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		<title>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/features/mit-liebe-und-unerbittlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jul 2023 10:45:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Mit Liebe und Unerbittlichkeit / Avec amour et acharnement“: Nichts muss einem fremd sein von dem, was diese Ménage-à-trois auf der Leinwand treibt. Zu Anfang ein paar Sätze, die ich vor ein paar Jahren woanders über die Filme von Claire Denis geschrieben habe, und die in meinen Ohren immer noch halbwegs stimmig und richtig klingen: „Das Kino lebt von dem Versprechen, Dinge über das Leben nicht nur zu behaupten und mitzuteilen, sondern sie spürbar werden zu lassen. Im Falle der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Mit Liebe und Unerbittlichkeit / Avec amour et acharnement“: Nichts muss einem fremd sein von dem, was diese Ménage-à-trois auf der Leinwand treibt.</em></p>
<p>Zu Anfang ein paar Sätze, die ich vor ein paar Jahren woanders über die Filme von Claire Denis geschrieben habe, und die in meinen Ohren immer noch halbwegs stimmig und richtig klingen: „Das Kino lebt von dem Versprechen, Dinge über das Leben nicht nur zu behaupten und mitzuteilen, sondern sie spürbar werden zu lassen. Im Falle der Filme von Claire Denis ist die Körperlichkeit der Bilder das Medium dieses Wissens, ungleich stärker als bei den meisten anderen Filmemacherinnen und -machern. Im Zentrum ihres Kinos stehen nicht Plots, die von A nach B erzählt werden, sondern die Körper der Figuren, die miteinander und mit der Welt um sie herum interagieren – pragmatisch, diszipliniert, grenzüberschreitend, lust- und gewaltvoll, aber nur sehr selten glücklich.“</p>
<p>Des Weiteren zur ersten Annäherung ein paar Sätze zum deutschen Titel dieses wieder einmal schrecklich intensiven Films, <em>Mit Liebe und Entschlossenheit</em>, der führt gleich einmal auf die falsche Spur. Der französische Titel, <em>Avec amour et acharnement</em>, ließe sich besser mit <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> übersetzen (meint der Google-Translator), und das wiederum ist dann auch ein schönes Begriffspaar zur Beschreibung des Kinos von Claire Denis im Gesamten. Die Filme von Denis wissen um „Schönheit und Scheiße des Menschengeschlechts“ (Wiglaf Droste) und nehmen beides sozusagen unverwandt in den Blick. Ein Blick, der nicht zärtlich ist, sondern Gewalt zulässt und auch braucht, um das zeigen zu können, was er zeigen will. Aber liebend darin, dass er alles annimmt und zulässt und nicht richtet.</p>
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<p>Schönheit und Scheiße im Falle von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> (nennen wir den Film von jetzt an besser so): Seit zehn Jahren leben Jean (Vincent Lindon) und Sara (Juliette Binoche) zusammen. Jean ist der Mann nach François (Grégoire Colin), der an Sara damals irgendwie das Interesse verloren hat. Nun taucht er wieder auf und will nochmal, und Sara zieht es heftig zurück und zu ihm hin. Warum, erfährt man nicht, wie immer bei Denis sind die Figuren zuerst als Körper präsent, nicht als Subjekte mit einer Psychologie, die sich genrekonform auffächern ließe. Jean ist ruhig und verschlossen und spricht nicht über seine Gefühle. Sondern wartet ab, bis passiert, was passieren muss und lässt dann alles raus und eskaliert. Sara will über Gefühle reden, lügt aber ausdauernd, wenn es darum geht, was gerade mit ihr passiert. François bezieht Lust aus der Destruktion: mit überlegenem Lächeln zerstören, was da ist, in dem Fall die Beziehung eines seiner ehemals besten Freunde und einer früheren Liebe. Ein formvollendeter Narzisst, so viel Küchenpsychologie dann doch, der sich schmollend ins Badezimmer verzieht, nachdem er Sara erfolglos zum Analverkehr drängeln wollte.</p>
<p>Von Ménages à trois wird im französischen Kino eventuell öfter erzählt als anderswo. Denis presst dem klassischen Sujet mit Leichtigkeit noch einmal eine ungewohnte Tonalität ab, indem sie die Dynamik dieser Beziehung nicht vorführt und moralisch für uns auswertet (wenig interessiert in den Filmen von Claire Denis so wenig wie Moral), sondern sie gleichsam in Zuschauerin und Zuschauer hinein verlegt. Mit den Mitteln des Körperkinos, das so gebaut ist, dass Verbindungen zwischen den Leinwandkörpern und den Körpern vor der Leinwand entstehen. In der ersten Hälfte von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em> werden die drei Figuren auf ihre jeweiligen Schienen gesetzt und marschieren dann in die Richtung los, in die sie eben müssen. Die eben unerbittliche Ausweglosigkeit wird verstärkt durch die Drone-förmige Musik von Claire Denis’ Hausband Tindersticks und die die Räume sukzessive verkleinernde Kameraführung von Éric Gautier (der auch den ebenfalls 2022 entstandenen Denis-Film <em>Stars at Noon </em>gefilmt hat; mit ihrer Stammkamerafrau Agnès Godard hat Denis seit <em>Meine schöne innere Sonne </em>nicht mehr zusammengearbeitet).</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load alignnone wp-image-10699" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03-300x169.jpg" alt="Colin, Binoche, Mit Liebe und Entschlossenheit" width="550" height="309" /><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-10699" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=550%2C309&#038;ssl=1" alt="Colin, Binoche, Mit Liebe und Entschlossenheit" width="550" height="309" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=500%2C281&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=293%2C165&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?resize=390%2C219&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2023/07/V22avecamour03.jpg?w=1272&amp;ssl=1 1272w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript></p>
<p>Ab der Mitte etwa, wenn es mit der Affäre richtig losgeht, ändert sich der Rhythmus der Bilder und damit auch die Eingebundenheit von Betrachterin und Betrachter. Alles läuft auf eine unvermeidliche Eskalation zu, und als es so weit ist, zeigt sich der wirklich singuläre Blick auf die Menschen vor der Kamera in den Filmen Claire Denis konzentriert: eine Unparteilichkeit, die eine Form von Liebe ist, und die Claire Denis selbst noch in einem Kannibalenfilm wie <em>Trouble Every Day </em>herstellen und erhalten kann.</p>
<p><strong>(Spoilerwarnung: Von hier an sollte man den Film schon gesehen haben.)</strong></p>
<p>Im Falle von <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit</em>: Jean hat endlich Sicherheit und Beweise, legt die Sprachlosigkeit ab und den Zorn der Gerechten an. Sara hört nicht auf damit abzustreiten und, als es sich nicht mehr abwenden lässt, irgendwelche Banalitäten von sich zu geben, und man ist in dieser kurzen Zeitspanne auf Seiten des Mannes (und wundert sich, weil man das in diesen Filmen ansonsten eben nicht ist, auf einer Seite; sondern immer auf allen zugleich, im selben Maß in der Schönheit und der Scheiße). Die Körper lösen das dann auf: die gepresst-lustvolle Gewalttätigkeit des Mannes mitsamt Möbelweitwurf im gemeinsamen Wohnzimmer wird abgelöst durch einen Ausbruch der Frau, einen Schrei: Sie sei noch nie, wirklich noch nie in ihrem Leben frei gewesen. Und der Schrei überschreibt den Zorn nicht, sondern stellt beides nebeneinander, gleichberechtigt, beides ist im Raum präsent und geht da auch nicht mehr weg.</p>
<p>Deswegen muss dieser Raum geschlossen werden, weil sich das nicht mehr auflösen lässt, und die Beziehung kommt zu einem Ende. Der eine geht zu etwas zurück, die andere geht ins Offene. <em>Mit Liebe und Unerbittlichkeit </em>ist ein gnadenloser Film, in dem man alle und alles gleichermaßen verstehen kann. Mit Liebe und Unerbittlichkeit zu erzählen und zu filmen läuft im Kino von Claire Denis auf das Wissen hinaus, dass einem, so einfach ist es dann mit einem Mal vielleicht doch, wirklich nichts von dem, was man zu sehen und zu spüren bekommt, fremd ist oder sein müsste. (Hier geht’s <a href="https://nonstopkino.at/movies/mit-liebe-und-entschlossenheit/" target="_blank" rel="noopener">zum Trailer</a>.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Mit Liebe und Entschlossenheit / Avec amour et acharnement</strong><br />
<strong>Frankreich 2022, Regie</strong> Claire Denis<br />
<strong>Mit</strong> Juliette Binoche, Vincent Lindon, Grégoire Colin<br />
<strong>Laufzeit</strong> 116 Minuten</p>
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		<title>Motorölmensch</title>
		<link>https://filmfilter.at/themen/kritiken/motoroelmensch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Moldenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was bleibt vom Hype um Julia Ducournaus Sensationsfilm „Titane“ auf den zweiten Blick? Manche Filme werden besser, wenn man sie zweimal sieht. Andere nicht. Der Goldene-Palme-Gewinner Titane ist in dieser Hinsicht interessant. Zum einen gab es nach der Premiere in Cannes um Julia Ducournaus zweiten Film einen ziemlichen Hype, zum anderen baut dieses nicht zuletzt sensationalistische Teil auf eine Reihung von What-the-fuck?!-Momenten: Die Protagonist:in Alexia/Adrien (Agathe Rousselle) hat Sex nicht nur in, sondern auch mit einem Cadillac, schlachtet übergriffige Männer, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bleibt vom Hype um Julia Ducournaus Sensationsfilm „Titane“ auf den zweiten Blick?</em></p>
<p>Manche Filme werden besser, wenn man sie zweimal sieht. Andere nicht. Der Goldene-Palme-Gewinner <em>Titane </em>ist in dieser Hinsicht interessant. Zum einen gab es nach der Premiere in Cannes um Julia Ducournaus zweiten Film einen ziemlichen Hype, zum anderen baut dieses nicht zuletzt sensationalistische Teil auf eine Reihung von What-the-fuck?!-Momenten: Die Protagonist:in Alexia/Adrien (Agathe Rousselle) hat Sex nicht nur in, sondern auch mit einem Cadillac, schlachtet übergriffige Männer, aber auch Unschuldige und dann auch noch die eigenen Eltern ab und unternimmt einen Abtreibungsversuch mit ihrer Haarnadel. Und das ist nur der erste Akt. Im zweiten und dritten geht es vergleichsweise ruhiger zu, aber wir bekommen immerhin eine mit Faust, Abbindeband und Waschbeckenrand vorgenommene Transformation von Alexia zu Adrien, Motorölausfluss und die Geburt eines Mensch/Maschine-Hybrids vorgeführt.</p>
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<p>Die durch die VoD/Disc-Veröffentlichung möglich gewordene Zweitsichtung lohnt sich. „Alter, wie krass ist das denn?“-Reaktionen sind ja in der Regel eher kurzfristige Vergnügen. Was also bleibt übrig vom ersten Eindruck, was kommt dazu?</p>
<p>Wie bei vielen Filmen, die an der Oberfläche auf Provokation setzen, war die Rezeption gespalten. Ein Vorwurf: Der Film setze auf transgressiven Gestus, ginge letzten Endes aber auf Nummer sicher, indem er gängige Themen, die man bearbeiten kann, wenn man eben Subversion suggerieren will, quasi gewissenhaft abarbeitet – Auflösung von Geschlechtergrenzen, Elternmord, Sex und Gewalt und von beidem viel. Zudem, auch oft zu hören, sei der Film gerade in seinen Exzess-Szenen unfreiwillig komisch. Positiv gestimmte Kritikerinnen und Kritiker wiederum sahen in <em>Titane</em> ein Werk, das sich mit seinen Themen (vor allem mit seinem Begriff von <a href="https://www.zeit.de/kultur/film/2021-10/titane-julia-ducournau-film-horror-cannes-gewinner-rezension" target="_blank" rel="noopener">Identitäts-Neuerschaffung</a>) am Puls der Zeit befände und eben dort ganz vorbildhaft randalieren würde. Ein dezidiert queeres filmisches Gebilde. Das nicht zuletzt die Trennung von Genre- und Autorenfilm zu überwinden versucht.</p>
<p><iframe class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load" title="YouTube video player" src="about:blank" data-lazy-src="https://www.youtube.com/embed/jhkT5x2xjYA" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><noscript><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/jhkT5x2xjYA" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></noscript></p>
<p>Die Protagonistin malträtiert und demoliert ihren Körper, um sich auf ihrer Flucht als Mann dem Zugriff der Polizei zu entziehen. Der Sex mit der Maschine ist als lustvolles Einreißen der Grenze zwischen Mensch und Maschine inszeniert. Immer wieder wird die Zerstörung der Körpergrenzen ihrer Opfer mittels Haarnadel in Szene gesetzt. Alexias Körper hingegen bricht von innen auf, Motoröl tritt aus. Und mit den zwei Vaterfiguren in diesem Film schwingt unterschwellig immer wieder die Missbrauchsdrohung mit. <em>Titane </em>ist insbesondere in der ersten Hälfte eine Aneinanderreihung von Grenzüberschreitungsinszenierungen.</p>
<p>Aber was bedeutet die in vielen Texten, den positiv wie den negativ gestimmten, vielbeschworene „Provokation“ im Falle eines Films, über den sich heute, anders als zum Beispiel über Pasolinis <em>Salò</em> oder<em> Der letzte Tango von Paris</em>, niemand mehr aufregt? Sex mit Autos zum Beispiel gab es schon in David Cronenbergs ansonsten sehr andersartigem Film <em>Crash</em>, der lief auch in Cannes, 1996. Das ist ja kein Manko, die Zeiten sind halt andere, und die einzigen, die im Zusammenhang mit dem Kino noch von Transgression und Provokation sprechen, fühlen sich heute nicht mehr provoziert, sondern verwenden beide Begriffe als Qualitätsmerkmale. Wenn man sich selbst nicht angegriffen fühlt, sollte man aber vielleicht selbst nicht so tun, als wäre das, was man da abfeiert, für andere zu hart.</p>
<figure id="attachment_6499" aria-describedby="caption-attachment-6499" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" class="zeen-lazy-load-base zeen-lazy-load wp-image-6499" data-lazy-src="https://filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5-300x200.jpg" alt="" width="550" height="367" /><figcaption id="caption-attachment-6499" class="wp-caption-text"><noscript><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-6499" src="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=550%2C367&#038;ssl=1" alt="" width="550" height="367" srcset="https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=500%2C333&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=1155%2C770&amp;ssl=1 1155w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=370%2C247&amp;ssl=1 370w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=293%2C195&amp;ssl=1 293w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=1400%2C933&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=240%2C160&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=390%2C260&amp;ssl=1 390w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?resize=1320%2C880&amp;ssl=1 1320w, https://i0.wp.com/filmfilter.at/wp-content/uploads/2022/02/titane5.jpg?w=1772&amp;ssl=1 1772w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></noscript> Vincent Lindon</figcaption></figure>
<p>Erst bei der zweiten Sichtung ist zumindest mir klargeworden, dass <em>Titane </em>weniger über seine Schockmomente und etwaige Provokationsversuche, stattdessen aber ganz wunderbar als Atmosphärenkino funktioniert. Andere waren da vielleicht schneller, und das schließt einander natürlich auch nicht aus, sondern greift bei jedem Sehen ineinander. Aber beim Wiedersehen überwiegt der zweite, eigentlich eindrucksvollere Strang. Der Plot entspinnt sich in den Maßgaben einer Alptraumlogik und nicht nach denen von Genrekonventionen. Die unheimliche Kälte dieser Bilder ist erst zu mir durchgedrungen, nachdem die Körperhorrorbilder in ihrer affektiven Wirkung eher vorbeirauschten, weil was beim ersten Mal krass wirkt, beim zweiten naturgemäß erwartbar wird. Ohne den Überbau der Transgressionsdiskurse entfaltet sich erst der stille, sich langsam aufbauende Druck dieser Bilder, der Zuschauerin und Zuschauer noch einmal anders berührt als der schockhaft inszenierte Einbruch der Gewalt.</p>
<p>(Als VoD, DVD oder Blu-ray bei Koch Films bzw. gegen moderates Entgelt bei diversen Streamern verfügbar.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="font-size: 12px; line-height: 1.9; background-color: #eaeae5; padding: 30px; color: #1e1e1e;"><p><strong>Titane</strong><br />
<strong>Frankreich/Belgien 2021, Regie &amp; Drehbuch</strong> Julia Ducournau<br />
<strong>Mit</strong> <span class="infoBoxData">Agathe Rousselle, Vincent Lindon, Garance Marillier, Bertrand Bonello</span><br />
<strong>Laufzeit</strong> 108 Minuten</p>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://filmfilter.at/themen/kritiken/motoroelmensch/">Motorölmensch</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmfilter.at">filmfilter</a>.</p>
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