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		<title>Krisenehepaare</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 18:00:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ticket ins Paradies und anderswohin für geschiedene Eheleute; eine Meisterköchin, Bowie, ein Creeper, Schwall ins All: Wir filtern die dieswöchige Kinostartflut in Österreich. Schön, aber auch schön seicht geht es los, mit der Romantic Comedy Ticket to Paradise, mit dem nach Ocean&#8217;s Eleven und diversen anderen Filmen sehr routinierten Star-Duo George Clooney und Julia Roberts. Die beiden spielen hier ein geschiedenes Ehepaar, das sich zusammenraufen muss, um die Hochzeit der eigenen Tochter (Kaitlyn Dever) auf Bali zu verhindern. Letztere nämlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ticket ins Paradies und anderswohin für geschiedene Eheleute; eine Meisterköchin, Bowie, ein Creeper, Schwall ins All: Wir filtern die dieswöchige Kinostartflut in Österreich.<br />
</em></p>
<p>Schön, aber auch schön seicht geht es los, mit der Romantic Comedy <strong><em>Ticket to Paradise</em></strong>, mit dem nach <em>Ocean&#8217;s Eleven </em>und diversen anderen Filmen sehr routinierten Star-Duo George Clooney und Julia Roberts. Die beiden spielen hier ein geschiedenes Ehepaar, das sich zusammenraufen muss, um die Hochzeit der eigenen Tochter (Kaitlyn Dever) auf Bali zu verhindern. Letztere nämlich soll nicht die Fehler wiederholen, die die Eltern gemacht haben. Regisseur Ol Parker scheint mit <em>Ticket ins Paradies </em>an die Screwball-Tradition anschließen zu wollen. Vielleicht rührt der Eindruck aber auch daher, dass Clooney, wenn er in Komödien spielt, oft wirkt wie ein Wiedergänger von Cary Grant.</p>
<p>Auch in <strong><em>Lieber Kurt</em></strong>, dem neuen Film des deutschen Filmemacher-Unikats Til Schweiger, geht es um ein getrenntes (Ex-)Ehepaar. Allerdings ist das Familiäre hier Bühne für ein Drama um Trauer und Verlust. Jana (Jasmin Gerat) und Kurt (Til Schweiger) teilen sich das Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind (Levi Wolter), das auch Kurt heißt. Das Patchwork wird komplett durch Kurts neue Freundin Lena (Franziska Machens). Dann passiert das Schlimmste: Kurt, das Kind, stürzt und stirbt, und Schweiger versucht, adäquate Bilder und Töne für elterliche Trauer und Verzweiflung zu finden. Die inszenatorische Methode der Wahl ist der Holzhammer, wie auch schon in Schweigers Komödien, nur eben jetzt in Melodramatisch. Auf der Haben-Seite ist Peter Simonischek (<em>Toni Erdmann</em>) in <em>Lieber Kurt </em>zu sehen; aber eben auch Heiner Lauterbach.</p>
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<p>Das dritte Ehepaar in der Kinovorschau dieser Woche: Will (Gerard Butler) sieht rot und jagt die Entführer seiner Frau (Jaimie Alexander). Und weil eben die mitten in einer eskalierenden Ehekrise verschwunden ist, fällt der Verdacht auf den zu allem Unglück auch noch gehörnten Ehemann. Der dann allerdings, <strong><em>Chase </em></strong>ist ein Action-Thriller, auf seinem Weg freigiebig austeilt.</p>
<p>Vergleichsweise erholsam, zumindest wenn man französische Feel-Good-Komödien im Gefolge von <em>Ziemlich beste Freunde </em>erträgt, ist <strong><em>Die Küchenbrigade</em></strong>, in dem eine Meisterköchin nach Jobverlust eine Stelle als Kantinenköchin in einem Heim für unbegleitete minderjährige Geflüchtete annehmen muss. <em>Die Küchenbrigade </em>ist ein Film, der zum allseitigen Wohlgefallen unablässig davon erzählt, wie bereichernd es ist, wenn man Klassen- und sonstige Schranken zwischenmenschlich hinter sich lässt. Grenzen, die die Figuren in den französischen Komödien der letzten Jahre dann aber auch nie wirklich infrage stellen, sondern letzten Endes eben als bereichernd empfinden – denn es sind ja gerade die Unterschiede, die die Welt so interessant machen. So bleibt auch in <em>Die Küchenbrigade </em>alles so, wie es ist, und das Bild der Gesellschaft, das hier gezeichnet wird, ist ein im Prinzip sehr durchlässiges.</p>
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<p>Dann doch lieber <strong><em>Jeepers Creepers Reborn</em></strong>, der vierte Teil der atmosphärisch mitunter recht schönen <em>Jeepers Creepers</em>-Reihe. <em>Reborn </em>ist der erste <em>Jeepers Creepers</em>-Film, bei dem nicht der verurteilte Sexualstraftäter Victor Salva Regie führte. Sondern Timo Vuorensola, Regisseur der launigen <em>Iron Sky</em>-Filme. Der schwarze Mann, der Creeper, wird im vierten Teil auf ein Horrorfestival in Louisiana losgelassen. Der <a href="https://youtu.be/6D0yFgZnmYM" target="_blank" rel="noopener">creepige Trailer</a> führt die verschiedenen Modi erschöpfend vor: um sein Leben laufen, mit schreckgeweiteten Augen in die Kamera schauen, wimmern, alles in einem effektiv gestalteten Geisterbahn-Setting.</p>
<p>Filmästhetisch eine ganz andere Liga ist <strong><em>Moonage Daydream</em></strong>, der massig viel Material zu David Bowie neu montiert, darunter viel Unveröffentlichtes aus den privaten Bowie-Archiven. Wie schon mit <em>Cobain: Montage of Heck</em> gelingt Regisseur Brett Morgen ein sehr immersives und in diesem Fall geradezu hypnotisches Musikerporträt. Sicherlich einer der besten Musikfilme des Jahres.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/QUvjaPIEIBs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/QUvjaPIEIBs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Schließlich startet auch ein hochinteressantes Sci-Fi-Kammerspiel aus Österreich. Mit dem hollywoodesken Set-Design betraut wurde Roland-Emmerich-Zuarbeiter Johannes Mücke, Skript und Inszenierung hat die junge österreichische Regisseurin Leni Lauritsch gefördert bekommen. Im Kern geht es um drei Menschen auf der Titel gebenden Raumstation <em><strong>Rubikon</strong></em>, nachdem unser Planet wegen einer plötzlichen Naturkatastrophe dem Untergang geweiht ist. Quasi angeführt wird das Trio von einer rechtzeitig weggeschickten Konzernsoldatin (Julia Franz Richter), die eigentlich zur Algenzucht gedachte Station wird zum letzten Außenposten für ein paar privilegierte Überlebende auf der Erde und es kommt, was in Endzeitbetrachtungen kommen muss: Einer für alle – bzw. hier: zwei für alle Überlebenden –, oder eben: jede:r für sich selbst. Die Story vermag streckenweise zu fesseln und das Schauspiel ist solide (die Produktion wurde bereits international erfolgreich vermarket), doch das ernüchternd auslaufende Ende kann mit dem scheinbar hohen Production Value schwer mithalten – die US-Rezeption ist übrigens untermittelprächtig. (rs)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/7JGiNkZlDPU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/7JGiNkZlDPU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Normalerweise würden wir an dieser Stelle auf ein Podcastgespräch verweisen, das wir mit dem bekennenden Sci-Fi-Nerd und Star-Trek-Fan Lauritsch geführt haben, allein: Weil ihr keine Aufwandsentschädigung zugestanden wurde, hat sie die Einladung ausgeschlagen. (Anmerkung: Kein einziger Gast in Golli Marboes mittlerweile 600 Gespräche starker Podcastreihe „365 – Über Medien Reden“ und auch kein Gast des Kombipodcasts mit dem filmfilter hat bislang Geld für seine Teilnahme verlangt.) Ground Control to Leni Lauritsch: bitte zur Vernunft kommen und melden! (rs)</p>
<p>Außerdem: <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/frau-professorin-schlaufuchs/">Alle reden übers Wetter</a>, und das zurecht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/krisenehepaare-2/">Krisenehepaare</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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		<title>Krisenehepaare</title>
		<link>https://filmfilter.at/kinovorschau/krisenehepaare/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 13:30:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ticket für geschiedene Eheleute ins Paradies und anderswohin; eine Meisterköchin, David Bowie und ein Creeper: neu in deutschen Kinos. Schön, aber auch schön seicht geht es los, mit der Romantic Comedy Ticket to Paradise, mit dem nach Ocean&#8217;s Eleven und diversen anderen Filmen sehr routinierten Star-Duo George Clooney und Julia Roberts. Die beiden spielen hier ein geschiedenes Ehepaar, das sich zusammenraufen muss, um die Hochzeit der eigenen Tochter (Kaitlyn Dever) auf Bali zu verhindern. Letztere nämlich soll nicht die Fehler [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ticket für geschiedene Eheleute ins Paradies und anderswohin; eine Meisterköchin, David Bowie und ein Creeper: neu in deutschen Kinos.</em></p>
<p>Schön, aber auch schön seicht geht es los, mit der Romantic Comedy <strong><em>Ticket to Paradise</em></strong>, mit dem nach <em>Ocean&#8217;s Eleven </em>und diversen anderen Filmen sehr routinierten Star-Duo George Clooney und Julia Roberts. Die beiden spielen hier ein geschiedenes Ehepaar, das sich zusammenraufen muss, um die Hochzeit der eigenen Tochter (Kaitlyn Dever) auf Bali zu verhindern. Letztere nämlich soll nicht die Fehler wiederholen, die die Eltern gemacht haben. Regisseur Ol Parker scheint mit <em>Ticket ins Paradies </em>an die Screwball-Tradition anschließen zu wollen. Vielleicht rührt der Eindruck aber auch daher, dass Clooney, wenn er in Komödien spielt, oft wirkt wie ein Wiedergänger von Cary Grant.</p>
<p>Auch in <strong><em>Lieber Kurt</em></strong>, dem neuen Film des deutschen Filmemacher-Unikats Til Schweiger, geht es um ein getrenntes (Ex-)Ehepaar. Allerdings ist das Familiäre hier Bühne für ein Drama um Trauer und Verlust. Jana (Jasmin Gerat) und Kurt (Til Schweiger) teilen sich das Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind (Levi Wolter), das auch Kurt heißt. Das Patchwork wird komplett durch Kurts neue Freundin Lena (Franziska Machens). Dann passiert das Schlimmste: Kurt, das Kind, stürzt und stirbt, und Schweiger versucht, adäquate Bilder und Töne für elterliche Trauer und Verzweiflung zu finden. Die inszenatorische Methode der Wahl ist der Holzhammer, wie auch schon in Schweigers Komödien, nur eben jetzt in Melodramatisch. Auf der Haben-Seite ist Peter Simonischek (<em>Toni Erdmann</em>) in <em>Lieber Kurt </em>zu sehen; aber eben auch Heiner Lauterbach.</p>
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<p>Das dritte Ehepaar in der Kinovorschau dieser Woche: Will (Gerard Butler) sieht rot und jagt die Entführer seiner Frau (Jaimie Alexander). Und weil eben die mitten in einer eskalierenden Ehekrise verschwunden ist, fällt der Verdacht auf den zu allem Unglück auch noch gehörnten Ehemann. Der dann allerdings, <strong><em>Chase </em></strong>ist ein Action-Thriller, auf seinem Weg freigiebig austeilt.</p>
<p>Vergleichsweise erholsam, zumindest wenn man französische Feel-Good-Komödien im Gefolge von <em>Ziemlich beste Freunde </em>erträgt, ist <strong><em>Die Küchenbrigade</em></strong>, in dem eine Meisterköchin nach Jobverlust eine Stelle als Kantinenköchin in einem Heim für unbegleitete minderjährige Geflüchtete annehmen muss. <em>Die Küchenbrigade </em>ist ein Film, der zum allseitigen Wohlgefallen unablässig davon erzählt, wie bereichernd es ist, wenn man Klassen- und sonstige Schranken zwischenmenschlich hinter sich lässt. Grenzen, die die Figuren in den französischen Komödien der letzten Jahre dann aber auch nie wirklich infrage stellen, sondern letzten Endes eben als bereichernd empfinden – denn es sind ja gerade die Unterschiede, die die Welt so interessant machen. So bleibt auch in <em>Die Küchenbrigade </em>alles so, wie es ist, und das Bild der Gesellschaft, das hier gezeichnet wird, ist ein im Prinzip sehr durchlässiges.</p>
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<p>Dann doch lieber <strong><em>Jeepers Creepers Reborn</em></strong>, der vierte Teil der atmosphärisch mitunter recht schönen <em>Jeepers Creepers</em>-Reihe. <em>Reborn </em>ist der erste <em>Jeepers Creepers</em>-Film, bei dem nicht der verurteilte Sexualstraftäter Victor Salva Regie führte. Sondern Timo Vuorensola, Regisseur der launigen <em>Iron Sky</em>-Filme. Der schwarze Mann, der Creeper, wird im vierten Teil auf ein Horrorfestival in Louisiana losgelassen. Der <a href="https://youtu.be/6D0yFgZnmYM" target="_blank" rel="noopener">creepige Trailer</a> führt die verschiedenen Modi erschöpfend vor: um sein Leben laufen, mit schreckgeweiteten Augen in die Kamera schauen, wimmern, alles in einem effektiv gestalteten Geisterbahn-Setting.</p>
<p>Filmästhetisch eine ganz andere Liga ist <strong><em>Moonage Daydream</em></strong>, der massig viel Material zu David Bowie neu montiert, darunter viel Unveröffentlichtes aus den privaten Bowie-Archiven. Wie schon mit <em>Cobain: Montage of Heck</em> gelingt Regisseur Brett Morgen ein sehr immersives und in diesem Fall geradezu hypnotisches Musikerporträt. Sicherlich einer der besten Musikfilme des Jahres.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/QUvjaPIEIBs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/QUvjaPIEIBs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Popkultur gibt es auch in Deutschland, ein besonders tristes Beispiel ist das Buddy-Movie <strong><em>Piratensender Powerplay</em></strong> von 1982, mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, das jetzt aus irgendwelchen Jubiläumsvorwänden wieder für kurze Zeit in die Kinos kommt. Regie führte Siggi Götz, der auch für Filme wie <em>Geh, zieh dein Dirndl aus</em>, <em>Alpenglüh’n im Dirndlrock</em> und <em>Bohr weiter, Kumpel </em>verantwortlich gemacht werden kann. Das Lexikon des internationalen Films erkannte in <em>Piratensender Powerplay </em>eine „unsäglich platte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Klamotte" target="_blank" rel="noopener">Klamotte</a> mit allen Klischees der deutschen Filmkomödie“. Also filmhistorisch heute durchaus interessant.</p>
<p>Außerdem: Der perlentaucher <a href="https://www.perlentaucher.de/im-kino/ueber-die-alice-schwarzer-doku-von-sabine-derflinger-und-ueber-chase-von-brian-goodman.html?nle_id=10577" target="_blank" rel="noopener">schreibt</a> über Sabine Derflingers Alice-Schwarzer-Porträt und den oben angeführten <em>Chase</em>. Und <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/frau-professorin-schlaufuchs/">alle reden übers Wetter</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wahlberg oder die Berge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 18:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Lustiger Quatsch mit Tom Holland und Mark Wahlberg, Unterschiedliches aus den Bergen, Bekanntes aus der ostdeutschen Provinz und der seltene Fall einer gelungenen Demenz-Komödie. Der Trailer enthält bereits die wahrscheinlich spektakulärste Szene: Tom Holland turnt auf Gepäckstücken rum, die aus einem Flugzeugladeraum in ein paar hundert Metern Höhe rausdonnern, dann knallt ihm noch ein Auto an die Rübe, und es geht ab in die Tiefe. Die Szene aus Uncharted interessiert sich nicht nur Null für irgendwelche physikalischen Gesetze, sie ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lustiger Quatsch mit Tom Holland und Mark Wahlberg, Unterschiedliches aus den Bergen, Bekanntes aus der ostdeutschen Provinz und der seltene Fall einer gelungenen Demenz-Komödie.</em></p>
<p>Der Trailer enthält bereits die wahrscheinlich spektakulärste Szene: Tom Holland turnt auf Gepäckstücken rum, die aus einem Flugzeugladeraum in ein paar hundert Metern Höhe rausdonnern, dann knallt ihm noch ein Auto an die Rübe, und es geht ab in die Tiefe. Die Szene aus <strong><em>Uncharted </em></strong>interessiert sich nicht nur Null für irgendwelche physikalischen Gesetze, sie ist auch unübersehbar an Gaming-Ästhetik angelehnt. Und was völlig übertrieben ist, macht im besten Falle Spaß, wirkt dabei aber meist künstlich. Die von Holland und Wahlberg dargestellten Protagonisten im Film von <em>Venom</em>-Regisseur Ruben Fleischer hangeln sich diszipliniert an einem eher hauchdünnen Schatzsuchen-Plot von Spektakelsequenz zu Spektakelsequenz, oder auch von Level zu Level. Was nun alles auch nicht verwundert, schließlich ist dieser lustige Quatsch eine Computerspielverfilmung. „Wenn man mit der Legende Mark Wahlberg arbeitet, ist es wichtig, dass man im Fitnessstudio alles gibt“, hat Hauptdarsteller Tom Holland im Vorfeld erklärt. „Ich habe versucht, so viel Masse wie möglich aufzubauen und so viel Kraft wie möglich zu bewahren.“ Womit das filmästhetische Prinzip von <em>Uncharted </em>bereits recht komplett zusammengefasst wäre.</p>
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<p>Holland und Wahlberg in allen Ehren, aber der 14-jährige Julius Weckauf spielt sie an die Wand. In dem sehr, sehr guten Hape-Kerkeling-Biopic <em>Der Junge muss an die frische Luft </em>war das schon beeindruckend, danach hat Weckauf leider in eher weniger gelungenen Produktionen mitgespielt. <strong><em>Der Pfad </em></strong>könnte da um einiges sehenswerter ausgefallen sein. Der Film von Tobias Wiemann <em>(Amelie</em> <em>rennt</em>) erzählt von einer Flucht über die Alpen im Jahre 1940. Rolf (Julius Weckauf) und sein Vater Ludwig Kirsch (Volker Bruch) versuchen, aus Frankreich heraus und über die Pyrenäen in die USA zu gelangen. Der Ton ist heiter, auch wenn Bedrückendes passiert, und in diesem Sinne ist <em>Der Pfad </em>zum einen ein kindgerechter Film, der eine Geschichte aus dem Nationalsozialismus erzählt, zum anderen schlicht ein Abenteuerfilm, der halt 1940 spielt.</p>
<p>Wir bleiben in den Bergen. Der Extremkletterer Marc-André Leclerc kraxelt ohne technische Hilfs- und Sicherungsmittel in ein paar hundert Metern herum. Der Regisseur Peter Mortimer (<em>Durch die Wand</em>) hat ihn dabei mit der Kamera begleitet und Begleiter und Kolleginnen interviewt. <strong><em>Der Alpinist </em></strong>ermöglicht einen Blick auf die Gebiete der Natur, die noch immer weitgehend Wildnis sind: karge Steilwände, an denen Menschen eigentlich nichts verloren haben. Der öffentlichkeitsscheue Leclerc ist viele von ihnen trotzdem rauf- und auch wieder runtergeklettert. Mortimers Dokumentarfilm bietet Einblick in eine besondere, risikoreiche Form der Weltflucht und präsentiert dabei wunderschöne Naturbilder.</p>
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<p>Zurück auf den Boden: Gudrun (Corinna Harfouch) feiert ihren 60. Geburtstag, irgendwo in der ostdeutschen Provinz, in dem Waisenhaus, in dem sie selbst, ohne Eltern, aufgewachsen ist. Als sie erfährt, dass das Heim verkauft werden soll, geht sie auf die Barrikaden. Marie Schuberts Regiedebüt <strong><em>Das Mädchen mit den goldenen Händen </em></strong>will diese Geschichte über den Ausverkauf einer ganzen Region und über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte loszulassen, als generalisierbare Erzählung über die Nachwendezeit verstehen. Damit erzählt der Film nichts prinzipiell Neues, hat aber ein gutes Gespür für die bleierne Atmosphäre der Jahre nach der Wiedervereinigung.</p>
<p>Ebenfalls um ihre Vergangenheit kämpft June (Noni Hazlehurst) in dem Film <strong><em>Noch einmal, June</em></strong>. Vor Jahren schon ist June nach einem Schlaganfall dement geworden. Nach fünf Jahren mit der Krankheit erlebt sie aber mit einem Mal wieder eine wache Phase. Was die Familie latent in Erklärungsnot bringt, schließlich hat sich Junes Sohn inzwischen scheiden lassen, und die Tochter hat ihr Haus verkauft. <em>Noch einmal, June </em>kann sich ganz auf seine schwerst sympathische Hauptfigur verlassen, wenn es an das ja nicht ganz unheikle Unterfangen geht, von einer schweren Demenzerkrankung in Form einer Komödie zu erzählen (dass man ein derartiges Unterfangen auch rigoros an die Wand fahren kann, hat zum Beispiel Til Schweiger mit seinem in fast jeder Hinsicht grausligen <em>Honig im Kopf</em> gezeigt). Die Klarheit im Kopf von June wird nur eine vorübergehende sein. In dieser kurzen Zeit feiert dieser kleine, aber feine australische Film das Leben.</p>
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		<title>Mit eigenen Augen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 09:09:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Filme über Thomas Brasch, Albert Speer und Alice Miller, dazu ein Blick hinter ARD-Kulissen und ein paar Spielfilme. Ein selektiver Überblick. Das Zentralgestirn dieser Woche, ihr wild schlagendes Herz ist Thomas Brasch. Schriftsteller, Filmemacher, Theatermann, von der DDR in den Westen gewechselt, unfreiwillig, dort dann endgültig unglücklich geworden und 2001 mit 56 Jahren verloschen. Unter der Regie von Thomas Kleinert zeigt Albrecht Schuch in der Titelrolle von Lieber Thomas einmal mehr, warum er zu den derzeit angesagtesten deutschen Schauspielern zählt. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Filme über Thomas Brasch, Albert Speer und Alice Miller, dazu ein Blick hinter ARD-Kulissen und ein paar Spielfilme. Ein selektiver Überblick.</em></p>
<p>Das Zentralgestirn dieser Woche, ihr wild schlagendes Herz ist Thomas Brasch. Schriftsteller, Filmemacher, Theatermann, von der DDR in den Westen gewechselt, unfreiwillig, dort dann endgültig unglücklich geworden und 2001 mit 56 Jahren verloschen. Unter der Regie von Thomas Kleinert zeigt Albrecht Schuch in der Titelrolle von <strong><em>Lieber Thomas</em></strong> einmal mehr, warum er zu den derzeit angesagtesten deutschen Schauspielern zählt. Mühelos schultert er den 130-minütigen Schwarzweißfilm und spielt alles an die Wand, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Abgesehen von Jella Haase, die in der Rolle von Braschs langjähriger Gefährtin Katharina Thalbach dem Schauspiel-Kraftwerk den Widerstand des Wassers entgegensetzt und die von Schuch scharfkantig umrissene Figur sanft umfließt. Solcherart zum Vorschein bringend, dass sich da einer immer wieder auch selbst im Wege stand.</p>
<p>Allerdings erfährt man weder über die familiäre Psychodynamik der DDR-kulturhistorisch bedeutsamen Brasch’schen Sippe noch über die tatsächliche Kunst von Thomas Brasch viel Erhellendes, allzu sehr ordnet sich Kleinerts Film Schuchs berserkerhafter Schauspielviech-Präsenz unter. Wer mehr will als einem rundum überzeugenden Charakterporträt bewundernd zu Füßen sinken, kann in der Arte-Mediathek den dort noch bis zum 29. Januar 2022 eingestellten Dokumentarfilm <strong><em>Brasch – Das Wünschen und das Fürchten</em></strong> in Augenschein nehmen, die Christoph Rüter unter Verwendung von Originalmaterial seines mit dem Schreiben in der Heimatlosigkeit ringenden Freundes 2011 fertig gestellt hat. Für den erweiterten Kontext möge sodann Annekatrin Hendels so materialreiche wie bewegende Doku <strong><em>Familie Brasch </em></strong>dienen, die es auf der Website des Salzgeber Verleihs gegen geringes Entgelt zu sehen gibt.</p>
<figure id="attachment_5223" aria-describedby="caption-attachment-5223" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5223" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2-300x200.jpg" alt="" width="500" height="333" /><figcaption id="caption-attachment-5223" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5223" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="333" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Lieber Thomas, 2021, Thomas Kleinert</figcaption></figure>
<p>Apropos Dokumentarfilm. Den Freund:innen der Gattung hat diese Woche so einiges zu bieten. <strong><em>Speer goes to Hollywood</em></strong> von Vanessa Lapa ist ein Beitrag zur Demontage des allzu lange virulenten Images vom „guten Nazi“, das Hitlers Leibarchitekt Albert Speer Zeit seines Lebens mit Hingabe propagierte. Als Paramount Pictures zu Beginn der 1970er Jahre plant, Speers Bestseller „Erinnerungen“ zu verfilmen, hält deren Verfasser die Gelegenheit für günstig, seine Biografie reinzuwaschen. In der vermittels reichhaltigen Archivmaterials belegten Auseinandersetzung zwischen Speer, Drehbuchautor Andrew Birkin und Regisseur Carol Reed über das letztlich dann scheiternde Projekt tritt ein erschreckendes Ausmaß von Selbstverleugnung und Verdrängung zutage.</p>
<figure id="attachment_5226" aria-describedby="caption-attachment-5226" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5226" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood-300x201.jpg" alt="" width="500" height="334" /><figcaption id="caption-attachment-5226" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5226" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="334" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1024%2C684&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=770%2C515&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1536%2C1027&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=2048%2C1369&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=293%2C196&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1400%2C936&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=390%2C261&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1320%2C882&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Speer Goes to Hollywood, 2020, Vanessa Lapa</figcaption></figure>
<p>Verdrängung ist auch der prägende Begriff in Daniel Howalds <strong><em>Who&#8217;s afraid of Alice Miller?</em></strong>, in dem Martin, der Sohn der berühmten Kinderrechtlerin und Psychologin, bittere Anklage erhebt. In der Kindheit wird er vom Vater geschlagen, von der Mutter wird er bis zu deren Tod abgelehnt; schließlich begibt er sich als bereits alternder Mann gemeinsam mit Irenka Taurek, einer Cousine Alice Millers, nach Polen auf die sprichwörtliche Spurensuche. Er stößt dort auf das Trauma der Überlebenden, das sich in die zweite Generation wie ein Krebs hineingefressen hat, er hadert und wütet. <em>Who&#8217;s afraid of Alice Miller?</em> liefert ein Musterbeispiel für Erinnern – Wiederholen – Durcharbeiten, jenen fundamentalen Dreiklang psychoanalytischer Therapie – und zeigt zugleich deren Grenzen auf.</p>
<figure id="attachment_5227" aria-describedby="caption-attachment-5227" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5227" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller-300x162.jpg" alt="" width="500" height="270" /><figcaption id="caption-attachment-5227" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5227" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="270" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=300%2C162&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1024%2C554&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=770%2C416&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1536%2C830&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=293%2C158&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1400%2C757&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=390%2C211&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1320%2C714&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?w=1998&amp;ssl=1 1998w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Who&#8217;s Afraid of Alice Miller, 2020, Daniel Howald</figcaption></figure>
<p>Völlig unpsychologisch, strohtrocken und dabei doch hochspannend geht es in <strong><em>Mit eigenen Augen</em></strong> zu, in dem Miguel Müller-Frank einen Blick hinter die Kulissen des renommierten Politmagazins Monitor (ARD) wirft. Akribisch wird das Entstehen einer Sendung nachvollzogen, in der es u.a. einen Beitrag zum rechtsradikalen Hintergrund des Mordes an CDU-Politiker Walter Lübcke geben soll. Eine mit stoischer Ruhe beobachtende Kamera steht dabei der zunehmenden Hektik in der Redaktion gegenüber, die sich durch rasch wechselnde Informationslagen in ihrer Arbeit herausgefordert sieht. Solcherart entsteht nicht nur ein höchst informatives Bild der Mühen der Ebene des modernen TV-Investigativ-Journalismus, sondern auch eine Würdigung von Verdienst und Bedeutung einer freien Presse. Zugleich ein wertvoller Zugang zum Curriculum des Schulfachs Medienkompetenz. Wie, das Fach gibt’s nicht?!</p>
<figure id="attachment_5225" aria-describedby="caption-attachment-5225" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen.jpg?resize=500%2C213&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5225" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-300x128.jpg" alt="" width="500" height="213" /><figcaption id="caption-attachment-5225" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5225" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen.jpg?resize=500%2C213&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="213" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=300%2C128&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1024%2C436&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=770%2C328&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1536%2C654&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=2048%2C871&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=500%2C213&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=293%2C125&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1400%2C596&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=390%2C166&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1320%2C562&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Mit eigenen Augen, 2020, Miguel Müller-Frank</figcaption></figure>
<p>Wem der Sinn eher nach einem traditionellen Spielfilm steht, der ist mit <strong><em>Eine Handvoll Wasser</em></strong> von Jakob Zapf gut beraten, spielt darin doch Jürgen Prochnow seine Paraderolle des knorrigen Alten mit dem guten Herzen. Die harte Schale um den weichen Kern wird hier von einem Flüchtlingskind geknackt &#8211; und das Schöne daran ist, dass Prochnows Präsenz Kitschfreiheit garantiert.</p>
<p>Die alljährlich unvermeidliche Weihnachtsfilmschwemme schickt ein erstes Wellchen voraus in Gestalt des sehr charmanten norwegischen Kinderfilms <strong><em>Elise und das vergessene Weihnachtsfest</em></strong><em> (Snekker Andersen og den vesle bygda som glomte at det var jul)</em> von Andrea Eckerbom, in dem die Titelheldin den von umfassender Amnesie befallenen Bewohner:innen ihres Heimatdorfes das Fest der Liebe wieder in Erinnerung ruft (gegen geringes Entgelt auch bei mehreren Streamern im Angebot).</p>
<figure id="attachment_5222" aria-describedby="caption-attachment-5222" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5222" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise-300x150.jpg" alt="" width="500" height="250" /><figcaption id="caption-attachment-5222" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5222" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="250" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=300%2C150&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1024%2C512&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=770%2C385&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1536%2C768&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=585%2C293&amp;ssl=1 585w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1170%2C585&amp;ssl=1 1170w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1500%2C750&amp;ssl=1 1500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=293%2C147&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1400%2C700&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=390%2C195&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1320%2C660&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Elise und das vergessene Weihnachtsfest, 2019, Andrea Eckerbom</figcaption></figure>
<p>Nicht zu vergessen schwappt mit Felix Charins <strong><em>Krass Klassenfahrt</em></strong> der unvermeidbare Film zur gleichnamigen Webserie ins Kino, die wiederum &#8211; dies für die Ahnungslosen unter uns &#8211; eine Parodie auf sogenannte Scripted-Reality-Soaps darstellt und in der statt Schauspieler:innen Influencer agieren. Sieht so die Zukunft des Kinos aus? Publikum ist – jedenfalls in pandemiearmen Zeiten – garantiert. Selbiges wird zweifelsohne auch Til Schweigers aktuellem Werk zuteil werden. <strong><em>Die Rettung der uns bekannten Welt</em></strong> hat Schweiger der Presse, von der er bekanntlich nichts hält, vorab allerdings nicht gezeigt. Weswegen sich dazu auch nichts sagen lässt und das dieswöchentliche Kapitel hiermit schließt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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