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		<title>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/features/mit-liebe-und-unerbittlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jul 2023 10:45:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Mit Liebe und Unerbittlichkeit / Avec amour et acharnement“: Nichts muss einem fremd sein von dem, was diese Ménage-à-trois auf der Leinwand treibt. Zu Anfang ein paar Sätze, die ich vor ein paar Jahren woanders über die Filme von Claire Denis geschrieben habe, und die in meinen Ohren immer noch halbwegs stimmig und richtig klingen: „Das Kino lebt von dem Versprechen, Dinge über das Leben nicht nur zu behaupten und mitzuteilen, sondern sie spürbar werden zu lassen. Im Falle der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Mit Liebe und Unerbittlichkeit / Avec amour et acharnement“: Nichts muss einem fremd sein von dem, was diese Ménage-à-trois auf der Leinwand treibt.</em></p>
<p>Zu Anfang ein paar Sätze, die ich vor ein paar Jahren woanders über die Filme von Claire Denis geschrieben habe, und die in meinen Ohren immer noch halbwegs stimmig und richtig klingen: „Das Kino lebt von dem Versprechen, Dinge über das Leben nicht nur zu behaupten und mitzuteilen, sondern sie spürbar werden zu lassen. Im Falle der Filme von Claire Denis ist die Körperlichkeit der Bilder das Medium dieses Wissens, ungleich stärker als bei den meisten anderen Filmemacherinnen und -machern. Im Zentrum ihres Kinos stehen nicht Plots, die von A nach B erzählt werden, sondern die Körper der Figuren, die miteinander und mit der Welt um sie herum interagieren – pragmatisch, diszipliniert, grenzüberschreitend, lust- und gewaltvoll, aber nur sehr selten glücklich.“</p>
<p>Des Weiteren zur ersten Annäherung ein paar Sätze zum deutschen Titel dieses wieder einmal schrecklich intensiven Films, <em>Mit Liebe und Entschlossenheit</em>, der führt gleich einmal auf die falsche Spur. Der französische Titel, <em>Avec amour et acharnement</em>, ließe sich besser mit <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> übersetzen (meint der Google-Translator), und das wiederum ist dann auch ein schönes Begriffspaar zur Beschreibung des Kinos von Claire Denis im Gesamten. Die Filme von Denis wissen um „Schönheit und Scheiße des Menschengeschlechts“ (Wiglaf Droste) und nehmen beides sozusagen unverwandt in den Blick. Ein Blick, der nicht zärtlich ist, sondern Gewalt zulässt und auch braucht, um das zeigen zu können, was er zeigen will. Aber liebend darin, dass er alles annimmt und zulässt und nicht richtet.</p>
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<p>Schönheit und Scheiße im Falle von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> (nennen wir den Film von jetzt an besser so): Seit zehn Jahren leben Jean (Vincent Lindon) und Sara (Juliette Binoche) zusammen. Jean ist der Mann nach François (Grégoire Colin), der an Sara damals irgendwie das Interesse verloren hat. Nun taucht er wieder auf und will nochmal, und Sara zieht es heftig zurück und zu ihm hin. Warum, erfährt man nicht, wie immer bei Denis sind die Figuren zuerst als Körper präsent, nicht als Subjekte mit einer Psychologie, die sich genrekonform auffächern ließe. Jean ist ruhig und verschlossen und spricht nicht über seine Gefühle. Sondern wartet ab, bis passiert, was passieren muss und lässt dann alles raus und eskaliert. Sara will über Gefühle reden, lügt aber ausdauernd, wenn es darum geht, was gerade mit ihr passiert. François bezieht Lust aus der Destruktion: mit überlegenem Lächeln zerstören, was da ist, in dem Fall die Beziehung eines seiner ehemals besten Freunde und einer früheren Liebe. Ein formvollendeter Narzisst, so viel Küchenpsychologie dann doch, der sich schmollend ins Badezimmer verzieht, nachdem er Sara erfolglos zum Analverkehr drängeln wollte.</p>
<p>Von Ménages à trois wird im französischen Kino eventuell öfter erzählt als anderswo. Denis presst dem klassischen Sujet mit Leichtigkeit noch einmal eine ungewohnte Tonalität ab, indem sie die Dynamik dieser Beziehung nicht vorführt und moralisch für uns auswertet (wenig interessiert in den Filmen von Claire Denis so wenig wie Moral), sondern sie gleichsam in Zuschauerin und Zuschauer hinein verlegt. Mit den Mitteln des Körperkinos, das so gebaut ist, dass Verbindungen zwischen den Leinwandkörpern und den Körpern vor der Leinwand entstehen. In der ersten Hälfte von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> werden die drei Figuren auf ihre jeweiligen Schienen gesetzt und marschieren dann in die Richtung los, in die sie eben müssen. Die eben unerbittliche Ausweglosigkeit wird verstärkt durch die Drone-förmige Musik von Claire Denis’ Hausband Tindersticks und die die Räume sukzessive verkleinernde Kameraführung von Éric Gautier (der auch den ebenfalls 2022 entstandenen Denis-Film <em>Stars at Noon </em>gefilmt hat; mit ihrer Stammkamerafrau Agnès Godard hat Denis seit <em>Meine schöne innere Sonne </em>nicht mehr zusammengearbeitet).</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-10699" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03-300x169.jpg" alt="Colin, Binoche, Mit Liebe und Entschlossenheit" width="550" height="309" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-10699" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Colin, Binoche, Mit Liebe und Entschlossenheit" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?w=1272&amp;ssl=1 1272w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Ab der Mitte etwa, wenn es mit der Affäre richtig losgeht, ändert sich der Rhythmus der Bilder und damit auch die Eingebundenheit von Betrachterin und Betrachter. Alles läuft auf eine unvermeidliche Eskalation zu, und als es so weit ist, zeigt sich der wirklich singuläre Blick auf die Menschen vor der Kamera in den Filmen Claire Denis konzentriert: eine Unparteilichkeit, die eine Form von Liebe ist, und die Claire Denis selbst noch in einem Kannibalenfilm wie <em>Trouble Every Day </em>herstellen und erhalten kann.</p>
<p><strong>(Spoilerwarnung: Von hier an sollte man den Film schon gesehen haben.)</strong></p>
<p>Im Falle von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em>: Jean hat endlich Sicherheit und Beweise, legt die Sprachlosigkeit ab und den Zorn der Gerechten an. Sara hört nicht auf damit abzustreiten und, als es sich nicht mehr abwenden lässt, irgendwelche Banalitäten von sich zu geben, und man ist in dieser kurzen Zeitspanne auf Seiten des Mannes (und wundert sich, weil man das in diesen Filmen ansonsten eben nicht ist, auf einer Seite; sondern immer auf allen zugleich, im selben Maß in der Schönheit und der Scheiße). Die Körper lösen das dann auf: die gepresst-lustvolle Gewalttätigkeit des Mannes mitsamt Möbelweitwurf im gemeinsamen Wohnzimmer wird abgelöst durch einen Ausbruch der Frau, einen Schrei: Sie sei noch nie, wirklich noch nie in ihrem Leben frei gewesen. Und der Schrei überschreibt den Zorn nicht, sondern stellt beides nebeneinander, gleichberechtigt, beides ist im Raum präsent und geht da auch nicht mehr weg.</p>
<p>Deswegen muss dieser Raum geschlossen werden, weil sich das nicht mehr auflösen lässt, und die Beziehung kommt zu einem Ende. Der eine geht zu etwas zurück, die andere geht ins Offene. <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit </em>ist ein gnadenloser Film, in dem man alle und alles gleichermaßen verstehen kann. Mit Liebe und Unerbittlichkeit zu erzählen und zu filmen läuft im Kino von Claire Denis auf das Wissen hinaus, dass einem, so einfach ist es dann mit einem Mal vielleicht doch, wirklich nichts von dem, was man zu sehen und zu spüren bekommt, fremd ist oder sein müsste. (Hier geht’s <a href="https://nonstopkino.at/movies/mit-liebe-und-entschlossenheit/" target="_blank" rel="noopener">zum Trailer</a>.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Mit Liebe und Entschlossenheit / Avec amour et acharnement</strong><br />
<strong>Frankreich 2022, Regie</strong> Claire Denis<br />
<strong>Mit</strong> Juliette Binoche, Vincent Lindon, Grégoire Colin<br />
<strong>Laufzeit</strong> 116 Minuten</p>
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		<title>Trouble Every Day (2001)</title>
		<link>https://filmfilter.at/starkes-stueck/trouble-every-day-2001/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 15:00:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das mit der Vampir-Erotik ist ja so eine Sache; denkt man an Christopher Lee als Graf Dracula oder an Murnaus Nosferatu und daran, wie dieselben sich über hingestreckte Frauenkörper beugen, um ihre scharfen Zähne in eine mehr oder weniger willentlich dargebotene Halsschlagader zu bohren, dann rieseln einem eher kalt-prickelnde Schauer über den Rücken, als dass sich der Kehle ein entsetzter Schmerzensschrei entränge. Der ließe sich nun allerdings getrost angesichts Claire Denis‘ Trouble Every Day ausstoßen. Denn hier wird die Sache [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/starkes-stueck/trouble-every-day-2001/">Trouble Every Day (2001)</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das mit der Vampir-Erotik ist ja so eine Sache; denkt man an Christopher Lee als Graf Dracula oder an Murnaus Nosferatu und daran, wie dieselben sich über hingestreckte Frauenkörper beugen, um ihre scharfen Zähne in eine mehr oder weniger willentlich dargebotene Halsschlagader zu bohren, dann rieseln einem eher kalt-prickelnde Schauer über den Rücken, als dass sich der Kehle ein entsetzter Schmerzensschrei entränge. Der ließe sich nun allerdings getrost angesichts Claire Denis‘ <em>Trouble Every Day</em> ausstoßen. Denn hier wird die Sache mit der Blutsauferei beim kannibalischen Wort genommen und weicht die Lust recht rasch der Last. Jener nämlich, die die Aberration für die Befallenen bedeutet, ebenso wie für deren Umfeld, um einmal ganz zu schweigen von den Opfern, denen jeweils noch Zeit genug bleibt, um zu realisieren, dass sie sich auf die völlig Falschen eingelassen haben und dieses sexuelle Abenteuer ihr letztes sein wird.</p>
<p>Die Atmosphäre von <em>Trouble Every Day</em> ist bestimmt vom sanft-ruppigen Soundtrack der Tindersticks sowie der intim-flüchtigen Bildgestaltung von Kamerafrau Agnès Godard. Die Handlung bleibt Skizze: Shane und June verbringen ihre Flitterwochen in Paris; zugleich sucht Shane, der seltsame biologische Forschungen betreibt, seine vormaligen Kollegen Léo und dessen Frau Coré; von Coré heißt es, sie sei schwer krank, und auch Shane sieht sich von befremdlichen Gelüsten geplagt.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/vP4RtxWQuec" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/vP4RtxWQuec" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Wer wann mit wem welche Experimente durchgeführt haben mag und ob überhaupt, ist angesichts der durchweg grausigen Resultate weniger wichtig als die Haltung gegenüber den Monstren, die nun unter uns sind. Denis betrachtet sie und ihr drastisches Treiben mit einer Zärtlichkeit, die das Publikum herausfordert. Nicht zuletzt deswegen wird ihr bei der Uraufführung 2001 in Cannes kontrovers aufgenommenes Werk mittlerweile als Vorreiter jenes transgressiven, weiblichen Körperkinos gewertet, mit dem Julia Ducournau <em>(Raw, Titane</em> – hier <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/motoroelmensch/">unsere Kritik</a>) derzeit für nicht eben wenig Aufsehen sorgt.</p>
<h6>Auf Blu-ray, DVD oder VoD erschienen bei rapid eye movies</h6>
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		<title>Schmerzensmänner</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/schmerzensmaenner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 17:30:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei oft erzählte Geschichten („Batman“, „Cyrano“), ein weiterer Paul-Schrader-Schmerzensmann auf der Suche nach Erlösung, eine einst irritierende Kino-„Premiere“ von Claire Denis und zwei absolute Mafiaklassiker. Es scheint immer tiefer bergab zu gehen für den neben Superman sicherlich stilbildendsten Comic-Helden. Christopher Nolan machte es in Anlehnung an die Comics von Frank Miller vor: Sein Batman war, anders als der weltgewandte, nur etwas sonderbare Bruce Wayne in den Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher, ein Schmerzensmann. Auch der Batman aus Zack [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwei oft erzählte Geschichten („Batman“, „Cyrano“), ein weiterer Paul-Schrader-Schmerzensmann auf der Suche nach Erlösung, eine einst irritierende Kino-„Premiere“ von Claire Denis und zwei absolute Mafiaklassiker.</em></p>
<p>Es scheint immer tiefer bergab zu gehen für den neben Superman sicherlich stilbildendsten Comic-Helden. Christopher Nolan machte es in Anlehnung an die Comics von Frank Miller vor: Sein Batman war, anders als der weltgewandte, nur etwas sonderbare Bruce Wayne in den Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher, ein Schmerzensmann. Auch der Batman aus Zack Snyders <em>Justice League</em>-Trilogie wusste, dass das Leben als Batman eins der schwersten und die Welt ein verrohter, bösartiger Ort ist. In der neuen Wiederauflage des endlos währenden Franchise, <strong><em>The Batman</em></strong> (Regie: Matt Reeves), schlurft Robert Pattinson mit verschmiertem Kajal unter den Augen durch den Regen von Gotham City und scheint vor allem von Rachedurst zerfressen zu sein. In den drei Stunden, die auch dieser Film wieder dauert, kippt die Saga ins Thrillergenre, es geht tatsächlich darum, eine dunkle Vergangenheit detektivisch aufzuklären. Und da dieses Mal wieder der Riddler (Paul Dano) als Villain auf die Piste geschickt wurde, gibt es viele Rätsel zu lösen, weswegen dieser Film, gemeinsam mit der depressiven urbanen Szenerie, immer wieder an David Finchers <em>7even </em>erinnert. Nicht die schlechteste Referenz.</p>
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<p>Eine weitere sehr oft erzählte Geschichte, zum Beispiel <a href="https://www.youtube.com/watch?v=phbGyRrWdxQ" target="_blank" rel="noopener">1990 mit Gerard Depardieu</a> in der Titelrolle: <strong><em>Cyrano</em></strong><em>. </em>Diesmal gibt Peter Dinklage den unglücklich Verliebten, der ein großes Herz, literarisches Talent und einen schnellen Degen hat – nur ist er eben kleinwüchsig und kommt deswegen als Ehegatte für Roxanne (Haley Bennett), meint er, nicht in Frage. Joe Wright hat mit <em>Abbitte </em>und <em>Die dunkelste Stunde </em>farbensatte Geschichtsfilme produziert, Schinken hätte man früher gesagt, technisch perfekt und mitreißend inszeniert. Auch <em>Cyrano </em>schöpft aus dem Vollen: Es ist ein prächtiges Musical, mit der melancholischen Musik der Band The National, die auch in diesem Zusammenhang erstaunlich gut funktioniert. Wenn man in dieser Kinowoche einmal wirklich alles um sich rum vergessen möchte – Gründe gibt es gerade ja genug –, dann geht das wohl am besten mit diesem Film.</p>
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<p>Paul Schrader <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/des-teufels-gebetbuch/">arbeitet derweil weiter</a> an seiner Großerzählung des einsamen, zerquälten Mannes. In <strong><em>The Card Counter</em></strong> sind es Schuld und Rachelust, die William Tell (Oscar Isaac) beuteln. Nach den Folterungen im Abu-Ghraib-Gefängnis musste Tell als beteiligter Soldat in den Knast, sein Vater brachte sich um. Jetzt sucht er die Erlösung, wie eigentlich alle Männer in den Drehbüchern und Regiearbeiten Schraders. Und die soll die Ermordung eines Offiziers (Willem Dafoe) bringen, der damals involviert war und straffrei geblieben ist. Das wird aller Voraussicht nach alles natürlich wieder einmal nicht funktionieren. Schließlich ist Paul Schrader der vielleicht letzte große Film-Noir-Regisseur.</p>
<p>Noch ein paar Stufen düsterer ist Claire Denis’ <strong><em>Trouble Every Day</em></strong>, der 2001 in Cannes Premiere feierte und jetzt zum ersten Mal in deutschen Kinos läuft. Die Restaurierung hat Denis’ damalige Kamerafrau Agnès Godard gemacht, die Regisseurin soll damit sehr zufrieden sein.</p>
<figure id="attachment_6826" aria-describedby="caption-attachment-6826" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=550%2C410&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6826" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day-300x223.jpg" alt="" width="550" height="410" /><figcaption id="caption-attachment-6826" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6826" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=550%2C410&#038;ssl=1" alt="" width="550" height="410" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=300%2C223&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=1024%2C763&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=770%2C573&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=1536%2C1144&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=500%2C372&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=293%2C218&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=1400%2C1043&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=390%2C290&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?resize=1320%2C983&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/03/trouble-every-day.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Trouble Every Day, 2001, Claire Denis</figcaption></figure>
<p>Auf den ersten Blick ist <em>Trouble Every Day </em>eine Vampirgeschichte. Vincent Gallo schleicht bleich durch die Szenerie, Béatrice Dalle lockt ahnungslose Jünglinge in ihre Wohnung. Beide haben sich bei einem Experiment infiziert, das unnatürlichen Blutdurst geweckt hat. Allerdings ist der Vampirismus hier ein Kannibalismus und also kein aristokratisches Blutsaufen, sondern ein ziemliches Geschlachte, das nicht einmal in den gängigen Konventionen des Splatterfilms inszeniert wurde. <em>Trouble Every Day </em>nimmt das Horrorgenre nur als Folie. Die drastischen Körperszenen sind hier nahezu abstrakt gefilmt. In diversen längeren Sequenzen füllt die Haut die ganze Leinwand und man sieht die Poren. Dass bei der Premiere in Cannes zahlreiche Zuschauer:innen rausgelaufen sein sollen, liegt wohl auch daran, dass der Körperhorror sich gängigen Konventionen komplett verschließt und dementsprechend irritierend wirkt. Zumal die von Denis und Godard geschaffenen Bilder, auch die schrecklichsten, nicht ohne Schönheit sind.</p>
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<p>Noch eine Wiederaufführung, nämlich zweier der objektiv besten Filme der Welt, <strong><em>Der Pate </em></strong>und <strong><em>Der Pate II</em></strong>. Was soll man noch dazu sagen? Vielleicht das: Wer sich auch nur peripher für das Kino als Kunstform interessiert, muss die ersten beiden Teile von Coppolas <em>Godfather</em>-Trilogie mindestens einmal gesehen haben (am dritten Teil scheiden sich dann die Geister). Die seltene Möglichkeit, die Saga einmal (oder noch einmal) auf großer Leinwand zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/schmerzensmaenner/">Schmerzensmänner</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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