenierten Zerstörung der Milliardärsvilla. Edward Norton, wie alle anderen hier in Hochform, trägt das Übrige dazu bei, indem er das reiche Arschloch als stumpfen, Elon-Musk-förmigen Soziopathen spielt, und gerade nicht als Parodie. Wo es ja von Jahr zu Jahr schwerer wird, die herrschende Klasse mit den Mitteln der Kunst zu parodieren. Insofern würde dieser Film auch sehr gut als Double-Feature mit <em>Triangle of Sadness </em>(<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/leinen-los/">unsere Besprechung</a>) funktionieren.</p>
<p>Das Böse hat hier nichts Sinistres oder Mondänes, sondern ist vollends banal. Und der Mord geschieht nicht einmal mehr aus Leidenschaft. Wie schon im ersten Teil sind die Motive aller Beteiligten – Benoit Blanc und seinen erneut weiblichen Sidekick (dieses Mal gespielt von Janelle Monáe) ausgenommen – vollkommen schäbig. Und wenn auch die Raffinesse der Lösung wieder einmal beeindruckt, macht <em>Glass</em> <em>Onion </em>sich den Spaß, den Mörder als tumben Vollidioten zu porträtieren, der dem Detektiv die Lösung schwermacht, gerade weil seine Aktionen ungemein dumm sind. Ein Arsch halt, aber anders als im ersten Teil eben auch ein dummer Arsch – was dann auch das Wort ist, das in diesem Film in verschiedensten Variationen am häufigsten fällt.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/-xR_lBtEvSc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/-xR_lBtEvSc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Damit ist <em>Glass Onion </em>zum einen eine erneut berauschend intelligent gebaute Hommage an die große Tradition des Whodunit (inklusive eines sehr schönen Gastauftritts der im Oktober 2022 verstorbenen <em>Mord ist ihr Hobby</em>-Akteurin Angela Lansbury). Darüber hinaus zerlegt der Film zornig die aktuelle Ausprägung des Sozialcharakters des jungen Aufsteigers, der buchstäblich über Leichen geht und hier wahlweise in den Bereichen Hightech, Politik, Influencertum oder Mode reüssieren kann. Dagegen steht der abgeklärte, unkorrumpierbare Privatdetektiv. Insofern ist der zweite <em>Knives Out</em>-Film sozusagen strukturell nicht zuletzt eine Art Film Noir. Was man nur nicht gleich merkt, weil er vor allem hochkomisch ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Glass Onion: A Knives Out Mystery</strong><br />
<strong>USA 2022, Regie und Drehbuch</strong> Rian Johnson<br />
<strong>Mit</strong> Daniel Craig, Edward Norton, Dave Bautista, Janelle Monáe, Kate Hudson, Jessica Henwick<br />
<strong>Laufzeit</strong> 140 Minuten</p>
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		<title>Einfach mal was Schönes</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/einfach-mal-was-schoenes-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 21:15:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Einfach mal was Schönes“: Neben Karoline Herfurths Mutter-Ansage häufen sich im Kino geschlossene Gesellschaften auf wahnsinnsmagnetischen Inseln, nächste Woche „Knives Out 2“, schon diese Woche „The Menu“. Dazu eine magische Zauberflöte und eine namens Leonard Cohen. Hallelujah, unser Wochenfilter ist da. Es beginnt mit Abgründen unter glatter Oberfläche: Ralph Fiennes spielt in der schwarzen Horrorkomödie The Menu einen exzentrischen Starkoch, der auf einer abgelegenen Insel eine Gruppe ausgesuchter Gäste bewirtet und sich nach und nach als faschistoider Extremist entpuppt. Als [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Einfach mal was Schönes“: Neben Karoline Herfurths Mutter-Ansage häufen sich im Kino geschlossene Gesellschaften auf wahnsinnsmagnetischen Inseln, nächste Woche </em>„<em>Knives Out 2“, schon diese Woche „The Menu“. Dazu eine magische Zauberflöte und eine namens Leonard Cohen. Hallelujah, u</em><em>nser Wochenfilter ist da.</em></p>
<p>Es beginnt mit Abgründen unter glatter Oberfläche: Ralph Fiennes spielt in der schwarzen Horrorkomödie <strong><em>The Menu</em></strong> einen exzentrischen Starkoch, der auf einer abgelegenen Insel eine Gruppe ausgesuchter Gäste bewirtet und sich nach und nach als faschistoider Extremist entpuppt. Als ästhetischer Extremist, genau genommen, der Kochen als Kunst versteht, der sich die Menschen unterzuordnen haben. Das endet dann natürlich in Heulen und Zähneklappern, und das alles könnte sowohl als Horrorfilm wie auch im Subtext platt geraten sein, wären da nicht der wunderbare Cast (u.a. Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy und Nicholas Hoult) und die erstaunlich stilsichere Regie von Mark Mylod, der bislang vor allem mit Serienproduktionen aufgefallen ist (<em>Shameless, Succession</em>). <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/tortilla-total/">Unsere Kritik hier</a>.</p>
<p><strong><em>The Magic Flute – Das Vermächtnis der Zauberflöte </em></strong>hingegen löst ein, was das Luxusdinner seinen gelangweilten Gästen nur verspricht: zwei Stunden Eskapismus. Der Gesangsstudent Tim Walker (Jack Wolfe) öffnet in einem österreichischen Internat ein Portal, das direkt in die Welt von Mozarts <em>Zauberflöte </em>führt. Dort wird er zu Prinz Tamino und in die Geschichte um die Befreiung der Prinzessin Pamina (Asha Banks) aus den Klauen Sarastros (Morris Robinson) hineingezogen – immer im steten Wechsel mit der Wirklichkeit. Der Film ist neben vielem anderen auch ein Beleg dafür, dass man im Kino nach wie vor gerne jeden schönen Quatsch glaubt, wenn er nur überzeugend und pompös genug inszeniert ist.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/sP7o3TQkJcM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/sP7o3TQkJcM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Manche Songs lösen sich von ihren Autor:innen, entwickeln ein Eigenleben und bleiben doch eng mit ihnen verbunden. Leonard Cohens „Hallelujah“ ist so ein Song. Eines dieser ewig gültigen Lieder, die den Eindruck vermitteln, dass etwas Wesentliches (und beim Hören nach dem vierten Bier vielleicht sogar das Wesentliche) gesagt worden ist. Der Dokumentarfilm <strong><i>Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song </i></strong>entfaltet ausgehend von Cohens populärsten Lied ein Portrait des Künstlers – alles im etablierten Musik-Doku-Format und formal nicht aufregend, aber sehr schön anzusehen. Und vor allem anzuhören.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/ZgS8bY-Al2Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/ZgS8bY-Al2Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Karoline Herfurth hat sich in den letzten Jahren als eine Art Chronistin der Gegenwart von Mittelschichtsfrauen in Deutschland etabliert. Ihr letzter Film <em>Wunderschön </em>lief erst vor wenigen Monaten in den Kinos und erzählte recht überzeugend von den Schrecken und Belastungen des Schönheitswahns. <strong><em>Einfach mal was Schönes </em></strong>kreist um unkonventionelle Lebensentwürfe und Familienplanungen. Wenn man, wie Karla (Karoline Herfurth), auf die 40 zumarschiert und sich partout nicht der passende Mann für die Familiengründung finden lassen will, muss man sich anders behelfen. Die Mutter und die Geschwister von Karla sind von der Idee einer Mutterschaft ohne Vater allerdings nicht begeistert, und aus dieser Konstellation bastelt Herfurth <em>Einfach mal was Schönes</em>: treffende Kommentare zu Mutterschaft und den gesellschaftlichen Anforderungen an Frauen im Deutschland der Gegenwart.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/3kCG4R5Pvxs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/3kCG4R5Pvxs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die zweite deutsche Komödie, die in dieser Woche startet, erzählt von einem Paar, das das Gröbste bereits hinter sich hat. Alice (Esther Gemsch) und ihr Mann Peter (Stefan Kurt) sind frisch pensioniert und fahren auf Kreuzfahrt. Alices Idee, die Beziehung nach vierzig Jahren Ehe wieder zu beleben, scheitert; Alice tritt bei einem Landgang die Flucht an, dann geht es drunter und drüber. <strong><em>Die goldenen Jahre</em></strong>, geschrieben von Petra Volpe und inszeniert von Barbara Kulcsar, handelt von einer Ehekrise und tut trotzdem niemandem weh.</p>
<p>Der Kinderfilm der Woche läutet recht früh die Festtagskinosaison ein: <strong><em>Ein Weihnachtsfest für Teddy </em></strong>ist ein geradezu berauschend nostalgischer Weihnachtsfilm über einen Bären, der auf Weltreise gehen will. Und eine wehmütige Erinnerung an die Zeit, in der Kinder sich keine Playstation 5, sondern einen Plüschbären zu Weihnachten gewünscht haben. Wertkonservatives norwegisches Kinderkino mit dem Herz am rechten Fleck.</p>
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		<title>Einfach mal was Schönes</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 21:00:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Einfach mal was Schönes“: Im Kino gibt es erfundene Chroniken einer Handvoll Wahrheiten und so einiges mehr. Unser Wochenfilter. Man kann den Filmen von Alejandro González Iñárritu so einiges vorwerfen – formale Überladenheit, ein bisschen arg viel Bedeutsamkeit, Selbstverliebtheit; aber langweilig sind sie eigentlich nie. Das gilt auch für Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten, der jetzt in einigen Kinos anläuft und im Dezember dann auf Netflix. Überladen ist das alles wieder und allemal: Ursprünglich drei Stunden lang, hat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Einfach mal was Schönes“: Im Kino gibt es erfundene Chroniken einer Handvoll Wahrheiten und so einiges mehr. Unser Wochenfilter.</em></p>
<p>Man kann den Filmen von Alejandro González Iñárritu so einiges vorwerfen – formale Überladenheit, ein bisschen arg viel Bedeutsamkeit, Selbstverliebtheit; aber langweilig sind sie eigentlich nie. Das gilt auch für <strong><em>Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten</em></strong>, der jetzt in einigen Kinos anläuft und im Dezember dann auf Netflix. Überladen ist das alles wieder und allemal: Ursprünglich drei Stunden lang, hat Iñárritu (<em>Birdman</em>, <em>The Revenant</em>) seinen Film nach der Premiere auf zweieinhalb gekürzt. Erzählt wird von der inneren und äußeren Reise des Journalisten und Filmemachers Silverio (Daniel Giménez Cacho), der aus Los Angeles – der Stadt, in der auch Iñárritu lebt – nach Mexiko – dem Heimatland Iñárritus – zurückkehrt und in eine erkenntnisträchtige Lebenskrise gerät. Alles, Gegenwart und Vergangenheit vor allem, gerät durcheinander, und der Trailer ist schon mal rätselhaft wie nur was.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/ye6HhjOPRVs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/ye6HhjOPRVs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Noch eine Netflix-Produktion, aber eine ungebrochen unterhaltsame. <strong><em>Glass Onion: A Knives Out Mystery </em></strong>schließt an den ersten <em>Knives Out</em> an (hier <a href="https://filmfilter.at/starkes-stueck/knives-out-2019/">unser kurzer Text</a> dazu), der dem altehrwürdigen Genre des Whodunit neues Leben einhauchte. Daniel Craig rangelt sich als Privatdetektiv Benoit Blanc wieder, bewaffnet nur mit der eigenen Auffassungsaufgabe und der Macht der Logik, mit einer ganzen Reihe von charakterlich alles andere als astreinen Verdächtigen. Dieses Mal in Griechenland: Dort residiert der Milliardär Miles Bron (Edward Norton), der die Unternehmerin Andi Brand (Janelle Monáe), die Politikerin Claire Debella (Kathryn Hahn), den Wissenschaftler Lionel Toussaint (Leslie Odom Jr.), die Modedesignerin Birdie Jay (Kate Hudson) und deren Assistentin Peg (Jessica Henwick) sowie den YouTube-Star Duke Cody (Dave Bautista) sowie dessen Freundin Whiskey (Madelyn Cline) auf seine Privatinsel eingeladen hat. Jemand stirbt, und los geht es mit der heiteren Rätselraterei, während der sich natürlich Abgründe auftun – was auch sonst.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/-xR_lBtEvSc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/-xR_lBtEvSc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Abgründe unter der glatten Oberfläche hat es auch in <strong><em>The Menu </em></strong>zuhauf. Ralph Fiennes spielt in der schwarzen Horrorkomödie einen exzentrischen Starkoch, der auf einer abgelegenen Insel eine Gruppe ausgesuchter Gäste bewirtet und sich nach und nach als faschistoider Extremist entpuppt. Als ästhetischer Extremist, genau genommen, der Kochen als Kunst versteht, der sich die Menschen unterzuordnen haben. Das endet dann natürlich in Heulen und Zähneklappern, und das alles könnte sowohl als Horrorfilm wie auch im Subtext platt geraten sein, wären da nicht der wunderbare Cast (u.a. Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy und Nicholas Hoult) und die erstaunlich stilsichere Regie von Mark Mylod, der bislang vor allem mit Serienproduktionen aufgefallen ist (<em>Shameless, Succession</em>). <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/tortilla-total/">Unsere Kritik hier</a>.</p>
<p><strong><em>The Magic Flute – Das Vermächtnis der Zauberflöte </em></strong>hingegen löst ein, was das Luxusdinner seinen gelangweilten Gästen nur verspricht: zwei Stunden Eskapismus. Der Gesangsstudent Tim Walker (Jack Wolfe) öffnet in einem österreichischen Internat ein Portal, das direkt in die Welt von Mozarts <em>Zauberflöte </em>führt. Dort wird er zu Prinz Tamino und in die Geschichte um die Befreiung der Prinzessin Pamina (Asha Banks) aus den Klauen Sarastros (Morris Robinson) hineingezogen – immer im steten Wechsel mit der Wirklichkeit. Der Film ist neben vielem anderen auch ein Beleg dafür, dass man im Kino nach wie vor gerne jeden schönen Quatsch glaubt, wenn er nur überzeugend und pompös genug inszeniert ist.</p>
<p>Manche Songs lösen sich von ihren Autor:innen, entwickeln ein Eigenleben und bleiben doch eng mit ihnen verbunden. Leonard Cohens „Hallelujah&#8220; ist so ein Song. Eines dieser ewig gültigen Lieder, die den Eindruck vermitteln, dass etwas Wesentliches (und beim Hören nach dem vierten Bier vielleicht sogar das Wesentliche) gesagt worden ist. Der Dokumentarfilm <strong><i>Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song </i></strong>entfaltet ausgehend von Cohens populärsten Lied ein Portrait des Künstlers – alles im etablierten Musik-Doku-Format und formal nicht aufregend, aber sehr schön anzusehen. Und vor allem anzuhören.</p>
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<p>Karoline Herfurth hat sich in den letzten Jahren als eine Art Chronistin der Gegenwart von Mittelschichtsfrauen in Deutschland etabliert. Ihr letzter Film <em>Wunderschön </em>lief erst vor wenigen Monaten in den Kinos und erzählte recht überzeugend von den Schrecken und Belastungen des Schönheitswahns. <strong><em>Einfach mal was Schönes </em></strong>kreist um unkonventionelle Lebensentwürfe und Familienplanungen. Wenn man, wie Karla (Karoline Herfurth), auf die 40 zumarschiert und sich partout nicht der passende Mann für die Familiengründung finden lassen will, muss man sich anders behelfen. Die Mutter und die Geschwister von Karla sind von der Idee einer Mutterschaft ohne Vater allerdings nicht begeistert, und aus dieser Konstellation bastelt Herfurth <em>Einfach mal was Schönes</em>: treffende Kommentare zu Mutterschaft und den gesellschaftlichen Anforderungen an Frauen im Deutschland der Gegenwart.</p>
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<p>Die zweite deutsche Komödie, die in dieser Woche startet, erzählt von einem Paar, das das Gröbste bereits hinter sich hat. Alice (Esther Gemsch) und ihr Mann Peter (Stefan Kurt) sind frisch pensioniert und fahren auf Kreuzfahrt. Alices Idee, die Beziehung nach vierzig Jahren Ehe wieder zu beleben, scheitert; Alice tritt bei einem Landgang die Flucht an, dann geht es drunter und drüber. <strong><em>Die goldenen Jahre</em></strong>, geschrieben von Petra Volpe und inszeniert von Barbara Kulcsar, handelt von einer Ehekrise und tut trotzdem niemandem weh.</p>
<p>Der Kinderfilm der Woche läutet recht früh die Festtagskinosaison ein: <strong><em>Ein Weihnachtsfest für Teddy </em></strong>ist ein geradezu berauschend nostalgischer Weihnachtsfilm über einen Bären, der auf Weltreise gehen will. Und eine wehmütige Erinnerung an die Zeit, in der Kinder sich keine Playstation 5, sondern einen Plüschbären zu Weihnachten gewünscht haben. Wertkonservatives norwegisches Kinderkino mit dem Herz am rechten Fleck.</p>
<p>Last, not least: <strong><em>The Middle Man</em></strong> – hier die <a href="https://www.perlentaucher.de/im-kino/filmkritik-zu-the-middle-man-von-bent-hamer.html?nle_id=10685" target="_blank" rel="noopener">Besprechung</a> des perlentaucher.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/einfach-mal-was-schoenes/">Einfach mal was Schönes</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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