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		<title>Sport im Film</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/features/sport-im-film/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jennifer Borrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2024 09:45:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Oberhausen 2024: Die 70. Internationalen Kurzfilmtage richteten heuer den Blick auf ihre eigene Geschichte. Material und Medium, aber auch Wahrnehmungen und Repräsentationen standen im Fokus – sowohl in der Sektion Thema, als auch in mehreren österreichischen Filmbeiträgen. Manchmal ist die Realität der Welt, in der wir leben, so schockierend, dass das filmische Verhandeln der Wirklichkeit im Jetzt nicht möglich ist und erst später retrospektiv filmisch analysiert werden kann. Das Kino kann in solchen Fällen in die Zukunft und ins möglicherweise [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Oberhausen 2024: Die 70. </em><em>Internationalen Kurzfilmtage richteten heuer den Blick auf ihre eigene Geschichte. Material und Medium, aber auch Wahrnehmungen und Repräsentationen standen im Fokus – sowohl in der Sektion Thema, als auch in mehreren österreichischen Filmbeiträgen.</em></p>
<p>Manchmal ist die Realität der Welt, in der wir leben, so schockierend, dass das filmische Verhandeln der Wirklichkeit im Jetzt nicht möglich ist und erst später retrospektiv filmisch analysiert werden kann. Das Kino kann in solchen Fällen in die Zukunft und ins möglicherweise Irreale gehen – Science Fiction und Superheld:innen filmisch verhandeln. Es kann aber auch in die Vergangenheit blicken, um Geschichte aufzuarbeiten und Film auch als historische Quelle zu nutzen und zu diskutieren.</p>
<p>Die Oberhausener Kurzfilmtage 2024 hatten spürbar weniger Publikum als im vergangenen Jahr (hauptsächlich ein Resultat der Solidaritätsbekundung mit Israel durch Festivalleiter Lars Henrik Gass und dem daraus resultierenden Boykottaufruf gegen das Festival) und setzten ihren thematischen Fokus auf ihr eigenes Archiv. Sie verhandelten inhaltlich und auf das filmische Medium bezogen ihre eigene Historie und Materialgeschichte allgemein: Mehrere Programmpunkte, wie das diesjährige Thema der Kurzfilmtage „Sport im Film“, das Programm „Re-Selected“ – die letzte Ausgabe dieser von Tobias Hering programmierten Sektion auf den Kurzfilmtagen –, Profile wie Abraham Ravett oder „Übersehene Filme“ und sogar das Verleihprogramm des österreichischen „sixpackfilm“ setzten komplett, teilweise oder zumindest in Anlehnung auf bzw. an das Analoge.</p>
<p>„Sport im Film“ ist eine Entdeckungsreise der Sportfilmtage Oberhausen, die zwischen 1968 und 1977 während der Hochzeit des Kalten Krieges alle zwei Jahre stattfanden. Fünf Programme beschäftigten sich u.a. mit stereotypisierten (Körper-)Bildern von Frauen und Männern im Sport-Film, mit verschiedenen Disziplinen oder Sport als sozialem Faktor. Sichtbar wird hier, wie Sport vom Publikum wahrgenommen wird; wie er im Kino und vor allem im Fernsehen immer von Medien gestaltet und instrumentalisiert und damit mitbestimmt wurde, wie wir Medienkonsumentinnen die Athleten und den Sport an sich, aber auch die Randständigen wie Stadionbesucherinnen oder Fans wahrnehmen.</p>
<figure id="attachment_11428" aria-describedby="caption-attachment-11428" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-11428" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze-300x169.jpeg" alt="oberhausen 2024, mädeltänze" width="550" height="309" /><figcaption id="caption-attachment-11428" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-11428" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="oberhausen 2024, mädeltänze" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/oberhausen2024_maedeltaenze.jpeg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Gymnastische Bewegungsspiele und Mädeltänze, 1944</figcaption></figure>
<p>Die Aufforderung, den Blick zu schärfen, war bereits dem Festival-Trailer inhärent: Er beginnt mit mahnenden Worten für Filmvorführer („Please focus the projector“) und lenkt damit den Blick auf das analoge Medium und eine fast archaisch anmutende Vorführtechnik, die auf den meisten Festivals nicht mehr zur Hauptaufgabe der Vorführerinnen, noch zu den Seh- und Erfahrungsgewohnheiten des Publikums gehört. In diesem Jahr gab es in Oberhausen viele wunderschöne, verschrammte und zum Teil rotstichige 16mm- und 35mm-Kopien zu sehen: Die Kopie als Original wurde gefeiert.</p>
<p>Auch die österreichischen Beiträge in der Sektion „Distributors“ (sixpackfilm) und im „Internationalen Wettbewerb“ von Oberhausen beschäftigten sich u.a. mit analogem Material wie Fotos, Super-8-Aufnahmen und sogar Kunstdrucken. Zum Teil wurde analog gedreht, zum Teil wurde auch das analoge Drehen oder Projizieren selbst (digital) aufgenommen. <em>Avec la 4e Division Marocaine de Montagne</em> (Ö, 2024) von Stefania Smolkina setzte Fotos und Drucke in Szene und kombinierte sie eindrücklich mit zum Teil originalen Interviewtönen. <em>abstechen</em> (Ö, 2023) von Angelika Reitzner erschuf mit körnigen Super8-Aufnahmen eine Kombination aus Familiengeschichte und eine filmische Kritik über nachhaltiges Schlachten. Drei Filme über, von oder mit Friedl vom Gröller sind Künstlerinnenporträts, die die Künstlerin, aber auch das Medium und die Technik inszenieren: <em>Friedl</em> (Ö, 2023) von Christiana Perschon, <em>Ich will nicht gefilmt werden, sondern selber filmen</em> (Ö, 2023) und <em>Palmer</em> (Ö, 2023), beide von Friedl vom Gröller. Auch hier ist – vielleicht subtiler und leiser – Künstlerin und porträtierter Mensch Idol und Heldin.</p>
<figure id="attachment_11429" aria-describedby="caption-attachment-11429" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-11429" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02-300x169.jpg" alt="Gröller, Perschon, Friedl, 2023" width="550" height="309" /><figcaption id="caption-attachment-11429" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-11429" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Gröller, Perschon, Friedl, 2023" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2024/05/V23friedl02.jpg?w=1272&amp;ssl=1 1272w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Friedl, 2023, Christiana Perschon</figcaption></figure>
<p>Im von Dietrich Leder kuratierten Thema wurden in erster Linie Lehrfilme, Sportberichterstattung, Trainings-Filme und dokumentarische Filme über eben solche Idole und Helden gezeigt. Einige der schönsten Sportlerinnenporträts, weil persönlich und einfühlsam inszeniert, waren: <em>Autobus Z Napisem ‚Koniec‘</em> von Mariusz Walter (PL, 1971), <em>Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner</em> (BRD, 1974) von Werner Herzog oder <em>The Flashettes</em> (USA, 1977) von Bonnie L. Friedman. Hier wurden auch Antihelden heroisiert und sympathisch porträtiert. Antiheldin meint hier: Es sind nicht unbedingt die sportlichen Gewinnertypen im Fokus, sondern Sportlerinnen, die ihre Disziplin wegen dieser selbst ausüben, nicht der Preise oder Werbeverträge wegen, oder denen es zuvörderst um den Teamgeist geht. So war es fast nicht verwunderlich, dass das Publikum im Kino wie bei einer Liveübertragung noch vor Ende des Films von Mariusz Walter klatschte: Weil nämlich der dänische Radfahrer auf der Friedensfahrt, der praktisch die gesamte Filmlänge über direkt vor dem Besenwagen am Schluss der Gruppe gefahren war, endlich das Stadion und damit das Ziel erreicht hat. Die Dynamik des Mitfieberns hatte sich auf den ganzen Kinosaal übertragen. So aber auch die Angst um den Schweizer Walter Steiner, dessen Skiflüge so weit waren, dass die Gefahr einer großen Verletzung und die wunderschön komponierten Zeitlupenaufnahmen Werner Herzogs für ständige Anspannung im Kino sorgten.</p>
<p>Was bleibt am Ende? Im Postheroismus gehen uns Helden verloren, so der Politologe Herfried Münkler. Der Sport sei eine der letzten Instanzen, in der Helden produziert würden. Der Film und das Kino, das hat die Filmauswahl von Oberhausen gezeigt, aber eben auch in großem Maß. Seien es subtile Systemkritiken ungarischer Filmschaffender oder Porträts kleiner und großer Heldinnen im Sport, der wie ein Kinoerlebnis Menschen in Massen gemeinsam fokussieren lassen kann. Positiv konnotierte und klar zuordenbare Helden sind momentan vielleicht wichtiger denn je. Allerdings müssen auch hier die Narrative, die dazu formuliert werden, jeweils immer kritisch hinterfragt werden. Wer inszeniert was und für wen, wann und in welcher Form und Absicht, sind Fragen, die unsere Kritik der bewegten Bilder stets begleiten sollte. In dieser Hinsicht war der retrospektive Blick ins Archiv eine wichtige Erinnerung an diese Aspekte.</p>
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		<title>Vom Bleiben und Verschwinden</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/vom-bleiben-und-verschwinden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2022 14:00:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus dem Leben eines Träumers, der Albtraum einer traumatisierten Frau, eine letzte analoge Filmvorführung und aus dem Autofabriksleben Ausgestoßene in: „We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden“. Wahrscheinlich ist Heinrich Vogeler (1872-1942) heutzutage vielen Menschen unbekannt. Um die Jahrhundertwende aber war der Zeitgenosse Rainer Maria Rilkes, Paula Modersohn-Beckers und Auguste Rodins, um nur einige zu nennen, ein erfolgreicher Künstler, der sich als Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge und Schriftsteller betätigte. (Neu-)Bekanntmachen kann man sich mit Vogeler – den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus dem Leben eines Träumers, der Albtraum einer traumatisierten Frau, eine letzte analoge Filmvorführung und aus dem Autofabriksleben Ausgestoßene in: „<em>We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden“.</em></p>
<p>Wahrscheinlich ist Heinrich Vogeler (1872-1942) heutzutage vielen Menschen unbekannt. Um die Jahrhundertwende aber war der Zeitgenosse Rainer Maria Rilkes, Paula Modersohn-Beckers und Auguste Rodins, um nur einige zu nennen, ein erfolgreicher Künstler, der sich als Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge und Schriftsteller betätigte. (Neu-)Bekanntmachen kann man sich mit Vogeler – den die Zeitläufte vom Liebling des Bürgertums über den Dissidenten bis zum Exil-Künstler verschlugen – nun vermittels <strong><em>Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers</em></strong>, einem etwas durchgeknallten Biopic, das passenderweise flankierend zu einer umfassenden Jubiläumsausstellung in die Kinos kommt, die zum 150. Geburtstag Vogelers in den Museen des Künstlerdorfes Worpswede ausgerichtet wird. Inszeniert von Marie Noëlle (die 2019 mit <em>Marie Curie</em> angenehm auffiel) präsentiert sich <em>Heinrich Vogeler</em> als vogelwilde Mischung aus (hochkarätig besetzten) Spielszenen, Expert:innenkommentaren, historischem Material, fantastischen Einfällen – formalästhetisch mutig ebenso wie stofflich-thematisch umfassend und einem Manne angemessen, der sein Leben unverbrüchlich der Kunst widmete, der kontinuierlich um seine, um immer neue Ausdrucksformen rang und der sich um seine Zeitzeugenschaft nie drückte. Wiederentdeckung überfällig!</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/5mgwXqtIRAo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/5mgwXqtIRAo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Auf einem ihrer Wege durchs sommerliche Berlin gerät die Altenpflegerin Nico an die Falschen: drei Rassisten, die die Deutschperserin erst schikanieren und dann verprügeln. Unscharf aufblitzende Fragmente von Gewalt markieren fortan das Trauma, mit dem es Nico nach ihrem Erwachen im Krankenhaus zu tun bekommt. <strong><em>Nico</em></strong> ist das divers erzählte Gemeinschaftswerk von Regisseurin Eline Gehring, Kamerafrau Francy Fabritz und Produzentin und Hauptdarstellerin Sara Fazilat. Ihr Drehbuch handelt von den dramatischen Folgen eines gleichzeitigen Verlustes von Selbst- wie Weltvertrauen, hat dabei Raum für Improvisation und zeugt von formaler wie visueller Experimentierfreude. Denn der Weg, den die Titelheldin sich unter großen Schwierigkeiten aus der Einschüchterung zurück in ihr Dasein kämpft, folgt kaum chronologischer Ordnung; und braucht diese auch nicht, insofern die Schläge Nico aus Zeit und Raum katapultiert haben; was sich wiederum widerspiegelt in der äußerst geringen Tiefenschärfe der Handkamera-Bilder, in denen die Hauptfigur immer wieder wie ins Taumeln gerät. Fazilat bringt ihre Figur im wilden Wechsel von Stupor, Wut und Ratlosigkeit mit emotionaler Wucht auf den Punkt; beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 wurde sie dafür als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/3SOAfOXOx8g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/3SOAfOXOx8g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Was hat Bochum mit Detroit zu tun? Im Dezember 2014 wird das Opelwerk in Bochum geschlossen; zu diesem Zeitpunkt liegt die Muttergesellschaft General Motors in Detroit bereits am Boden und die Stadt ist quasi im Eimer. Aus beiden Städten wich mit der Autoindustrie ein zentraler Arbeitgeber und hinterließ nicht nur gigantische Industriebrachen, sondern auch die Herausforderung, der post-industriellen Welt eine lebenswerte Gestalt zu verleihen. <strong><em>We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden</em></strong>, von 2014 an über einen Zeitraum von sechs Jahren gedrehter Dokumentarfilm von Ulrike Franke und Michael Loeken, beobachtet die unterschiedlichen Strategien, mit denen Politik und Zivilgesellschaft auf den Strukturwandel reagieren, und wie sie auf unterschiedlichen Irrwegen ans gleiche Ziel gelangen: eine weitere Umdrehung der turbokapitalistischen Stellschraube im globalisierten Ausbeutungsgefüge. Da ein Detroit vergleichbarer Verfall im Herzen Deutschlands selbstverständlich nicht in die Tüte kommt, werden „Strukturprogramme“ aufgelegt, ein Industriedenkmal kurzerhand abgerissen, dafür aber eine quietschgelbe DHL-Paketzentrums-Blechbüchse errichtet, die ein paar hundert prekäre Jobs bietet. Derweilen in Detroit die einen zur Subsistenzwirtschaft wechseln und die anderen mit Immobilien spekulieren. Sentimentale Frührentner hier und Hipster dort. In flüssiger Montage flechten Franke und Loeken Ruhrgebiet und Rust Belt ineinander, so dass Ähnlichkeit wie Differenz zwanglos augenscheinlich werden. Freilich möchte man die Augen gerne sogleich wieder verschließen …</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/o8yXgYI4I6Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/o8yXgYI4I6Q" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Vom Bleiben und Verschwinden erzählt last but not least: <strong><em>Last Film Show</em></strong>. Der Verleih bewirbt <em>Das Licht, aus dem die Träume sind</em>, so der etwas pathetische deutsche Titel der indisch-französischen Koproduktion, die Pan Nalin in seiner Heimatregion Kathiawad in der Provinz Gujarat gedreht hat, als „Cinephilgood-Drama“. Eine Wortschöpfung, die der Sache – Nalins autobiografisch geprägter Rückschau auf seine cinephile Sozialisation – durchaus gerecht wird. Und Drama deswegen, weil gegen Ende die Digitalisierung auch in jenem entlegenen Kaff Einzug hält, in dem die herzerwärmende Geschichte rund um den kleinen Samay und dessen Liebe zum Kino angesiedelt ist. Da kommt es zu Szenen, die keine:n kalt lassen werden, der/die sich noch an das sanfte Rattern aus den Vorführräumen erinnern kann. Als die Computer, Beamer und DCPs Einzug halten, verfolgt der entsetzte Samay den Lastwagen, auf dem Projektor und Filmrollen abtransportiert werden, bis in die nächste Großstadt. Dort gehen in einem Recycling-Hof die Vorschlaghämmer gnadenlos auf die alten, verdienten Maschinen nieder und die Filmrollen werden in riesigen Bottichen eingekocht. Nicht nur Samay blutet da das Herz, auch der analog aufgewachsenen Zuschauerin werden die Augen feucht. Der Projektor wird sich in billige Löffel verwandeln und die Filmrollen in Armreifen aus Plastik. Aus der Zauber, willkommen schöne neue Welt!</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/ZX1yduYkSnQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/ZX1yduYkSnQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Als Appendix noch ein Hinweis auf einen weiteren Neustart, der nicht unter den Desktop fallen sollte, wir zitieren Juliane Liebert aus SZ.de:</p>
<p>Für links halten sich sicher viele Regisseure in Deutschland. Was sie darunter verstehen, bleibt aber in der Regel diffus. Julian Radlmaier ist anders. Bei ihm hängt „Das Kapital“ vermutlich als zerfledderte Leseausgabe neben dem Klopapier, findet sich unterm Kopfkissen und im Strandgepäck. Insofern ist es nur folgerichtig, dass er mit <strong><em>Blutsauger</em></strong> eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=G9ai61KOy40" target="_blank" rel="noopener">marxistische Vampirkomödie</a> abliefert – auch Untote haben ein Anrecht auf Sommerurlaub! (Eine filmfilter-Kritik folgt zum Österreich-Kinostart.)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/vom-bleiben-und-verschwinden/">Vom Bleiben und Verschwinden</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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		<title>Kim’s Video, Part II</title>
		<link>https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/kims-video-part-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2022 15:24:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn der gegenwärtige Moment zu viel wird, wenn die Zukunft besonders verschwommen erscheint, bietet Nostalgie eine sentimentale Zuflucht. Sie scheint jede Generation auf ihre eigene Weise heimzusuchen. Diese irrationale Sehnsucht, den Lauf der Zeit anzuhalten und umzukehren, etwas von der eigenen Jugend zurückzugewinnen, sich an Dinge zu klammern: Was ist es anderes, als dem sterbenden Licht zu trotzen? Über den Rücken einer VHS-Kassette zu streichen, oder die gelben Seiten eines Buches zu berühren. In Lower Manhattan hat jetzt ein Videoverleih [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der gegenwärtige Moment zu viel wird, wenn die Zukunft besonders verschwommen erscheint, bietet Nostalgie eine sentimentale Zuflucht. Sie scheint jede Generation auf ihre eigene Weise heimzusuchen. Diese irrationale Sehnsucht, den Lauf der Zeit anzuhalten und umzukehren, etwas von der eigenen Jugend zurückzugewinnen, sich an Dinge zu klammern: Was ist es anderes, als dem sterbenden Licht zu trotzen? Über den Rücken einer VHS-Kassette zu streichen, oder die gelben Seiten eines Buches zu berühren.</p>
<p>In Lower Manhattan hat jetzt ein Videoverleih aufgemacht. Aber es ist nicht irgendein Verleih. <a href="https://filmfilter.at/kolumnen/brooklyn-bulletin/ode-an-kims-video/">Nach einer langen und äußerst seltsamen Reise</a> vom East Village in ein staubiges Lagerhaus in Sizilien, ist der skurrile Kult-Videoverleih Kim’s Video nach New York City zurückgekehrt. Im Alamo Drafthouse, ein Kino nur wenige Blocks von der New Yorker Börse entfernt, scheint die Ankunft der legendären Filmkollektion, die zwölf Jahre lang als verloren galt, wie eine Art antikapitalistisches Archivwunder und ein letzter Herzensschrei der Millenials.</p>
<p>Der Laden bietet etwa 20.000 VHS-Kassetten und DVDs gratis (!) zum Verleih an. Sie stammen aus einer 55.000 Stück starken Sammlung, die nach der Schließung des Flagship-Stores von Kim’s Video im Jahr 2009 am St. Marks Place in Kartons verpackt und ausgerechnet nach Sizilien verschifft wurden. Im Spätsommer vergangenen Jahres überquerten ungefähr 550 Kisten dann den Atlantik wieder retour.</p>
<p>Ein kostenfreier Filmverleih scheint mir kein großartiges Geschäftsmodell zu sein, aber „Kim’s Underground“, wie es jetzt heißt, ist Teil einer Strategie, Alamos Kinos in Treffpunkte für Cinephile zu verwandeln, die sich nach mehr physischen Erlebnissen sehnen als es Streamer anbieten können. Für New Yorker Kultfilmfans ist die Wiederauferstehung von Kim’s Video ein Geschenk. Es ist vollgepackt mit wilden Titeln wie <em>Apocalypse Pooh</em> und <em>Soccer Dog: The Movie</em>. (Bei Kim’s war guter Geschmack zum Glück sehr relativ).</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/VrinBWuOopY" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/VrinBWuOopY" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Aber <a href="https://www.nytimes.com/2022/03/31/movies/alamo-drafthouse-kims-video.html" target="_blank" rel="noopener">„was ist eine Videothek im Jahr 2022?“</a> fragte die New York Times. „Jetzt, wo sich Kinobesuche in Streaming-Kriege mit Tausenden von Filmen auf Knopfdruck verwandelt haben, was kann eine Videothek im Jahr 2022 überhaupt bedeuten? Wer würde seine Couch verlassen, um in ein Geschäft zu gehen, um durch physische Objekte zu stöbern, ganz zu schweigen von einer Reise zurück, um sie zurückzugeben? Wer hat überhaupt einen Videorecorder?“</p>
<p>Man kann sich im Laden auch Recorder ausleihen, aber die Frage ist berechtigt. Die Saga von Kim’s Video soll den „Ruhm“ analoger Tage zurückbringen, aber welchen Ruhm, frage ich mich? Ich habe ein gutes Vermögen in ranzigen Videotheken liegen lassen. An einem Freitagabend waren sie voll mit Leuten, die „Neuerscheinungen“ durchstöberten, die dann meistens vergriffen waren. Heute sehe ich mir meinen Lieblingsfilm an, wann immer ich will. Ich muss dafür nicht Schlange stehen und auch keine Gebühren zahlen, weil ich ihn zu spät retour bringe (was ich fast immer getan habe). Abgesehen davon, dass der Kampf um Kosten und Komfort verloren ist, kann ich nicht genug betonen, wie viel physischer Platz zum Aufbewahren von Schallplatten, CDs, DVDs und Büchern erforderlich ist.</p>
<p>Trotzdem fühlt sich die Digitalisierung der Kultur für viele von uns wie ein Verlust an. Haptische Medien geben uns eine Pause vom endlosen Scrollen und vom Glühen des Bildschirms. Meine iTunes-Mediathek gehört nicht mir. <a href="https://www.hollywoodreporter.com/business/business-news/apple-must-face-lawsuit-for-telling-consumers-they-can-buy-movies-tv-shows-4170851/" target="_blank" rel="noopener">Apple wurde verklagt</a>, weil der Tech-Riese Menschen, die Musik bei iTunes gekauft haben, in die Irre geführt habe, dass ihr Kauf auf unbestimmte Zeit gilt. Wenn Apples Lizenzen für seine Inhalte ablaufen, läuft auch meine Lizenz ab. Aber wenn ich einen Film oder eine Serie auf DVD oder Blu-ray kaufe, kann sie mir niemand wegnehmen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=500%2C497&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-7194" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man-300x298.jpeg" alt="" width="500" height="497" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-7194" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=500%2C497&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="497" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=300%2C298&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=1024%2C1017&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=100%2C100&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=770%2C765&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=1536%2C1526&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=2048%2C2035&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=500%2C497&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=293%2C291&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=1400%2C1391&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=390%2C387&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/teddy-mad-man.jpeg?resize=1320%2C1311&amp;ssl=1 1320w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript></p>
<p>Die Wiederbelebung von Kassetten und Schallplatten zeigt auch, dass die Menschen noch nicht bereit sind, die analoge Welt aufzugeben. Man kann es berühren. Man kann es riechen. Es ist echt. Und diese Dinge haben oft eigene Geschichten. Ich schlage nicht vor, iTunes zu boykottieren oder Netflix zu kündigen. Ich habe Abos für beide. Aber hier ist der Punkt: Ich mag zwar einige Alben auf iTunes „besitzen“ und Zugriff auf Serien und Filme haben, aber ich habe nichts Einzigartiges, wie beispielsweise eine VHS-Kassette im Besitz meiner Familie, auf der <em>Masters of the Universe</em>, <em>The Naked Gun</em> und <em>The Terminator</em> wild zu einem liebenswerten Frankenstein-artigen Monster übereinander geschnitten wurden; oder eine Kompaktkassette aus einem Italien-Urlaub, mit einem Song von Roxette, der mitten drin zu Nana Mouskouris „Weiße Rosen aus Athen“ wird; oder die gekritzelte Widmung einer alten Liebe auf der Innenseite eines Romans.</p>
<p>Und obwohl wir unsere Dinge nicht mitnehmen können, wenn wir sterben, denke ich, dass die Weitergabe eines Online-Accounts oder einer Reihe digitaler Eigentumsrechte von einer Generation an die nächste im Vergleich dazu verblasst, den Lieblingsfilm meiner Mutter, <em>Spiel mir das Lied vom Tod</em>, auf VHS-Kassette vererbt zu bekommen.</p>
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		<title>Wahlberg und der Ruhm der Welt</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/wahlberg-und-der-ruhm-der-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 20:30:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Lustiger Quatsch mit Tom Holland und Mark Wahlberg, ein Alpinist, der Ruhm der Welt und ein unmöglich analoges Projekt. Ein Überblick von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber. Der Trailer enthält bereits die wahrscheinlich spektakulärste Szene: Tom Holland turnt auf Gepäckstücken rum, die aus einem Flugzeugladeraum in ein paar hundert Metern Höhe rausdonnern, dann knallt ihm noch ein Auto an die Birne, und es geht ab in die Tiefe. Die Szene aus Uncharted interessiert sich nicht nur Null für irgendwelche physikalischen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lustiger Quatsch mit Tom Holland und Mark Wahlberg, ein Alpinist, der Ruhm der Welt und ein unmöglich analoges Projekt. Ein Überblick von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber.<br />
</em></p>
<p>Der Trailer enthält bereits die wahrscheinlich spektakulärste Szene: Tom Holland turnt auf Gepäckstücken rum, die aus einem Flugzeugladeraum in ein paar hundert Metern Höhe rausdonnern, dann knallt ihm noch ein Auto an die Birne, und es geht ab in die Tiefe. Die Szene aus <strong><em>Uncharted </em></strong>interessiert sich nicht nur Null für irgendwelche physikalischen Gesetze, sie ist auch unübersehbar an Gaming-Ästhetik angelehnt. Und was völlig übertrieben ist, macht im besten Fall Spaß, wirkt dabei aber meist künstlich. Die von Holland und Wahlberg dargestellten Protagonisten im Film von <em>Venom</em>-Regisseur Ruben Fleischer hangeln sich diszipliniert an einem hauchdünnen Schatzsucher-Plot von Spektakelsequenz zu Spektakelsequenz, oder auch von Level zu Level. Was nun auch nicht verwundert, denn dieser lustige Quatsch ist eine Computerspielverfilmung. „Wenn man mit der Legende Mark Wahlberg arbeitet, ist es wichtig, dass man im Fitnessstudio alles gibt“, hat Hauptdarsteller Tom Holland im Vorfeld erklärt. „Ich habe versucht, so viel Masse wie möglich aufzubauen und so viel Kraft wie möglich zu bewahren.“ Womit das filmästhetische Prinzip von <em>Uncharted </em>bereits recht komplett zusammengefasst wäre.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/l-LD16Yzi2c" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/l-LD16Yzi2c" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Holland und Wahlberg in allen Ehren, aber der Extremkletterer Marc-André Leclerc kraxelt ohne technische Hilfs- und Sicherungsmittel in ein paar hundert Metern herum. Der Regisseur Peter Mortimer (<em>Durch die Wand</em>) hat ihn dabei mit der Kamera begleitet und Begleiter und Kolleginnen interviewt. <strong><em>Der Alpinist </em></strong>ermöglicht einen Blick auf die Gebiete der Natur, die noch immer weitgehend Wildnis sind: karge Steilwände, an denen Menschen eigentlich nichts verloren haben. Der öffentlichkeitsscheue Leclerc ist viele von ihnen trotzdem rauf- und auch wieder runtergeklettert. Mortimers Dokumentarfilm bietet Einblick in eine besondere, risikoreiche Form der Weltflucht und präsentiert dabei wunderschöne Naturbilder.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/37vC2aJHzoM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/37vC2aJHzoM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Zurück auf den Boden, dort vergeht unterdessen der Ruhm der Welt, jedenfalls wenn es nach dem Titel des jüngsten Films von Robert Guédiguian geht: <em><strong>Gloria Mundi,</strong></em> angelehnt an den lateinischen Sager „Sic transit gloria mundi“, erzählt die Geschichte der Familie eines Babys namens Gloria und der Titel lässt erahnen, dass dieses Baby trotz seiner ruhmreichen Geburt nicht, wie man so sagt, mit feiner Seife gewaschen werden wird, sondern in eine eher unwirtliche und unwürdige Welt, nämlich in die Gesellschaft von Marseille, hineinwachsen muss. Einen <a href="https://www.critic.de/film/gloria-mundi-14037/" target="_blank" rel="noopener">Abgesang auf die Solidarität unter Arbeitern</a> sieht critic.de darin.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/f7CssxZ877w" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/f7CssxZ877w" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Schließlich der Hinweis auf <em><strong>An Impossible Project</strong></em>: Dieser sympathische Dokumentarfilm von Jens Meurer, eine österreichisch-deutsche Koproduktion, porträtiert Liebhaber:innen des Analogen. Sie wollen auch in Zeiten der Digitalität etwas Echtes, Unverfälschbares, etwas zum Angreifen haben: Vinyl, Polaroids, Filmstreifen, Handgeschriebenes, Selbstgemachtes. Und einer der Protagonisten von <em>An Impossible Project</em>, nämlich der &#8222;homo analogicus&#8220; Florian Kaps, der 2008 mit ein paar anderen Idealisten sein ganzes Geld riskierte, um die letzte Polaroid-Fabrik der Welt zu retten, ist <a href="https://filmfilter.at/podcasts/">in unserem Podcast</a> zu Gast.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/wahlberg-und-der-ruhm-der-welt/">Wahlberg und der Ruhm der Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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