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	<title>oskar werner Archive - filmfilter</title>
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	<title>oskar werner Archive - filmfilter</title>
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		<title>Oskar und die Halbschatten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 19:30:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der schlimmste Mensch der Welt, Blutsauger und die Oskar-Werner-Retrospektive im Filmarchiv Austria. Von Alexandra Seitz und Roman Scheiber. Soweit das Auge reicht, von Joachim Triers Der schlimmste Mensch der Welt /Verdens verste Menneske sind alle schwer begeistert. Warum? Die Geschichte geht so: Julie, immerhin schon fast dreißig Jahre alt, versucht, endlich erwachsen zu werden und in ihrem Leben Fuß zu fassen. Sie braucht also einen Plan, in der Liebe wie im Beruf, und dergleichen ist bekanntermaßen schwierig. Also nicht das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der schlimmste Mensch der Welt, Blutsauger und die Oskar-Werner-Retrospektive im Filmarchiv Austria. Von Alexandra Seitz und Roman Scheiber.<br />
</em></p>
<p>Soweit das Auge reicht, von Joachim Triers <strong><em>Der schlimmste Mensch der Wel</em><em>t</em> /<em>Verdens verste Menneske</em></strong> sind alle schwer begeistert. Warum?</p>
<p>Die Geschichte geht so: Julie, immerhin schon fast dreißig Jahre alt, versucht, endlich erwachsen zu werden und in ihrem Leben Fuß zu fassen. Sie braucht also einen Plan, in der Liebe wie im Beruf, und dergleichen ist bekanntermaßen schwierig. Also nicht das Pläneschmieden, sondern das Pläne-in-die-Tat-Umsetzen, auch das Daran-Festhalten gestaltet sich nicht immer einfach. Weil, immer pfuscht irgendetwas oder irgendjemand dazwischen, sei es das Schicksal oder Gott oder im Zweifelsfalle man selbst. Das ist hier nicht anders: Julie verliebt sich in Aksel und dann verliebt sie sich in Eivind – und dann steht sie wieder alleine da. Währenddessen versucht sie sich als Buchhändlerin, Kolumnenautorin, Fotografin. Das Glück schaut immer mal kurz vorbei, kann sich aber nicht zur Dauer entschließen – und so stellt sich eben die Frage nach den Fehlern und wo sie zu suchen sind.</p>
<p>Ja, das sehen Sie durchaus richtig, vom Thema her gesehen ist das ein alter Hut; von der schwungvollen und geradezu anti-pathetischen Umsetzung zeigt man sich nun aber gerade allgemein sehr angetan (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/auf-sich-selbst-blicken/">und auch unser Rezensent</a>). Es lässt sich also festhalten: Hier liegt ein klassischer Arthouse-Crowdpleaser vor, der auf bittersüße Weise von den Dingen des Lebens handelt und mit dem sich bestimmt ein Haufen Geld verdienen lässt. (zax)</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/Vgfwks-E48U" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/Vgfwks-E48U" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Wenn von Vampiren die Rede ist, sind damit manchmal Fledermäuse, im Kino-Zusammenhang jedoch zumeist Figuren in Filmen von <em>Nosferatu</em> bis <em>Twilight</em> gemeint – oder halt von <em>Only Lovers Left Alive</em> bis <em>A Girl Walks Home Alone at Night, </em>oder wie Sie wollen. Eine ganz andere Art von Vampiren hatte Karl Marx im Sinn, als er von den Ausbeutern der Arbeiterklasse schrieb, und auf so theorie- wie bissfeste Weise lotet das Julian Radlmaier (<em>Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes</em>) in seiner neuen Klassenkomödie <em><strong>Blutsauger</strong></em> aus, <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/der-v-effekt/">wir finden das witzig</a> und sehenswert.</p>
<p>Noch bis zum 22. Juni läuft im Filmarchiv Austria eine <strong>Retrospektive</strong> der Filme mit <strong>Oskar Werner</strong>. Von manchen wird der am 3. November 1922 in Wien als Oskar Josef Bschließmayer geborene und am 23. Oktober 1984 in Marburg an der Lahn als Legende verstorbene Film- und Bühnenschauspieler ja derart proskynetisch verehrt, dass die noch vor einer Büste ihres heiß geliebten Stars in die Knie gehen würden. Aber auch ohne ihn über jedes vernünftige Maß hinaus zu adorieren: Bei Oskar Werner handelt es sich zweifellos um einen der charismatischsten Akteure der österreichischen Filmgeschichte. Der Kurzpressetext zur Retro lautet:</p>
<p>„Zwischen 1947 und 1976 tritt Oskar Werner in 22 Filmen in Haupt- und Nebenrollen auf. 20 davon haben sich erhalten und werden mit dieser Schau nach langer Zeit wieder komplett auf die Leinwand gebracht. Neben österreichischen Klassikern wie <em>Der Engel mit der Posaune</em>, <em>Der letzte Akt</em> oder <em>Mozart</em> sind auch die Kultfilme <em>Jules et Jim</em> und <em>Fahrenheit 451</em> sowie die berühmten Hollywoodproduktionen<em> Ship of Fools</em>, <em>The Spy Who Came in from the Cold</em> und <em>The Shoes of the Fisherman</em> zu sehen. »Mit dem Theater bin ich verheiratet, der Film ist meine Geliebte«, beschreibt Werner einmal sein Verhältnis zum Kino. Eine Liebe, die in seinem Publikum bis heute weiterbrennt.“</p>
<figure id="attachment_7800" aria-describedby="caption-attachment-7800" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-7800" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner-300x169.jpg" alt="Oskar Werner Retro" width="550" height="309" /><figcaption id="caption-attachment-7800" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-7800" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Oskar Werner Retro" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/06/oskaer-werner.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> 100 Jahre Oskar Werner</figcaption></figure>
<p>Wer immer noch nicht den berühmten Columbo mit Oskar Werner gesehen hat: Die Folge heißt „Playback“, und mit jedem Mal Ansehen wird man weiterer herrlicher Details gewahr, und wer die Folge zum ersten Mal sieht – man muss nämlich kein Columbo-Fan sein, um sich das anzuschauen –, wird sehen: Auch hier ist der volle Oskar Werner drin, ohne jegliche TV-Krimi-Abzüge.</p>
<p>Diverse Führungen gibt es im Rahmen der <a href="https://www.filmarchiv.at/program/exhibition/100-jahre-oskar-werner/" target="_blank" rel="noopener">begleitenden Ausstellung</a> 100 Jahre Oskar Werner. Und auch im Rahmen des Sommerkinos „Kino wie noch nie“ (von 23. Juni bis 21. August) wird eine Auswahl der besten OW-Filme gezeigt.</p>
<p><a href="https://www.filmarchiv.at/program/retrospective/oskar-werner/" target="_blank" rel="noopener">Hier das gesamte Programm der Retro</a></p>
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		<title>Splitlife</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/kritiken/splitlife/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2022 06:00:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Das ist der Tod: Die Gegenstände eines Lebens, die man anderen hinterlässt und die ebenso schnell im Müllwagen verschwinden wie die Erinnerungen, die zusammen mit dem Gehirn verrotten.“ (Gaspar Noé, Schöpfer von „Vortex“) Zu Beginn teilen sie noch einen gemeinsamen Raum, das alte Ehepaar in seinen Achtzigern in der großzügigen Dachwohnung in Paris. Da sitzen sie auf der Terrasse in der Mitte dieses wohligen Gehäuses und versichern einander bei einem Glas Wein und etwas Brot ihres Glücks. Es geht uns [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das ist der Tod: Die Gegenstände eines Lebens, die man anderen hinterlässt und die ebenso schnell im Müllwagen verschwinden wie die Erinnerungen, die zusammen mit dem Gehirn verrotten.“ (Gaspar Noé, Schöpfer von „Vortex“)</em></p>
<p>Zu Beginn teilen sie noch einen gemeinsamen Raum, das alte Ehepaar in seinen Achtzigern in der großzügigen Dachwohnung in Paris. Da sitzen sie auf der Terrasse in der Mitte dieses wohligen Gehäuses und versichern einander bei einem Glas Wein und etwas Brot ihres Glücks. Es geht uns gut und das Leben ist schön. Dann singt jemand ein trauriges Lied frontal in die Kamera und danach trennt sich das Bild, wird zum Splitscreen; fortan ist der Raum, obzwar rein äußerlich für die Frau wie den Mann derselbe, kein gemeinsamer mehr. Und geteilt nur, insofern sie ihn beide zur gleichen Zeit bewohnen. Denn die Frau leidet an Demenz und der Mann ist davon überfordert.</p>
<p>Gaspar Noé, der hier ein Drehbuch verfilmt, in dem er jüngste, eigene Erfahrungen verarbeitet, hat <em>Vortex</em> all denen gewidmet, „deren Hirn vor ihrem Herzen zerfällt“. Es ist ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswerter Film, der ohne jede Beschönigung von der Mühsal des Alters berichtet. Und dessen niederschmetternder Effekt zu nicht geringem Teil den beiden herausragenden Darstellern Françoise Lebrun und Dario Argento zu danken ist, die nicht die geringste Furcht vor den Abgründen zeigen, die sich im Verlauf der Geschichte vor ihnen auftun.</p>
<p>Lebrun ist Cineasten aus dem Nouvelle Vague-Meilenstein <em>La maman et la putain</em> (Jean Eustache, 1973) bekannt; Argento hat sich bislang nicht durch Schauspielerei hervorgetan, dafür aber einige Gialli gedreht (<em>Suspiria, Tenebrae, Opera</em>), ohne die die Welt eine ärmere wäre. Und sie wäre es auch ohne dieses späte Debüt in einer Hauptrolle, das roh und authentisch ist, ehrlich und reichhaltig. Die beiden Alten – Lebrun ist 77, Argento 81 – spielen also zwei Alte, denen das Leben auf unterschiedliche Weise, doch gleichermaßen grausam in den Händen zerfällt.</p>
<figure id="attachment_7332" aria-describedby="caption-attachment-7332" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-7332" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild-300x169.jpg" alt="Vortex, Gaspar Noé" width="550" height="309" /><figcaption id="caption-attachment-7332" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-7332" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Vortex, Gaspar Noé" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=1536%2C864&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=2048%2C1152&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=1400%2C788&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?resize=1320%2C743&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/04/vortex-beitragsbild.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Françoise Lebrun, Dario Argento</figcaption></figure>
<p>Zwar folgt die Frau noch ihren Alltagsroutinen, erkennt in ihnen aber keinen Sinn mehr, sie verläuft sich in den Läden, in denen sie früher Einkaufen ging, sie vergisst die Klospülung und das Gas; wie fremd die Welt doch mit einem Male geworden ist. Ihr Mann hasst, was da passiert; dass er im Begriff steht, seine Frau an das große Nichts zu verlieren, empört ihn; notgedrungen räumt er ihr hinterher, genervt und hilflos. In dieser alten, ungeheuer charaktervollen Wohnung, die verwinkelt ist und angeräumt. Aus jeder Ecke quellen Bücher, Videos, Zeitungen und Zeitschriften; dann sind da natürlich noch die Souvenirs, kleine Kostbarkeiten der Erinnerung, die rundherum verloren geht. So viele Jahre bilden sich hier ab, die sie gemeinsam verbracht haben; sie, die als Psychiaterin arbeitete, und er, der Filmkritiker, der gerade an einem Buch über Filme und Träume arbeitet, eh klar. Während die Frau Tabletten einwirft, die sie sich selbst verschreibt, raucht der Mann wie ein Schlot – was Argento Gelegenheit zu einer Herzattacken-Szene gibt, die könnte Oskar Werner – der mit seinem Niedergang in <em>Ship of Fools</em> (Stanley Kramer, 1965) Platz Eins belegt – den Schweiß der Konkurrenzangst auf die Stirn treiben.</p>
<p>Apropos österreichische Konkurrenz: Der Gedanke an Michael Hanekes <em>Amour</em> (2012) drängt sich auf, ein Vergleich liegt auf der Hand – ob er aber sinnvoll ist? Auch <em>Amour</em> ist ein Film über ein altes Ehepaar, in dessen Leben die Krankheit der Frau einbricht und dem Mann die Gefährtin entreißt, resultierend zunächst in tapferer, doch eben altersgeschwächter Gegenwehr und schließlich allseitiger Vernichtung.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/-L-ZcCFePAs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/-L-ZcCFePAs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Mit Haneke, dem Verkopften, selbst soeben Achtzig geworden, steht das Bildungsbürgertum einer Bohème in Gestalt des instinktgetriebenen Noé gegenüber. Jean-Louis Trintignants immanente Grandseigneurhaftigkeit verleiht seiner Figur Sanftmut und Würde, wo Argento sich in Gestaltung der seinen auch vor Überdruss und Abneigung nicht scheut. Und wo Emmanuelle Riva vornehm auf dem Krankenlager ruht, rührt Lebrun schon mal in der Scheiße. So berührend Hanekes <em>Amour</em> dank der herausragenden Schauspielerei auch ist, er verhält sich zu <em>Vortex</em> wie Charlottenburg zu Neukölln, Wein zu Schnaps, Pastell zu Primär, Schönberg zu Coltrane.</p>
<p>Vortex erzielt seine Wirkung jedoch nicht, weil <em>enfant terrible</em> Noé einmal mehr das täte, wofür er berühmt-berüchtigt ist, also mit besonderer Grausamkeit zu Werke gehen und mit sadistischer Freude <a href="https://ray-magazin.at/climax/" target="_blank" rel="noopener">allerhand Scheußlichkeiten</a> vor uns ausbreiten. Nein, ganz und gar nicht. Es ist vielmehr so, dass man in jeder einzelnen Einstellung spürt, dass Noé das Geschilderte zutiefst was angeht. Dass das Leid und die Ratlosigkeit, die wir sehen, empfunden sind. Aus jeder Szene sickert das ohnmächtige Mitleid unaufhaltsam zu uns herüber und in uns ein. Wir kommen anders aus diesem Film heraus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Vortex</strong><br />
<strong>Frankreich 2021, Regie</strong> Gaspar Noé<br />
<strong>Mit</strong> Françoise Lebrun, Dario Argento, Alex Lutz<br />
<strong>Laufzeit</strong> 140 Minuten</p>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/splitlife/">Splitlife</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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