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		<title>Oppenheimer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2024 09:00:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Oppenheimer“: Christopher Nolan verzettelt sich im Versuch, dem geheimdienstlichen Vor- und Nachlauf der Entwicklung der Atombombe erzählerischen Mehrwert abzugewinnen. Ab 20. März auf Sky Q und Sky X. „Vater der Atombombe“ möchte man eigentlich nicht geheißen werden. Als das Ding seinerzeit in die Luft ging, war das allerdings anders, da war das (zumindest eine Weile lang) ein Ehrentitel. Geplant und gebaut wurde die erste Nuklearwaffe ja bekanntlich, weil die Gefahr bestand, dass Hitler sie bereits entwickeln ließ; und in dessen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Oppenheimer“: Christopher Nolan verzettelt sich im Versuch, dem geheimdienstlichen Vor- und Nachlauf der Entwicklung der Atombombe erzählerischen Mehrwert abzugewinnen. Ab 20. März auf Sky Q und Sky X.</em></p>
<p>„Vater der Atombombe“ möchte man eigentlich nicht geheißen werden. Als das Ding seinerzeit in die Luft ging, war das allerdings anders, da war das (zumindest eine Weile lang) ein Ehrentitel. Geplant und gebaut wurde die erste Nuklearwaffe ja bekanntlich, weil die Gefahr bestand, dass Hitler sie bereits entwickeln ließ; und in dessen Händen wollte man sie sich seinerzeit erst recht nicht vorstellen. Dass Nazi-Deutschland dann aber bereits kapituliert hatte, als die Bombe endlich fertig war, war ein Glück für Europa. Und ein Unglück für Japan, das nicht aufhörte zu kämpfen und mit seinen Kamikaze- und Seppuku-Aktionen einen elend langen Kriegsverlauf erwarten ließ. Also Zack!, 6.8.45 Hiroshima, und Zack!, 9.8.45 Nagasaki, und dann nochmal Zack!, 15.8.45 „Beendigung des Großostasiatischen Krieges“ seitens des Tenno. Und der theoretische Physiker Julius Robert Oppenheimer (1904–1967), wissenschaftlicher Leiter des Manhattan-Projects, im Zuge dessen in Los Alamos in der Wüste von New Mexico die Superwaffe entwickelt worden war, schaffte den Titel des Time Magazine als „father of the atomic bomb“.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=550%2C348&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-10729" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer-300x190.jpg" alt="Nolan, Murphy, Oppenheimer" width="550" height="348" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-10729" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=550%2C348&#038;ssl=1" alt="Nolan, Murphy, Oppenheimer" width="550" height="348" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=300%2C190&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=770%2C487&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=500%2C316&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=293%2C185&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?resize=390%2C247&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/oppenheimer.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Christopher Nolans <em>Oppenheimer</em> basiert auf der 2005 erschienenen, mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Biografie „American Prometheus: The Triumph and Tragedy of J. Robert Oppenheimer“ von Kai Bird und Martin J. Sherwin und beschäftigt sich weniger mit dem wissenschaftlich-militärischen Um und Auf des Bombenbaus als vielmehr mit den politisch-geheimdienstlichen Details der Auseinandersetzungen, die sich anschlossen. Derjenige nämlich, der sich da in den Dienst des Teufels gestellt hatte, wurde die verheerenden Bilder von den Folgen der atomaren Explosionen nicht mehr los. Lautstark und auf seine Reputation vertrauend, setzte Oppenheimer sich als Berater der 1946 gegründeten Atomenergiebehörde der USA unter anderem für eine internationale Kontrolle der Kernenergie ein. Das schmeckte nicht jedem, erst recht nicht zu Zeiten des Kommunisten hassenden Senators Joseph McCarthy und seines House Committee on Un-American Activities und schon erinnerten sich Oppenheimers Gegner des Umstandes, dass sie als seine Auftraggeber hinsichtlich der nach Links geneigten Ansichten des brillanten Wissenschaftlers mehr als nur ein paar Augen zugedrückt hatten. 1954 kam es zu einer demütigenden „Sicherheitsanhörung“, am Ende derer Oppenheimer die „Sicherheitsfreigabe“ („security clearance“) entzogen und er faktisch kalt gestellt wurde.</p>
<p>Satte drei Stunden lässt Nolan sich Zeit – dabei zwischen der Gegenwartsebene der Anhörung (Schwarzweiß) und Rückblenden in Vorgeschichte und Verlauf des Manhattan-Projekts (Farbe) wechselnd –, um aus unterschiedlichen Perspektiven zahlreiche Fragen nach Moral und Verantwortung zu beleuchten, ohne jedoch einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Strafte der Staat den Wissenschaftler, weil der auf Befehl eine schreckliche Waffe herstellte? Liegt es in der prometheischen Natur des Menschen, die göttliche Ordnung herauszufordern? Ist Fortschritt etwa immer auch Umsturz? Komplexe Fragen, unterkomplexe Antworten. Weder die versammelte schauspielerische Kompetenz – Cillian Murphy, Emily Blunt, Florence Pugh, Robert Downey Jr., Matt Damon, um nur einige wenige zu nennen –, noch die technische Expertise – eigens für <em>Oppenheimer</em> entwickelte Kodak Schwarzweiß-Analogfilm im IMAX-Format – können darüber hinwegtäuschen, dass Nolan sich mal wieder (wir denken hier an die leidvolle Erfahrung von <em>Tenet</em>) in seinem allzu breit angelegten Stoff verzettelt hat.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/uYPbbksJxIg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/uYPbbksJxIg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Wie in dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Vorgängerfilm fällt es auch in <em>Oppenheimer</em> mitunter schwer, sich zurechtzufinden. Tröstlich immerhin, dass es an den Leistungen der Schauspieler:innen schlicht nichts zu meckern gibt; und wer etwas historisches Vorwissen mitbringt, wird mit einem Politthriller-Kammerspiel belohnt, das einen ins Grübeln bringt. Es braucht schließlich weder vorkauende Vordenker noch ausklamüsernde Zuende-Erklärer (und erst recht keinen Mansplainer), um zu begreifen, dass die zivilisatorische Bewegung, für die J.R. Oppenheimer steht – der wissenschaftliche Machbarkeitswahn – kein Phänomen der Vergangenheit ist. Gegenwärtig ist die Freude allerorten groß über einen Alltags-Zuwachs namens K.I.. Sollte die den Finger auf den Roten Knopf bekommen&#8230; Die Filme über das böse Erwachen, das unweigerlich folgen wird, haben James Cameron und die Wachowski-Sisters bereits gedreht. Wir wären also gewarnt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Oppenheimer</strong><br />
<strong>USA 2023, Regie</strong> Christopher Nolan<br />
<strong>Mit</strong> Cillian Murphy, Emily Blunt, Robert Downey Jr., Matt Damon, Florence Pugh<br />
<strong>Laufzeit</strong> 180 Minuten</p>
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		<title>Nichts für Feingeister</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/kritiken/nichts-fuer-feingeister/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2023 11:30:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Sisu“ kehrt einen finnischen Volksmythos gegen die Nazis, indem er ein schnörkelloses „alternate history“-Schlachtfest inszeniert. In Österreich und Deutschland im Kino. Wenn es nicht so verharmlosend klänge, dann könnte man den Helden von Sisu ein „Stehaufmännchen“ nennen. Aber ein „Männchen“ ist dieser Kerl nunmal ganz gewiss nicht. Ein Kerl mit Nehmerqualitäten ist er allerdings durchaus. Und er kann nicht nur beträchtlich einstecken, er teilt auch ebenso gewaltig aus. Sisu eben. Dieser Begriff bezeichnet ein ethnologisches Merkmal respektive kulturelles Konstrukt, das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Sisu“ kehrt einen finnischen Volksmythos gegen die Nazis, indem er ein schnörkelloses „alternate history“-Schlachtfest inszeniert. In Österreich und Deutschland im Kino.</em></p>
<p>Wenn es nicht so verharmlosend klänge, dann könnte man den Helden von <em>Sisu</em> ein „Stehaufmännchen“ nennen. Aber ein „Männchen“ ist dieser Kerl nunmal ganz gewiss nicht. Ein Kerl mit Nehmerqualitäten ist er allerdings durchaus. Und er kann nicht nur beträchtlich einstecken, er teilt auch ebenso gewaltig aus. Sisu eben. Dieser Begriff bezeichnet ein ethnologisches Merkmal respektive kulturelles Konstrukt, das den finnischen Volkscharakter beschreiben soll. Also etwa in der Preisklasse von „bayrische Gemütlichkeit“, „preußische Disziplin“ und „rheinischer Frohsinn“. Nur sind dergleichen Generalisierungen bekanntermaßen ja mit Vorsicht zu genießen. Anders gesagt, wären tatsächlich alle finnischen Frauen und Männer so drauf wie der zähe Haudegen, der in <em>Sisu</em> den Nazis heimleuchtet, müsste sich der Rest der Welt warm anziehen. „Sisu“ bedeutet: Zähigkeit, Kampfgeist, Durchhaltevermögen (vor allem) in scheinbar aussichtslosen Situationen. Unschwer zu erkennen, dass zum Gelingen dieses Konzeptes eine gewisse Sturheit gehört, sowie Hybris, ist doch der finnische, von Sisu beseelte Mensch offenbar nicht dazu bereit, sich seinem Schicksal zu ergeben. Oder, wie es eine der Figuren im Film ausdrückt, als sie das zur Nazi-Nemesis mutierte Stehaufmännchen zu charakterisieren versucht: „He is not immortal, he just refuses to die.“ Ha! Nehmt dies, Ihr Schergen Hitlers!</p>
<figure id="attachment_10420" aria-describedby="caption-attachment-10420" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-10420" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu-300x200.jpg" alt="Tommila, Helander, Sisu" width="550" height="367" /><figcaption id="caption-attachment-10420" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-10420" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" alt="Tommila, Helander, Sisu" width="550" height="367" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=770%2C514&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=500%2C334&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=293%2C196&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/05/sisu.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Jorma Tommila</figcaption></figure>
<p>Es begab sich also gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hoch oben in der Einöde Lapplands das Folgende: Ex-Soldat Aatami Korpi (Jorma Tommila), eine lebende Legende, hat auf der Goldsuche Glück gehabt und zwei mit Nuggets prall gefüllte Satteltaschen im Gepäck, als er auf eine schon etwas abgehalfterte Einheit der deutschen Wehrmacht trifft, die sich unter Führung von SS-Obersturmbannführer Bruno Helldorf (Aksel Hennie) auf dem Rückzug befindet. Das Gold sehen und das Gold rauben sind eins, denn die Nazis kennen weder die lebende Legende noch haben sie von Sisu eine Ahnung und zum dritten wiegen sie sich aufgrund ihrer beträchtlichen Überzahl in Sicherheit. Der Alte aber, Aatami, der da gerade um seine Rente gebracht wurde und der Sisu erfunden haben könnte, belehrt die Krauts sodann eines Besseren. Er erteilt ihnen eine Lektion, die sie nicht vergessen werden. Er zeigt ihnen, wo der Hammer hängt. Er gibt nicht klein bei und schon gar nicht gibt er auf. Also fließt eine Menge Blut und es werden eine Menge hässlicher Wunden geschlagen; Fäuste fliegen, Kugeln pfeifen, Zeug explodiert. Brutal geht es zu, unbarmherzig und exzessiv. Sisu eben.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/jNvORoTTaJ0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/jNvORoTTaJ0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Und mehr passiert eigentlich nicht. Jalmari Helanders nach eigenem Drehbuch inszenierter <em>Sisu</em> ist eine gradlinige, schnörkellose Angelegenheit. Kein Wort zuviel, keine Sperenzchen, voll auf die Zwölf. Und noch einmal und wieder und neuerlich und weil’s so schön war … Das muss man natürlich mögen. Wer Splatter, Gore und Hardcore-Action nichts abgewinnen kann, sitzt hier absehbar im falschen Film. Alle anderen seien herzlich eingeladen, denn dergleichen klare Ansagen – Nur ein toter Nazi ist ein guter Nazi! – gehören wertgeschätzt. Zumal Helander kein billiges B-Picture gedreht hat, sondern seine grauslige Mär in bemerkenswerte Bilder fasst; das Schlachtfest ist wunderbar anzusehen: Die Herbstsonne legt Glanzlichter auf die vernarbten, schmutzigen Körper der vom ewigen Kampf ermüdeten Krieger. In Braun- und Ockertönen schimmert das mit kargem Grün durchfleckte Land. Die Nacht bringt Finsternis in metallischem Blau, doch noch lang keine ewige Ruhe. Dazu ein Score, der einem Western alle Ehre machen würde und damit die Mythen-zeugende Kraft des ehrwürdigen Genres aufruft: Also streitet die Legende des unverwüstlichen Widerstandsgeistes mit der Inkarnation des Bösen schlechthin um das seit jeher die Gier der Menschen beflügelnde Edelmetall und lässt sich <em>Sisu</em> als eine fundamentale Auseinandersetzung grundsätzlicher Kräfte lesen. Oder auch nicht. Es bleibt dann immer noch ein teuflisch gemeiner Genrefilm, der stur den Pfad den Gewalt entlang brettert, bis nur noch Einer steht. Sisu eben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Sisu</strong><br />
<strong>FI/UK 2022 Regie</strong> Jalmari Helander<br />
<strong>Mit</strong> Jorma Tommila, Aksel Hennie, Jack Doolan, Mimosa Willamo, Onni Tommila<br />
<strong>Laufzeit</strong> 91 Minuten</p>
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		<title>FCK2020M3GAN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2023 17:00:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>FCK 2020: Der Sprung von den Niederungen der deutschen Populärkultur zu den Höhen der amerikanischen ist diese Woche ein kleiner. Dazu ein bemerkenswerter Film aus Österreich und Neues im ÖFM. Von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber. In dieser Woche kommt ein besonders denkwürdiges Dokument deutscher Populärkultur in die Kinos. Cordula Kablitz-Post hat für ihren Film FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter den neben Rammstein global wahrscheinlich bekanntesten deutschen Pop-Act begleitet. Angeführt von Frontmann H.P. Baxxter hampelt das Trio seit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>FCK 2020: Der Sprung von den Niederungen der deutschen Populärkultur zu den Höhen der amerikanischen ist diese Woche ein kleiner. Dazu ein bemerkenswerter Film aus Österreich und Neues im ÖFM. Von Benjamin Moldenhauer und Roman Scheiber.<br />
</em></p>
<p>In dieser Woche kommt ein besonders denkwürdiges Dokument deutscher Populärkultur in die Kinos. Cordula Kablitz-Post hat für ihren Film <strong><em>FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter </em></strong>den neben Rammstein global wahrscheinlich bekanntesten deutschen Pop-Act begleitet. Angeführt von Frontmann H.P. Baxxter hampelt das Trio seit über 30 Jahren über die Bühnen und entlässt in scheußlichem Denglisch Denkwürdiges in die Welt („How much is the fish?“, „The Question is What is the Question“). Der Film macht Spaß und zeigt Menschen, die arglos und vollkommen schambefreit wirken. Die Vorgänge sind erstaunlich, man kann nicht wegschauen: Die Musik von Scooter ist atemberaubend dumm und darin so konsequent, dass man sich der Faszination, die von ihr ausgeht, nur schwer entziehen kann. Die Mischung aus Techno-Dorfdisco-Hölle und lyrischer Gnadenlosigkeit („Respect to the man in the icecream van“) wirkt. Das Gute an ihm sei, dass er nichts mehr merke, macht Baxxter gleich am Anfang einem seiner Angestellten ein schönes Kompliment, und dieser Satz ist programmatisch für die Charakterstudie, die <em>FCK 2020</em> anstellt. Ein Blick in den Abgrund, ohne Frage, aber der Abgrund schaut zurück und grinst schlau. H.P. Baxxter und die übrigen Beteiligten inklusive der Fans wissen, dass hier bombastischer Schrott produziert wird, aber der Schrott lässt sich ironisch abfeiern und ist tatsächlich ein Soundtrack zu einer Utopie im Jetzt (Wodka-Red-Bull und Techno-Tänzchen bis ans Ende aller Tage).</p>
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<p>Von den Niederungen der deutschen Populärkultur zu den Höhen der amerikanischen, dem US-Horrorfilm: <strong><em>M3GAN </em></strong>reanimiert das seit dem Versickern der <em>Chucky</em>-Serie – und abgesehen von den zwei <em>Annabelle</em>-Filmen aus dem <em>Conjuring</em>-Universum – etwas eingeschlafene Motiv der unheimlichen Puppe, die ein Eigenleben und außerdem natürlich Mordlust entwickelt. Die Puppe ist hier ein Roboter, M3GAN (Amie Donald), der einem Waisenkind (Violet McGraw) geschenkt wird und bald einen ausgeprägten Beschützerinstinkt an den Tag legt. Heulen und Zähneklappern sind die Folge. Die Idee stammt von James Wan, Regisseur des ersten <em>Conjuring</em>-Films, der auch produziert hat. Unsere Kritik zum Film <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/angriffslustiger-android/">finden Sie hier</a>.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/BRb4U99OU80" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/BRb4U99OU80" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Was ein kleines Füchslein mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hat, erfährt man in Adrian Goigingers Drama <em><strong>Der Fuchs</strong></em>. Für einen jungen Rekruten (Simon Morzé) stellt das im Wald gefundene, verwundete und gesund gepflegte Tier nämlich bald den so gut wie einzigen Lebenssinn dar. Ein Schoßtier im Krieg? Klingt abwegig, aber der Rekrut fährt eine Beiwagenmaschine und versteckt den Fuchs über ein Jahr darin – mitten an der Westfront. Und den Rekruten mit dem Fuchs gab es wirklich: Es war der Großvater des Regisseurs Adrian Goiginger, der mit <em>Der Fuchs</em> einmal mehr einen stark persönlichen Film vorlegt. Der Krieg dient hier nur als Rahmenhandlung, um die sehr spezielle Überlebensstrategie eines emotional verhärteten jungen Mannes möglichst emotional zu zeigen. Wir haben mit dem Salzburger Filmemacher <a href="https://filmfilter.at/podcasts/">in unserem Podcast</a> gesprochen. (rs)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/7enX_GyCziE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/7enX_GyCziE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Außerdem: Im <strong>Österreichischen Filmmuseum</strong> gibt es dieser Tage drei hundertjährige Titanen des italienischen Kinos zu bestaunen, mindestens einer davon wird auch außerhalb eingeweihter Kreise als Titan angesehen, nämlich P<span id="page8R_mcid179" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">ier Paolo Pasolini (1922–1975). Dessen Mentor M<span id="page12R_mcid205" class="markedContent">auro Bolognini (1922–2001) gilt selbst als einer der großen gesellschaftskrititschen Regisseure Italiens und </span><span id="page12R_mcid206" class="markedContent"><span id="page12R_mcid236" class="markedContent">Carlo Lizzani (1922–2013) war als Dritter im Bunde eine </span><span id="page12R_mcid237" class="markedContent">Schlüsselfigur für die Erneuerung des italienischen Kinos durch den </span><span id="page12R_mcid238" class="markedContent">Neorealismus. </span></span></span></span></p>
<p>Neben dem dritten Teil der Lav-Diaz-Kollektion oder dem Forschungsprojekt „Visual History of the Holocaust“ blicken außerdem ab 22. Jänner die s<span id="page129R_mcid2204" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">trahlenden, erstaunten, müden, traurigen und ge</span></span><span id="page129R_mcid2205" class="markedContent"></span><span id="page129R_mcid2206" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">hetzten Augen von Peter Lorre (1904–1964) </span></span><span id="page129R_mcid2207" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">von der Leinwand auf uns herab, wie es das <a href="https://www.filmmuseum.at/jart/prj3/filmmuseum/data/uploads/Programm/2023-01_Programmheft_2022-12-21_1112637.pdf" target="_blank" rel="noopener">aktuelle Programmheft</a> des ÖFM so schön formuliert. (rs)<br />
</span></span></p>
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