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		<title>Männer, die in Mitleid baden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marietta Steinhart]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2023 13:00:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Das Orchester“: Die dänische Serie „Orkestret“ (Canal+) gefällt sich als MeToo-Satire im Hochkulturmilieu – trifft aber die falschen Töne. Die Leiterin des dänischen Sinfonieorchesters (großartig gespielt von Lise Baastrup) hat sich neue Brüste machen lassen. „Die alten sind nach den Kindern ziemlich schlaff geworden“, sagt sie zu ihrem neuen Stellvertreter. Sie fragt ihn dann, ob er sie „testen“ will. „Komm schon“, sagt sie. „Einfach mal drücken“. Der ängstliche Kerl möchte das lieber nicht, aber am Ende gibt er nach und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das Orchester“: Die dänische Serie „Orkestret“ (Canal+) gefällt sich als MeToo-Satire im Hochkulturmilieu – trifft aber die falschen Töne.</em></p>
<p>Die Leiterin des dänischen Sinfonieorchesters (großartig gespielt von Lise Baastrup) hat sich neue Brüste machen lassen. „Die alten sind nach den Kindern ziemlich schlaff geworden“, sagt sie zu ihrem neuen Stellvertreter. Sie fragt ihn dann, ob er sie „testen“ will. „Komm schon“, sagt sie. „Einfach mal drücken“. Der ängstliche Kerl möchte das lieber nicht, aber am Ende gibt er nach und streckt zögernd seine Hände aus, woraufhin sie brüllt: „Was soll das denn, du Schwein?“ Er ist natürlich schockiert; sie aber fängt an zu lachen.</p>
<p>Konzipiert von Adam Price (<em>Borgen</em>-Schöpfer, <a href="https://filmfilter.at/sofa-surfer/40/">Besprechung der jüngsten Ausgabe hier</a>), kreiert von Mikkel Munch-Fals, mokiert sich die Satire <em>Orkestret</em> / <em>Das Orchester</em> über MeToo und woke Empörungskultur. Ein ziemlich riskanter Balance-Akt, der ein bisschen lustig, aber leider weitgehend schief gegangen ist. Weil ist es wirklich so, dass die „armen Männer“ heute fast nichts mehr sagen und schon gar nicht mehr flirten dürfen?</p>
<p>Hauptfigur ist der eingangs erwähnte Sous-Chef des dänischen Radio-Sinfonieorchesters, Jeppe (Rasmus Bruun), der versucht, es immer allen recht zu machen. Der nette und konfliktscheue Mann ist auch der einzige mit einem einigermaßen moralischen Kompass in <em>Das Orchester</em>. Seine ständig betrunkene Frau betrügt ihn mit einem Musiker aus dem Orchester und seine siebenjährige Tochter steckt ihrem Spielkameraden Bleistifte in den Hintern. Die weiblichen Machtspielchen beginnen schon früh in dieser zehnteiligen Komödie.</p>
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<p>Das andere männliche „Opfer“ ist Bo Høxenhaven (brillant: Frederik Cilius). Musikalisch ein verkanntes Genie, menschlich eine Katastrophe, will <em>Das Orchester</em> unbedingt, dass wir ihn mögen und Mitleid mit ihm haben (aus Gründen, die mir unerklärlich sind). Er lebt zu Hause bei seiner kontrollsüchtigen Mutter (noch eine anstrengende Frau!) und ist ein bisschen verliebt in die Cellistin (May Simón Lifschitz) im Orchester. Eines Tages fragt er sie, ob sie zu Hause nackt Cello spielt – weil er das auch tut. Es macht ihr nichts aus, aber der erste Klarinettist und Arbeitnehmervertreter Simon (Casper Phillipson) hört die Bemerkung und macht eine Personalsache daraus. Bo soll lernen, wie man in einem nicht-sexuellen Ton mit Frauen spricht und wird zu Sitzungen mit einer Psychologin verdonnert. Die wiederum ist einzig darauf aus, dass er sich hinlegt und seine „patriarchalischen Neigungen“ eingesteht. Also sagt er, was sie hören will, um aus der Nummer rauszukommen: „Als heteronormativer Cis-Man war ich ein sehr unangenehmer Vertreter eines aggressiv und diskriminierend strukturierten Patriarchats, was im Grunde machtsüchtig als auch pervertiert ist. Ich habe eine toxische Männlichkeit an den Tag gelegt.“ Nichts davon meint er ehrlich, nichts davon stimmt.</p>
<p>Wenn es um Missbrauchskultur, echte MeToo-Fälle, unternehmerische „Wokeness“ und Verhaltenszweifel darüber geht, „was Männern und Frauen erlaubt ist“, könnte man sich fragen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, sich über genau diese Dinge lustig zu machen. Ist es zu früh oder gerade angemessen? Der Start von <em>Das Orchester</em> wurde 2022 jedenfalls um ein halbes Jahr verschoben, weil er als zu nah dran gesehen wurde an dem scheußlichen Skandal um den Mädchenchor des Dänischen Rundfunks, der damals ans Licht gekommen war.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/uJi7qdIsICE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/uJi7qdIsICE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Das Problem ist aber ohnehin weniger das Timing als vielmehr die Tatsache, dass hier die Witze auf Kosten der Frauen stattfinden. Die beiden Hauptdarsteller spielen hervorragend, sind aber auch die einzigen, in die wir uns hineinversetzen können, weil wir alles aus Sicht ihrer Bromance erzählt bekommen. Alle anderen Rollen gehen so weit über die Auswüchse der Karikatur hinaus, dass das Bild von ihnen als echte Menschen verloren geht und das Ganze im Grunde in eine Parodie abrutscht. Eine gute Satire tritt aber nach oben und nicht nach unten. Dass es auch anders geht, hat Todd Field mit <em>Tár </em>ja schon bewiesen (<a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/coppa-cate/">hier unsere Kritik</a>). Fields komplizierte Charakterstudie einer Frau, die ihre Macht missbraucht, war profunde Gesellschaftskritik. Provokant und kompliziert.</p>
<p>Grundsätzlich stellt <em>Orkestret</em> auf humoristische Weise interessante Fragen zu künstlerischen Freiheiten (darf ein Dirigent wie ein Amateurpornograf reden?) und Cancel Culture (darf man Michael Jackson in einem Raum voller Kinder spielen?), aber der Zehnteiler über zwei missverstandene Männer hinterlässt einen komischen Beigeschmack. Ein treffender Titel wäre auch gewesen: „Männer, die in (Selbst-)Mitleid baden“.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>4:0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Scheiber]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 17:00:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die dänische Politik- und Medienserie „Borgen“ (auf Netflix) landet mit ihrer Neuauflage wieder einen Volltreffer. Die jüngeren Fußballduelle der österreichischen gegen die dänische National-Auswahl gingen allesamt zugunsten der Dänen aus. Aber nicht nur in der Männerfußball-Weltrangliste liegt das mit weniger als sechs Millionen Menschen um ein Drittel kleinere Land klar vor der Alpenrepublik. Wir wollen hier nicht von der kaum halb so hohen Staatsschuld Dänemarks reden, oder von den um fast die Hälfte höheren Bildungsausgaben im Vergleich zu Österreich. Das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die dänische Politik- und Medienserie „Borgen“ (auf Netflix) landet mit ihrer Neuauflage wieder einen Volltreffer.</em></p>
<p>Die jüngeren Fußballduelle der österreichischen gegen die dänische National-Auswahl gingen allesamt zugunsten der Dänen aus. Aber nicht nur in der Männerfußball-Weltrangliste liegt das mit weniger als sechs Millionen Menschen um ein Drittel kleinere Land klar vor der Alpenrepublik.</p>
<p>Wir wollen hier nicht von der kaum halb so hohen Staatsschuld Dänemarks reden, oder von den um fast die Hälfte höheren Bildungsausgaben <a href="https://versus.com/de/d%C3%A4nemark-vs-%C3%B6sterreich" target="_blank" rel="noopener">im Vergleich zu Österreich</a>. Das Land an der Öresund-Brücke (wo die stilbildende dänisch-schwedische Krimiserie <em>Broen</em> / <em>Bron</em> / <em>Die Brücke</em> begann), hat auch in einer schlecht messbaren, doch umso wichtigeren Kategorie die Deutungshoheit. Wo der hierländische Horizont der öffentlich-rechtlichen Eigenproduktionslandschaft im Wesentlichen auf leichte Unterhaltung begrenzt ist, wurde dem nicht minder leutseligen dänischen Publikum schon vor zwölf Jahren der Tatort <strong><em>Borgen</em></strong> präsentiert. Und nun muss man schon wieder klar konstatieren: In Sachen TV-Serien schlägt der dänische Sender DR den ORF.</p>
<p>Sieht man sich <em>Borgen – Macht und Ruhm</em> an, fällt Österreichs Niederlagenserie mittlerweile schmerzhaft aus, denn quasi im Wiederholungsspiel hat Dänemark nun das 4:0 erzielt. Neun Jahre nach den ersten drei Staffeln haben die <em>Borgen</em>-Macher eine vierte nachgelegt (in Zusammenarbeit von DR1 und Netflix entstanden, in AT und DE auf Netflix zu sehen), bevor der ORF auch nur einen Treffer gelandet, sprich: wenigstens einen einzigen Acht- oder Zehnteiler vergleichbarer Güte hingelegt hätte. So ist das, wenn man sich immer nur auf Hirscher oder Arnautovic verlässt, oder halt auf <em>Vorstadtweiber</em> und <em>Walking on Sunshine</em>. Nichts gegen flockig-lockere Wuchtel-Amüsements, aber in dieser Republik sind in den vergangenen zehn Jahren Dinge vorgefallen, auf Grundlage derer man locker drei pralle Seriensaisons mit elegantem Witz und Gravitas zugleich füllen könnte.</p>
<p>Sky hat mit seinem Schnellschuss-Vierteiler <em>Die Ibiza Affäre</em>, welcher Persönliches und Politikdrama gekonnt mit Satire mischt (Episode drei hieß: „The Red-Bull-Brother from Austria“), im Vorjahr die richtige Richtung angetippt. Vor allem Nicholas Ofczarek als Detektiv und Andreas Lust als HC Strache waren in der auf dem gleichnamigen Sachbuch der damaligen SZ-Aufdeckerjournalisten basierenden Serie eine Wucht. Doch in allen ambitionierteren öffentlich-rechtlichen Produktionen der vergangenen Dekade, von <em>Altes Geld</em> bis <em>Braunschlag</em> sozusagen, finden sich nur Spurenelemente der Qualität, die <em>Borgen</em> ausmacht.</p>
<figure id="attachment_8037" aria-describedby="caption-attachment-8037" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-8037" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare-300x200.jpg" alt="" width="550" height="367" /><figcaption id="caption-attachment-8037" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-8037" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" alt="" width="550" height="367" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/07/ibiza-affare.jpg?w=1155&amp;ssl=1 1155w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Die Ibiza Affäre, 2021, Christopher Schier © Petro Domenigg / Sky Studios</figcaption></figure>
<p>Wer im ORF etwas über die Zusammenhänge von Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien erfahren will, wird zwar von vielen Info- und Reportage-Formaten gut bedient, aber eine durcherzählte GESCHICHTE über das Ganze kriegt man nicht. Dabei lassen sich doch das System und seine Protagonist:innen (und die vielen, vielen entscheidenden Dinge hinter den Kulissen, die Off-Record-Kommentare, die Verdrehungen und Tauschgeschäfte und Mauscheleien zwischen Politikern, staatsnahen Wirtschaftsleuten und Medien, die gekauften Umfragen, die schwer nachweisbaren Parteispenden und Korruptionsversuche, das Geplänkel um die hochdotierten Posten, die Ränkespiele und die regierungsinternen Kuhhändel, um die jeweils eigene Klientel zu befrieden etc.) viel nachvollziehbarer in ihrer vollen menschlichen Dimension in Form gut geschriebener und geschickt inszenierter Geschichten erzählen. „Ibiza“ hat wieder einmal vor Augen geführt, dass die Realität fiktionaler wirken kann als die Fiktion selbst. Und die sogenannten „Bösen“ müssen nicht immer Knallchargen und Karikaturen sein, sondern können auch als lebensechte Menschen gezeigt werden. So hat <em>Borgen – Gefährliche Seilschaften </em>es schon vor zwölf Jahren gemacht und so hat <em>Borgen – Macht und Ruhm</em> es nun wieder getan für Dänemark (außerdem gibt es im darin adäquat porträtierten Nachrichtensender einen spannenden Arbeitskonflikt, den das Fellner-TV wohl „Zickenkrieg“ genannt hätte, bevor es sich selbst im Metoo-Taumel wiedergefunden hat).</p>
<p>Was Personal und Plot der Basis-Serie betrifft, reicht es an dieser Stelle, auf <a href="https://ray-magazin.at/tv-serien-doppelspitze-wie-borgen-das-europaeische-fernsehen-revolutionierte/" target="_blank" rel="noopener">einen Text aus dem Jahr 2015</a> zu verweisen. Aktueller Tenor ist leider immer noch, mit der Bitte um Verzeihung für den Kalauer: Österreich sollte sich von Dänemark etwas borgen! Die aktuellen acht Folgen, die man übrigens auch ohne die ersten drei Saisons mit Gewinn sehen kann, stehen der Basis-Serie keineswegs nach. Auch interessante Aspekte der Weltpolitik fließen hier ein – am Beispiel eines fiktiven Ölfundes in Grönland –, und wie hellsichtig und fesselnd und politisch am Puls der Zeit man über Politik erzählen kann, wenn man über die Menschen (vor allem über die Frauen) in der Politik erzählt, beweist <em>Borgen</em> erneut eindrucksvoll. Diese Einschätzung wird übrigens <a href="https://www.zeit.de/kultur/film/2022-05/borgen-serie-daenisch-netflix-rezension" target="_blank" rel="noopener">auch andernorts</a> geteilt.</p>
<p>Wenn zum Beispiel die nunmehrige Außenministerin Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) zwischen alle Stühle gerät, nur weil sie ihren nachhaltigen Klimakurs beibehalten will, sieht man Machterhalt und Meinungshoheit auf höchstem Niveau nachvollziehbar konkurrieren. Und wenn Nyborgs liberal erzogener Sohn als Tierrechtsaktivist den Tod von 17 Schweinen verursacht, versteht man, dass sie mit Social-Media-Selfies und Society-TV-Auftritten darüber hinwegtäuschen will. Und sieht doch, wie sie sich immer unsympathischer macht in ihrem Versuch, an der Macht zu bleiben.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/pmRJiZ4mFQU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/pmRJiZ4mFQU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Oft hört man von Politikberater:innen, dieser oder jener Politiker habe es nicht geschafft, eine glaubhafte Erzählung zu vermitteln oder ein gutes Narrativ für seine Positionierung zu (er)finden. Wir sagen: Geschichten sollen nicht unsere gewählten Repräsentanten erzählen, sondern jene, die dazu berufen sind.</p>
<p>Also, ORF, gründe endlich eine „Soko Serie“! Und ihr Drehbuchautor:innen des Landes, holt euch Meriten! Sekkiert die ORF-Serienredaktion, recherchiert euch durch Chats und Akten und Protokolle und Nachrichtenarchive, holt euch Material aus der verdienten Redaktion der Satire-Bildungssendung „Gute Nacht Österreich“ oder <a href="https://www.dossier.at/dossiers/red-bull/" target="_blank" rel="noopener">von hier</a> oder <a href="https://www.addendum.org/benko/" target="_blank" rel="noopener">von hier</a>, redet mit transparenzgeprüften Politikerinnen und Medien und Spindoktoren, holt euch dramaturgische Inspiration, allerdings weniger bei <em>House of Cards</em> als bei <em>The West Wing</em> und anderswo, entwickelt glaubwürdige (Anti-)Held:innen und schreibt endlich das <em>Borgen</em> von Österreich! Eine mögliche schwerreiche Hauptfigur könnte etwa Rudi Penko heißen, anstelle des Grönland-Plots bietet sich ein Thriller-Strang um die defekte Reaktoranlage im grenznahen AKW Bohunice an. Vorschlag für einen sprechenden Arbeitstitel: „Ballhausplatz“. Hat was von Ballspielen, hat was von Hausmacht. Will der ORF kein Platzhirsch sein?</p>
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