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		<title>Leinen los</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2022 14:30:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Triangle of Sadness“: ein cleverer, vergnüglicher und wieder wenig subtiler Aufruf zur Errichtung des Sozialismus von Doppelgoldpalmengewinner Ruben Östlund. Triangle of Sadness ist ein sehr gebauter, an nicht wenigen Stellen hochkomischer und von der eigenen Cleverness zumindest nicht allzu sehr berauschter Film. Oder noch mal anders: Zahlreiche „Ich gehöre zum europäischen Autorenkino und werde bestimmt wieder im Wettbewerb von Cannes gezeigt“-Ingredienzen (zum Beispiel Einteilung in drei Kapitel, Kammermusik-Soundtrack, ein enervierend offenes Ende) verdecken nur sehr durchlässig, dass Ruben Östlunds neuer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Triangle of Sadness“: ein cleverer, vergnüglicher und wieder wenig subtiler Aufruf zur Errichtung des Sozialismus von Doppelgoldpalmengewinner Ruben Östlund.</em></p>
<p><em>Triangle of Sadness</em> ist ein sehr gebauter, an nicht wenigen Stellen hochkomischer und von der eigenen Cleverness zumindest nicht allzu sehr berauschter Film. Oder noch mal anders: Zahlreiche „Ich gehöre zum europäischen Autorenkino und werde bestimmt wieder im Wettbewerb von Cannes gezeigt“-Ingredienzen (zum Beispiel Einteilung in drei Kapitel, Kammermusik-Soundtrack, ein enervierend offenes Ende) verdecken nur sehr durchlässig, dass Ruben Östlunds neuer Film alles in allem wieder einmal recht rustikal gedacht ist. Die etwas abstrakt anmutende Inszenierung suggeriert Intellektualität und Metaebene. Dabei wird hier, wie auch im Falle von Östlunds Kunstmarkt-Satire <em>The Square</em> oder der Männlichkeitsdekonstruktion <em>Höhere Gewalt</em>, mit dem Holzhammer operiert. À propos Cannes: Für <em>The Square</em> gab es 2017 die erste Goldene Palme, für <em>Triangle of Sadness</em>, den Folgefilm, zuletzt die zweite.</p>
<p>Und der Hammer drischt auf das Sujet in <em>Triangle of Sadness</em> ganz schön ein. Zur Verbildlichung der omnipräsenten Klassen- und Geschlechterkämpfe, die das Thema dieses Films sind, hat Östlund das seit der Überfahrt der Titanic als Motiv, Metapher und Mikrokosmos etablierte Kreuzfahrtschiff gewählt. Es ist vollbesetzt mit überdurchschnittlich erfolgreichen Vertretern der Bourgeoisie – vom etablierten, traditionsbewussten Kapital (ein britisches Waffenhersteller-Ehepaar) bis hin zu jüngeren, spektakulären Auswüchsen (russische Superreiche). Die Bediensteten repräsentieren das Proletariat und das Kleinbürgertum, außerdem sind noch zwei sehr hübsche, aber gesellschaftlich weitgehend nutzlose Influencer (Harris Dickinson und die kürzlich viel zu jung verstorbene Charlbi Dean) mit an Bord. Der Kapitän (Woody Harrelson) säuft und ist Marxist und verkörpert an Bord so etwas die kritische Intelligenz.</p>
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<p>Als das Schiff ins Schaukeln gerät, lässt Östlund die Leinen los und die Angehörigen der herrschenden Klasse in einer fürchterlichen Kotz- und Kackschlacht durch Erbrochenes und andere Ausscheidungen rutschen. Während der Kapitän und der Vertreter des postsowjetischen Kapitals sich sturzbesoffen Lenin- und Reagan-Zitate an den Knopf knallen. <em>Triangle of Sadness</em> ist, wie gesagt, ein grober und lustiger Film.</p>
<p>Die Aggression gegenüber seinen Figuren kommt von Herzen, in dieser Sequenz wie auch in vielen anderen. Trotzdem kann man diese Figuren auch, nein, nicht mögen – aber man kann sich in ihnen wiedererkennen. Und die, die sich in diesem Porträt der Privilegierten unmittelbar wiedererkannt haben, scheinen die Mischung aus direkter filmischer Ansprache und Komik tatsächlich zu schätzen. „Ich habe <em>Triangle of Sadness</em>“ einigen Superreichen vorgeführt, und sie lieben ihn“, hat Östlund <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/triangle-of-sadness-regisseur-ruben-oestlund-im-interview-18376977.html" target="_blank" rel="noopener">der FAZ erzählt</a>. „Sie haben so gelacht, am lautesten an der Stelle: Hört auf mit der Scheiße und zahlt lieber Steuern!“ Es sei nämlich nicht so, dass arme Menschen authentisch, großzügig und lieb und Reiche dagegen egoistisch und oberflächlich seien. „Nein, Millionäre sind nett, genauso wie die meisten Celebrities nett sind. Erfolgreiche Menschen haben meist viele Social Skills. Marx hatte kein Problem damit, mit einem Fabrikbesitzer befreundet zu sein, während er für eine gleichberechtigte Gesellschaft kämpfte.“</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-8858" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1-300x169.jpg" alt="Östlund, Triangle of Sadness" width="550" height="309" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-8858" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Östlund, Triangle of Sadness" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/10/triangleofsadness03-1280x720-1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Im dritten Akt wird ein weiterer klassischer Mikrokosmos reaktiviert, die einsame Insel, auf der eine disparat zusammengesetzte Gruppe Überlebender in ein Herr-der-Fliegen-Szenario gerät. Letzteres sieht hier über weite Strecken aber vergleichsweise zivilisiert organisiert aus, da die Klofrau der Yacht – die einzige unter den Gestrandeten, die Fische fangen und Feuer machen kann – flugs ein Matriarchat errichtet und damit beginnt, einen der Influencer sexuell auszubeuten. Im Tausch gegen Salzstangen.</p>
<p>Die eigene Reißbretthaftigkeit – erst die Vorführung von Klassengesellschaft, dann die Umdrehung der Machtstrukturen – trägt <em>Triangle of Sadness</em> freudig vor sich her. In dem Witz, mit dem er alles bedenkt außer sich selbst (wer Marxismus plus filmische Selbstreflexion sehen will, sollte es lieber <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/der-v-effekt/">mit<em> Blutsauger </em>versuchen</a>), steckt auch eine Menge Überheblichkeit, die sich auf die Zuschauer:innen überträgt. Auch das macht natürlich Spaß.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/sWrS7f_nS9w" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/sWrS7f_nS9w" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Blöd ist der Film trotzdem nicht. „Wir können damit anfangen, uns von der Mär des superreichen Kapitalisten-Schurken zu trennen“, sagt Östlund. „Den gibt es nicht.“ Stattdessen gibt es in seinen Filmen eine durchweg würstchenförmige Ansammlung von Menschen, die alle aufgespannt im selben gesellschaftlichen Zusammenhang agieren und uns, von einem superior agierenden Regisseur mit Fäkalien beworfen, zum Lachen bringen. So gesehen ist <em>Triangle of Sadness</em> ein Aufruf zur Errichtung des Sozialismus, allerdings einer, der ohne jeden Leidensdruck auskommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Triangle of Sadness</strong><br />
<strong>SE/UK/DE/FR/GR/TR 2022, Regie</strong> Ruben Östlund<br />
<strong>Mit</strong> Harris Dickinson, Charlbi Dean, Woody Harrelson, Dolly De Leon<br />
<strong>Laufzeit</strong> 147 Minuten</p>
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		<title>Mit eigenen Augen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Seitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 09:09:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Filme über Thomas Brasch, Albert Speer und Alice Miller, dazu ein Blick hinter ARD-Kulissen und ein paar Spielfilme. Ein selektiver Überblick. Das Zentralgestirn dieser Woche, ihr wild schlagendes Herz ist Thomas Brasch. Schriftsteller, Filmemacher, Theatermann, von der DDR in den Westen gewechselt, unfreiwillig, dort dann endgültig unglücklich geworden und 2001 mit 56 Jahren verloschen. Unter der Regie von Thomas Kleinert zeigt Albrecht Schuch in der Titelrolle von Lieber Thomas einmal mehr, warum er zu den derzeit angesagtesten deutschen Schauspielern zählt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/kinovorschau/mit-eigenen-augen/">Mit eigenen Augen</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Filme über Thomas Brasch, Albert Speer und Alice Miller, dazu ein Blick hinter ARD-Kulissen und ein paar Spielfilme. Ein selektiver Überblick.</em></p>
<p>Das Zentralgestirn dieser Woche, ihr wild schlagendes Herz ist Thomas Brasch. Schriftsteller, Filmemacher, Theatermann, von der DDR in den Westen gewechselt, unfreiwillig, dort dann endgültig unglücklich geworden und 2001 mit 56 Jahren verloschen. Unter der Regie von Thomas Kleinert zeigt Albrecht Schuch in der Titelrolle von <strong><em>Lieber Thomas</em></strong> einmal mehr, warum er zu den derzeit angesagtesten deutschen Schauspielern zählt. Mühelos schultert er den 130-minütigen Schwarzweißfilm und spielt alles an die Wand, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Abgesehen von Jella Haase, die in der Rolle von Braschs langjähriger Gefährtin Katharina Thalbach dem Schauspiel-Kraftwerk den Widerstand des Wassers entgegensetzt und die von Schuch scharfkantig umrissene Figur sanft umfließt. Solcherart zum Vorschein bringend, dass sich da einer immer wieder auch selbst im Wege stand.</p>
<p>Allerdings erfährt man weder über die familiäre Psychodynamik der DDR-kulturhistorisch bedeutsamen Brasch’schen Sippe noch über die tatsächliche Kunst von Thomas Brasch viel Erhellendes, allzu sehr ordnet sich Kleinerts Film Schuchs berserkerhafter Schauspielviech-Präsenz unter. Wer mehr will als einem rundum überzeugenden Charakterporträt bewundernd zu Füßen sinken, kann in der Arte-Mediathek den dort noch bis zum 29. Januar 2022 eingestellten Dokumentarfilm <strong><em>Brasch – Das Wünschen und das Fürchten</em></strong> in Augenschein nehmen, die Christoph Rüter unter Verwendung von Originalmaterial seines mit dem Schreiben in der Heimatlosigkeit ringenden Freundes 2011 fertig gestellt hat. Für den erweiterten Kontext möge sodann Annekatrin Hendels so materialreiche wie bewegende Doku <strong><em>Familie Brasch </em></strong>dienen, die es auf der Website des Salzgeber Verleihs gegen geringes Entgelt zu sehen gibt.</p>
<figure id="attachment_5223" aria-describedby="caption-attachment-5223" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5223" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2-300x200.jpg" alt="" width="500" height="333" /><figcaption id="caption-attachment-5223" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5223" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="333" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/lieber_thomas_2.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Lieber Thomas, 2021, Thomas Kleinert</figcaption></figure>
<p>Apropos Dokumentarfilm. Den Freund:innen der Gattung hat diese Woche so einiges zu bieten. <strong><em>Speer goes to Hollywood</em></strong> von Vanessa Lapa ist ein Beitrag zur Demontage des allzu lange virulenten Images vom „guten Nazi“, das Hitlers Leibarchitekt Albert Speer Zeit seines Lebens mit Hingabe propagierte. Als Paramount Pictures zu Beginn der 1970er Jahre plant, Speers Bestseller „Erinnerungen“ zu verfilmen, hält deren Verfasser die Gelegenheit für günstig, seine Biografie reinzuwaschen. In der vermittels reichhaltigen Archivmaterials belegten Auseinandersetzung zwischen Speer, Drehbuchautor Andrew Birkin und Regisseur Carol Reed über das letztlich dann scheiternde Projekt tritt ein erschreckendes Ausmaß von Selbstverleugnung und Verdrängung zutage.</p>
<figure id="attachment_5226" aria-describedby="caption-attachment-5226" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5226" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood-300x201.jpg" alt="" width="500" height="334" /><figcaption id="caption-attachment-5226" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5226" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="334" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1024%2C684&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=770%2C515&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1536%2C1027&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=2048%2C1369&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=500%2C334&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=293%2C196&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1400%2C936&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=390%2C261&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?resize=1320%2C882&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/speer_goes_to_hollywood.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Speer Goes to Hollywood, 2020, Vanessa Lapa</figcaption></figure>
<p>Verdrängung ist auch der prägende Begriff in Daniel Howalds <strong><em>Who&#8217;s afraid of Alice Miller?</em></strong>, in dem Martin, der Sohn der berühmten Kinderrechtlerin und Psychologin, bittere Anklage erhebt. In der Kindheit wird er vom Vater geschlagen, von der Mutter wird er bis zu deren Tod abgelehnt; schließlich begibt er sich als bereits alternder Mann gemeinsam mit Irenka Taurek, einer Cousine Alice Millers, nach Polen auf die sprichwörtliche Spurensuche. Er stößt dort auf das Trauma der Überlebenden, das sich in die zweite Generation wie ein Krebs hineingefressen hat, er hadert und wütet. <em>Who&#8217;s afraid of Alice Miller?</em> liefert ein Musterbeispiel für Erinnern – Wiederholen – Durcharbeiten, jenen fundamentalen Dreiklang psychoanalytischer Therapie – und zeigt zugleich deren Grenzen auf.</p>
<figure id="attachment_5227" aria-describedby="caption-attachment-5227" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5227" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller-300x162.jpg" alt="" width="500" height="270" /><figcaption id="caption-attachment-5227" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5227" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="270" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=300%2C162&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1024%2C554&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=770%2C416&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1536%2C830&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=500%2C270&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=293%2C158&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1400%2C757&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=390%2C211&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?resize=1320%2C714&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/whos_afraid_of_alice_miller.jpg?w=1998&amp;ssl=1 1998w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Who&#8217;s Afraid of Alice Miller, 2020, Daniel Howald</figcaption></figure>
<p>Völlig unpsychologisch, strohtrocken und dabei doch hochspannend geht es in <strong><em>Mit eigenen Augen</em></strong> zu, in dem Miguel Müller-Frank einen Blick hinter die Kulissen des renommierten Politmagazins Monitor (ARD) wirft. Akribisch wird das Entstehen einer Sendung nachvollzogen, in der es u.a. einen Beitrag zum rechtsradikalen Hintergrund des Mordes an CDU-Politiker Walter Lübcke geben soll. Eine mit stoischer Ruhe beobachtende Kamera steht dabei der zunehmenden Hektik in der Redaktion gegenüber, die sich durch rasch wechselnde Informationslagen in ihrer Arbeit herausgefordert sieht. Solcherart entsteht nicht nur ein höchst informatives Bild der Mühen der Ebene des modernen TV-Investigativ-Journalismus, sondern auch eine Würdigung von Verdienst und Bedeutung einer freien Presse. Zugleich ein wertvoller Zugang zum Curriculum des Schulfachs Medienkompetenz. Wie, das Fach gibt’s nicht?!</p>
<figure id="attachment_5225" aria-describedby="caption-attachment-5225" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen.jpg?resize=500%2C213&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5225" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-300x128.jpg" alt="" width="500" height="213" /><figcaption id="caption-attachment-5225" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5225" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen.jpg?resize=500%2C213&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="213" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=300%2C128&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1024%2C436&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=770%2C328&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1536%2C654&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=2048%2C871&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=500%2C213&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=293%2C125&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1400%2C596&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=390%2C166&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?resize=1320%2C562&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/mit_eigenen_augen-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Mit eigenen Augen, 2020, Miguel Müller-Frank</figcaption></figure>
<p>Wem der Sinn eher nach einem traditionellen Spielfilm steht, der ist mit <strong><em>Eine Handvoll Wasser</em></strong> von Jakob Zapf gut beraten, spielt darin doch Jürgen Prochnow seine Paraderolle des knorrigen Alten mit dem guten Herzen. Die harte Schale um den weichen Kern wird hier von einem Flüchtlingskind geknackt &#8211; und das Schöne daran ist, dass Prochnows Präsenz Kitschfreiheit garantiert.</p>
<p>Die alljährlich unvermeidliche Weihnachtsfilmschwemme schickt ein erstes Wellchen voraus in Gestalt des sehr charmanten norwegischen Kinderfilms <strong><em>Elise und das vergessene Weihnachtsfest</em></strong><em> (Snekker Andersen og den vesle bygda som glomte at det var jul)</em> von Andrea Eckerbom, in dem die Titelheldin den von umfassender Amnesie befallenen Bewohner:innen ihres Heimatdorfes das Fest der Liebe wieder in Erinnerung ruft (gegen geringes Entgelt auch bei mehreren Streamern im Angebot).</p>
<figure id="attachment_5222" aria-describedby="caption-attachment-5222" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-5222" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise-300x150.jpg" alt="" width="500" height="250" /><figcaption id="caption-attachment-5222" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-5222" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="250" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=300%2C150&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1024%2C512&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=770%2C385&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1536%2C768&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=500%2C250&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=585%2C293&amp;ssl=1 585w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1170%2C585&amp;ssl=1 1170w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1500%2C750&amp;ssl=1 1500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=293%2C147&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1400%2C700&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=390%2C195&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?resize=1320%2C660&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2021/12/elise.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></noscript> Elise und das vergessene Weihnachtsfest, 2019, Andrea Eckerbom</figcaption></figure>
<p>Nicht zu vergessen schwappt mit Felix Charins <strong><em>Krass Klassenfahrt</em></strong> der unvermeidbare Film zur gleichnamigen Webserie ins Kino, die wiederum &#8211; dies für die Ahnungslosen unter uns &#8211; eine Parodie auf sogenannte Scripted-Reality-Soaps darstellt und in der statt Schauspieler:innen Influencer agieren. Sieht so die Zukunft des Kinos aus? Publikum ist – jedenfalls in pandemiearmen Zeiten – garantiert. Selbiges wird zweifelsohne auch Til Schweigers aktuellem Werk zuteil werden. <strong><em>Die Rettung der uns bekannten Welt</em></strong> hat Schweiger der Presse, von der er bekanntlich nichts hält, vorab allerdings nicht gezeigt. Weswegen sich dazu auch nichts sagen lässt und das dieswöchentliche Kapitel hiermit schließt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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